Das Boot
Brandgans auf großer Fahrt

Die Tourenversion des Nordischen Folkeboots wurde 1959 zu Wasser gelassen. Inzwischen hat "Tadorna" viele Tausend Seemeilen im Kielwasser

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 28.05.2011

B. Hauck "Tadorna" mit dem für ein Tourenfolke typischen markant hohen Kajütaufbau

Der Ersteigner war ein dänischer Ornithologe – er taufte "Tadorna" auf ihren Namen. Tadorna tadorna ist der Gattungsname der Brandgans, einer in Europa verbreiteten Zugvogelart. Groß und Genaker sind mit dem "Tadorna"-Logo versehen: einer stilisierten Brandgans mit orange leuchtendem Schnabel und Schriftzug.

B. Hauck "Tadorna" in voller Fahrt

Vor allem im vergangenen Jahrzehnt hat das Boot seinem Namen alle Ehre gemacht. Bastian Hauck war mit "Tadorna" 2008 und 2009 auf großer Ostsee-Runde. Und 2003/2004 hatten die Voreigner einen eineinhalbjährigen Langtörn von der Ostsee über Marokko ins Mittelmeer und zurück unternommen. Seit letztem Sommer wurde das Tourenfolke erst in Polen, dann in Schleswig einem grundlegenden Refit unterzogen.

B. Hauck Riss

"Tadorna" in Zahlen:

Länge über alles:

7,64 m

Breite:

2,20 m

Tiefgang:

1,25 m

Verdrängung:

2,5 t

Segelfläche Groß:

17 qm

Segelfläche Fock:

7 qm

Segelfläche Sturmfock:

1,7 qm

Segelfläche Spinnaker:

24 qm

Segelfläche Gennaker:

31 qm

Tadornas geklinkerter Rumpf besteht wie bei den meisten Folkebooten aus genieteten Lärchenplanken auf Eichespanten. Ihr nach vorne verlängerter, leicht erhöhter und mit einem Dockhaus versehener Aufbau ist aus Mahagoni.

Im Unterschied zum „normalen“ Folkeboot steht "Tadornas" Mast auf dem verlängerten Aufbau und ist nicht durchgesteckt. Dadurch lässt er sich zur Not auch ohne Mastenkran stellen und legen. Er ist mit zusätzlichen Unter- und deutlich überdimensionierten Oberwanten ausgestattet. Eine durchgehende Maststütze fängt die unter Deck entstehenden Kräfte auf.

Tadornas Rigg entspricht den Klassenvorschriften der Deutschen Folkeboot-Vereinigung. Das Großsegel ist mit zwei Reffreihen im Einleinensystem ausgestattet, als Vorsegel stehen neben der Fock eine Sturmfock, ein Spinaker und ein Genaker zur Verfügung. Alle Fallen und Strecker sind aus Dynema und ins Cockpit umgelenkt.

In der Kajüte stehen zwei volle Kojen zur Verfügung, zusätzlich können die Rückenlehnen den Mittelgang überbrücken, so dass eine einzige große Liegewiese entsteht. Das Vorschiff ist nicht ausgebaut und dient allein als Segellast. Dies schafft Platz für einen großen Kartentisch mit darunterliegenden Schubladen an Backbord sowie eine Pantry mit zweiflammigem Optimus-Petroleumkocher und einer kleinen Spüle an Steuerbord. Zusätzlichen Raum schafft eine Sprayhood und - bei längeren Hafenaufenthalten - eine Kuchenbude.

Seit 2009 ist Tadorna mit einer neuen Beaufort-Windsteueranlage von Asmer aus Frankreich ausgerüstet. Zur Sicherheitsausrüstung gehören eine Rettungsinsel und ein Schlauchboot, zwei Automatik-Schwimmwesten mit Lifebelt, durchgehende Strecktaue, ein Lifesling, eine meist hinterhergeschleppte Schwimmleine, ein mobiles, schwimmfähiges UKW-Funkgerät, drei Anker mit Kettenvorlauf und Bleileine sowie ein Treibanker, zwei Handlenzpumpen, Leckstopfen, Feuerlöscher und Feuerlöschdecke, diverse Seenotsignalmittel sowie zwei lange Schlepp- und Wurfleinen.

Die Navigation erfolgt klassisch, mit Papierkarten, Handpeilkompass, Dreieck und Zirkel. Außerdem steht ein GPS-Empänger zur Verfügung.


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Themen: Bastian HauckRaus ins BlaueTadorna

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