Mets Amsterdam
Erste Ausrüstungsmesse seit zwei Jahren

Die Fachmesse Marine Equipment Trade Show hat erstmals seit Pandemiebeginn wieder stattgefunden. Wir zeigen die Neuheiten

  • Michael Rinck
 • Publiziert am 19.11.2021
Die Mets fand in etwas reduziertem Umfang zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wieder statt Die Mets fand in etwas reduziertem Umfang zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wieder statt Die Mets fand in etwas reduziertem Umfang zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wieder statt

METS 2017 Die Mets fand in etwas reduziertem Umfang zum ersten Mal seit Pandemiebeginn wieder statt

Auf der Mets in Amsterdam präsentieren die Unternehmen aus der Wassersportbranche die neue Ausrüstung für die kommende Saison. In dieser Woche fand sie von Dienstag bis Donnerstag erstmals seit Pandemiebeginn wieder statt; im Vorjahr musste die Messe Corona-bedingt ausfallen.

Dass die weltgrößte Ausrüstungsmesse stattfindet, war bis zuletzt fraglich, denn die niederländische Regierung hatte kurz vor ihrem Beginn wegen steigender Infektionszahlen eine Lockdown verkündet. Daraufhin stornierten einige Aussteller noch in letzter Minute ihren Messeauftritt. Das hatte in den Hallen diverse verwaiste Stände zur Folge. Der Firmenname war schon angebracht, hier und da standen Paletten mit Ausstellungmaterial unausgepackt auf der Standfläche, von Personal aber keine Spur. Teilweise waren Entschuldigungen an den Empfangstresen ausgehängt, die Botschaft: Aus Angst um die Gesundheit der Mitarbeiter und Besucher habe man sich gegen die Messepräsenz entschieden.

Dennoch wirkten die Hallen nicht leer, und trotz weniger Aussteller gab es einige Neuheiten zu sehen. Auch der Dame Award wurde verliehen. Für den Designpreis fanden sich allerdings nicht in allen Bereichen Sieger, und so blieben die beiden Kategorien Bekleidung sowie Marina- und Werftausrüstung und Bootsbaumaterialien unbesetzt.

Der Gewinner über alles ist das Assisted Docking von Volvo Penta. Das System vernetzt die Antriebe mit dem Dynamic Positioning System. So soll sich das Boot per Joystick einfach und präzise auch von ungeübten Skippern manövrieren lassen. Das Assisted Docking ist allerdings für große Motoryachten entwickelt worden und deshalb für Segler eher uninteressant.

Hersteller Per Druck auf den Schalter holt Joy die Leine durch

Spannender sind da die Kategoriegewinner. So bietet die Klampe Joy von Bonomi, Sieger im Bereich Decksausrüstung, eine elektrische Holefunktion. Wird der Festmacher um die Klampe gelegt, kann das Boot per Knopfdruck dichter an den Steg gezogen werden. So sollen Anlegemanöver auch mit schweren Yachten oder bei starkem Wind einfacher werden. Es gibt zwei Varianten mit 100 oder 300 Dekanewton Zugkraft. Joy ist sowohl für 12 wie 24 Volt erhältlich. Außerdem präsentierte Bonomi den Prototypen einer elektrisch im Deck versenkbaren Klampe.

Hersteller Den ResQLink gibt es in zwei Versionen mit und ohne Display

Bei der Sicherheitsausrüstung wurde der Notfallsender ResQLink von ACR gewürdigt. Der Sender ist sehr kompakt und hat zudem eine Notrufbestätigungsfunktion. So sollen in Seenot befindliche Personen sicher davon ausgehen können, dass ihr Notruf auch wirklich gesendet wurde. Der PLB (Personal Locator Beacon) ist allerdings nicht neu, er wurde auch bereits in YACHT 17/2019 vorgestellt.

Hersteller Das Windinstrument von Calypso ist extrem kompakt

Neben den Gewinnern gab es noch die Special Mentions. Spannend hier ist der neue Windgeber Ultrasonic Portable Mini von Calypso. Der Sensor misst nur 40 Millimeter im Durchmesser und kommt ohne bewegliche Teile aus. Windstärke und -richtung werden per Ultraschall gemessen und drahtlos auf Smartphone, Garmin-Uhr oder in ein NMEA-2000-Netzwerk übertragen.

YACHT/M. Rinck E-Motor, Akku und Steuerelektronik stecken in der Finne aus Aluminium

Der RemigoOne, ebenfalls eine "Special Mention", ist ein elektrischer Außenborder in Form einer Ruderanlage. Der Akku ist in die Finne integriert. Der 1000 Watt leistende Flautenschieber soll vergleichbar mit einem 3 PS starken Verbrenner sein.

Die meisten Unternehmen zeigten sich sehr zufrieden mit der Veranstaltung und den geknüpften Kontakten. Allerdings könnten der reduzierte Umfang und die kurzfristig ferngebliebenen Aussteller schon einen Vorgeschmack auf kommende Messen geben. Denn je nach Pandemielage am Messeort oder dem Sitz der ausstellenden Unternehmen können auch sehr kurzfristig Gäste oder Aussteller wegbleiben.

Mit Blick auf die boot Düsseldorf im Januar zeigten sich alle Gesprächspartner in Amsterdam sehr gespannt. Die Branche freut sich auf die erste große Besuchermesse. Restlos überzeugt, dass sie im bekannten Format stattfinden wird, ist indes niemand.

Alle Neuheiten der diesjährigen Mets stellen wir in YACHT 1/2022 vor.


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Themen: AusrüstungMets

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