Nachhaltige Funktionskleidung
Immer mehr Ölzeug aus Recyclingmaterial

Neues Ölzeug, aber bitte nachhaltig! Einige Hersteller bieten Segelbekleidung aus recycelten Rohstoffen an

  • Michael Rinck
 • Publiziert am 26.05.2022
Hauptsache, man bleibt trocken. Funktionalität und Preis entscheiden bei der Wahl des neuen Ölzeugs. Nachhaltigkeit wird Seglern aber immer wichtiger Hauptsache, man bleibt trocken. Funktionalität und Preis entscheiden bei der Wahl des neuen Ölzeugs. Nachhaltigkeit wird Seglern aber immer wichtiger Hauptsache, man bleibt trocken. Funktionalität und Preis entscheiden bei der Wahl des neuen Ölzeugs. Nachhaltigkeit wird Seglern aber immer wichtiger

Gill Marine Hauptsache, man bleibt trocken. Funktionalität und Preis entscheiden bei der Wahl des neuen Ölzeugs. Nachhaltigkeit wird Seglern aber immer wichtiger

Das lange Himmelfahrtswochenende verspricht windig und regnerisch zu werden. Für alle Crews, die es dennoch aufs Wasser zieht, wird das Ölzeug zum wichtigsten Ausrüstungsgegenstand. Die entscheidende Aufgabe der Kombi aus Jacke und Hose ist, den Träger trocken und warm zu halten. Zudem ist gute Bewegungsfreiheit erwünscht, ein paar gut nutzbare Taschen dürfen auch nicht fehlen. Zunehmend wird aber ein weiterer Faktor wichtiger: Das Material sollte der Umwelt nicht zu sehr schaden.

Dieser Wunsch ist angesichts immer häufiger werdender Extremwetter-Ereignisse, abschmelzender Gletscher und steigender Meeresspiegel nur zu begrüßen, und es gibt mittlerweile einige Hersteller, die genau das umsetzen. So finden immer häufiger Recyclingfasern aus Wasserflaschen, am Strand aufgesammelten Fischernetzen und anderem Abfall den Weg in Funktionkleidung für Wassersportler.

Hersteller Der Microfleece Eco Foam Skiffsuit von Zhik wird aus natürlichem Gummi und recyceltem PET hergestellt

Die Firma Frisch aus München hat mit Musto und Zhik zwei Marken im Program, die teiweise schon auf nachhaltige Materialien setzen. Zhik bietet im Rahmen der Eco-Serie einen Neoprenanzug aus 80 Prozent natürlichem Gummi und Obermaterial aus recycelten PET-Flaschen. Musto setzt bisher bei Hoodies aus der Evolutionserie auf die OSM-Strategie. Die Abkürzung steht für One Single Material und bedeutet, dass Kleidungsstücke nicht aus einem Mix verschiedener Stoffe hergestellt werden und somit einfach recycelbar sein sollen. Diese Fertigungsart soll in Zukunft noch weiter ausgebaut werden, so Moritz Freiesleben vonFrisch. "Vereinzelt fragen Kunden, ob ein Kleidungsstück aus Recyclingmaterial ist. Wichtiger ist aber, dass die Sachen von Musto alle repariert werden können. Die Reparaturmöglichkeit bei uns im Haus sorgt dafür, dass die Kleidung länger benutzt werden kann. Das ist natürlich im Sinne der Nachhaltigkeit."

Hersteller Henri Lloyd verwendet recycelte Polyesterfasern für das Mav-Lite Shell Blu Jacket. Wie hoch der Anteil ist, ist aber nicht klar

Auch Henri lloyd hat mit der dünnen Ölzeugjacke Mav-Lite Shell Blu ein Produkt, die zum Teil aus recycelter Polyesterfaser hergestellt wird. Zudem setzt das Unternehmen auf Fertigung in der EU und kürzere Transportwege. Wie hoch der Anteil an Recyclingmaterial ist, gibt Henri Lloyd aber nicht an.

Hersteller Helly Hansen setzt auf eingesammelten Meeresmüll als Rohstoff für das Skagen Offshore Ölzeug

Der norwegische Hersteller Helly Hansen setzt auf das sogenannte Ocean-Bound-Material. Dafür wird Fischereigerät wie Netze und Bojen aufgesammelt aber auch Plastikabfälle wie Flaschen und zu Garnen verarbeitet. Die Fasern kommen dann in verschiedenen Kleidungstücken zu Einsatz. Vorerst prominent im neuen Ölzeug Skagen Offshore. Jacke und Hose sind immerhin zu mindestens 50 Prozent aus dem Recycelten Material gefertigt. Weitere Produkte mit recycelten Fasern sollen im kommenden Jahr folgen.

Hersteller 98 Prozent Recyclingmaterial. Gill hat das Ölzeug mit dem derzeit höchsten Anteil wiederverwendeter Rohstoffe

Am weitesten in Sachen Recyclinanteil in Funktionskleidung geht Gill. Der britische Hersteller nutzt für das aktuelle OS2-Ölzeug der 5. Generation 98 Prozent Recyclingmaterial. Das OS2 ist ein Coastal-Ölzeug, das bei Kragen und Kapuze schon in Richtung OS1 geht und damit Offshore-Qualitäten mitbringt. Auch die Beschichtung auf dem Gewebe ist pflanzenbasiert. Zudem versucht Gill durch Optimierung der internen Abläufe Verpackungsmüll zu reduzieren.

Gunnar Struckmann, Country Sales Manager Deutschland und Österreich, sagt dazu: "Ölzeug aus Recyclingmaterial ist nachgefragt. Die wichtigste Prämisse ist, dass das Ölzeug funktioniert. Der Kunde will in erster Linie trocken bleiben und einen fairen Preis zahlen. Nachhaltige Materialien werden positiv wahrgenommen, stehen bei der Kaufentscheidung aber noch nicht an erster Stelle. Uns ist das Thema aber unfassbar wichtig, und wir wollen weitere Produkte aus Recyclingmaterial entwickeln. Allerdings immer unter der Voraussetzung, gut funktionierende Kleidungsstücke anzubieten."

Das Bemühen der Hersteller um nachhaltigere Rohstoffe für die Funktionsbekleidung ist sehr löblich. Insgesamt sind recycelte Kleidungsstücke auch beim Kunden akzeptiert, die Auswahl ist aber dennoch relativ klein. Die Onlineshops lassen sich auch noch nicht gezielt nach diesem Merkmal durchsuchen. Das wäre ein einfacher Schritt, um den Kunden die Suche nach nachhaltig produziertem Ölzeug leichter zu machen.


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Themen: NachhaltigNachhaltigkeitÖlzeugRecyclingRecyclingmaterial

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