Materialien
Tropenholz aus Österreich?

Ein neuartiges Verfahren der Uni Innsbruck soll einheimische Hölzer ebenso widerstandsfähig machen wie die bekannten Sorten aus den Tropen

  • Alexander Worms
 • Publiziert am 07.07.2011

Christian Lux/Universität Innsbruck Das Holz im Rezipienten der Vakuum/Mikrowellen-Trocknungsanlage

Dabei wird das Rohmaterial mit Mikrowellen und Vakuum getrocknet. Beim anschließenden Bad in einer Siliziumdioxidlösung werden die Fasern durchtränkt. Erneut wird mikrowellengetrocknet. Was zurückbleibt, ist das Siliziumdioxid, eine Art Glas. „Nano-Infiltration” nennen das die Wissenschaftler. Abgeschaut hat man sich das Verfahren bei natürlichen Versteinerungsprozessen. Das Ergebnis ist ein gegen Nässe, Pilze und Ungeziefer beständiges Holz, das weder bricht noch brennt.

„Ziel unseres ungiftigen und vergleichsweise kostengünstigen Verfahrens ist wirkliche Nachhaltigkeit. Ein wirkungsvoller Holzschutz mit ökologisch unbedenklichen Wassergläsern (Siliziumdioxid, d. Red.) könnte dem Abbau von Tropenhölzern und dem Einsatz toxischer Holzschutzmittel entgegenwirken“, betont der Chemiker Lukas Bittner vom Forschungsteam.

Derzeit befindet sich das Material noch in der Laborphase, Marktreife wird wohl erst in einigen Jahren sein. Dennoch könnte es sich um eine kostengünstige und unbedenkliche Alternative zum Teak handeln.

Weitere Infos: www.uibk.ac.at


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Themen: AlternativenHolzNano-InfiltrationTeakTropenholz

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