Kochen an Bord
Bulli oder Boot: Vor dem Herd sind alle gleich

Der Koch und Autor Markus Sämmer über Segler als Camper und worauf es beim Kochen an Bord wirklich ankommt

  • Karolina Meyer-Schilf
 • Publiziert am 15.09.2020
Der Omnia-Ofen Der Omnia-Ofen Der Omnia-Ofen

YACHT/Morten Strauch Der Omnia-Ofen

Markus Sämmer, Autor der Kochbücher "The Great Outdoors", segelt selbst. Im Interview erzählt er, was Rezepte für die kleine Pantry auszeichnet.

Herr Sämmer, worauf kommt es beim Kochen an Bord an?

Auf möglichst einfache Re­zepte und dass die Zutaten dafür leicht zu bekommen sind. Es ist auch wichtig, im­mer zwei, drei Reservemahlzeiten einzuplanen, falls man die nächste Einkaufs­möglichkeit nicht schnell ge­nug erreicht.

Ihre Kochbücher sind für Touren mit dem Bulli gedacht. Warum funktionieren sie genauso gut an Bord?

Weil Fahrtensegler ja ir­gendwie auch Camper sind, nur eben auf dem Wasser. Die Rezepte sind einfach, die Zutaten nehmen nicht viel Platz in der Kühlbox weg, und man braucht nicht mehr als zwei Flammen. Und zum Einkaufen nimmt man ein­fach schnell das kleine Book­let mit, da steht alles drin.

YACHT/Morten Strauch Kochbuch The Great Outdoors

Welchen Tipp geben Sie für das Kochen an Bord?

Im Buch habe ich für den Bulli Packlisten gemacht. Die funktionieren – leicht modifiziert – genauso gut fürs Schiff. Auch für Charte­rer ist so eine Checkliste su­per. Es lohnt sich, vorher zu überlegen: Was nehme ich alles mit?

Haben Sie ein eigenes Boot?

Im Moment leider nicht, aber ich kann unsere Ver­einsboote am Ammersee nutzen. Da segele ich vom Laser bis zum 45er Nationa­len Kreuzer alles. Ein großer Traum von mir ist es, um die Welt zu segeln. Aber ich zie­he auch einfach mal den Neo an und segele ein paar Runden mit dem Laser.

Privat Der Koch und Autor mehrerer Kochbücher Markus Sämmer segelt selbst.

Und was empfehlen Sie dazu kulinarisch?

Ich bin ein großer Fan von Powerballs, entweder mit Feigen und Nüssen oder auch Aprikose und Kokos, die kann man super vor­bereiten und dann einfach im Zip­-Beutel mit auf die Jolle nehmen, als kleine Stär­kung zwischendurch. Und hinterher dann eine heiße Suppe zum Aufwärmen!

Sie sind schon viel herum­gekommen: Nach Jahren in der Münchener Spitzengastronomie haben Sie einen Roadtrip durch Australien unternommen und als Privatkoch auf einer Luxus­yacht gearbeitet.

Das war aber auf einer Motoryacht und natürlich komfortabler als auf einem Segelboot.

Gibt es dennoch Parallelen zwi­schen dem professionellen Ko­chen und dem Sommerurlaub auf dem Segelboot?

Ja, die Planung. Bei uns konnte der Eigner jederzeit kommen und sagen: Wir fahren jetzt für zwei Tage nach Formentera. Da konnte ich nicht antworten: Mo­ment, ich muss aber noch einkaufen. Also musste im Prinzip immer alles im Vor­aus geplant und eingekauft werden. Das empfiehlt sich auch an Bord einer kleinen Yacht – es kann immer etwas dazwischenkommen, warum man das eigentlich geplante Ziel nicht erreicht.

Besonders auf Langfahrten ...

Genau. Es sollte immer eine möglichst abwechslungs­reiche, frische Küche sein. Und gerade bei längeren Törns gibt es Passagen, in denen es wichtig ist, bei Kräf­ten zu bleiben. Da braucht’s nach der vierstündigen Wa­che einfach was Ordent­liches, Warmes zu essen.

Die Kochbücher von Markus Sämmer sind eigentlich für Hüt­tenwanderer und Bullifahrer gedacht. Die Rezepte funktionieren aber an Bord genauso gut – leicht zu beschaffende Zutaten, Gerichte, die sich schnell ko­chen lassen und toll schmecken. "The Great Outdoors" * und "The Great Outdoors Winter Cooking" *, je 35 Euro. 

Mehr Tipps für kleine Boote und praktische Helfer an Bord finden Sie hier.


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