Ijsselmeer & Co
Das Filetstück des Landes

Viel offenes Wasser für lange Schläge und doch den nächsten Hafen immer in greifbarer Nähe – IJsselmeer und Markermeer können beides

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 28.04.2011

M. Amme

Weite und Nähe zugleich, das ist das Geheimnis des IJsselmeeres. Weite, weil fast 2.000 Quadratkilometer Wasser immer wieder dazu verleiten, Logge und Uhr außer acht zu lassen und stattdessen mit einer frischen Brise in den Tag hineinzusegeln. Nur dem Geräusch des Windes und dem Gurgeln der Hecksee lauschend, hat man mitten im Land ein ziemlich großes Stück Freiheit vor dem Bug. Nähe, weil bei jedem Schlag hinaus immer auch ein dünnes Bändchen Ufer im Blick ist. Vorausgesetzt, das Wetter spielt mit.

Die Distanzen auf dem IJsselmeer verlangen dem Segler alles andere als Gewalttörns ab. Der Abstand von Küste zu Küste beträgt im Schnitt gerade mal zehn Seemeilen. Die längste Strecke, rund 30 Meilen, liegt zwischen Kornwerderzand, der Schleuse zum Watt im Nordosten, und Lelystad am östlichen Durchlass des Houtribdeiches, der das Revier in zwei Teile splittet, IJsselmeer im Norden und Markermeer im Süden. Das ist so ziemlich der längste Schlag, den Crews segeln können. Ruppig kann es hier aber dennoch werden, das im Schnitt nur etwa drei bis fünf Meter tiefe Gewässer wirft bei starkem Wind eine kurze, steile Welle auf, die berüchtigt ist.

Ijsselmeer

11 Bilder

Impressionen aus dem Ijsselmeer

Die rund 350 Kilometer Uferlinie sind gespickt mit Hafenstädten, die sich wie Perlen aneinander reihen, viele davon mit schönem historischem Stadtkern wie Hoorn oder Enkhuizen oder alten Fischerdörfern wie Marken oder Urk. Im Sommer herrscht hier viel Trubel und Verkehr, wer spät ausläuft und spät ankommt, muss mit vollen Becken und Päckchenliegen rechnen. Im Osten, an den Ufern Frieslands, liegen schöne alte Kleinstädte und Dörfer, wie Hindeloopen oder Stavoren. Kontrast dazu sind die modernen Städte vom Reißbrett der Landschaftplaner wie Lelystad.

An Land und in den vielen Häfen treffen Crews auf eine perfekte Infrastruktur: Zahllose Kneipen, Restaurants und Cafés, moderne und historische Innenstädte zum Shoppen. Wer Probleme mit dem Boot hat, ist bestens aufgehoben, nirgendwo in Europa dürfte die Dichte an nautischen Fachbetrieben dichter sein als hier.

Wird das Wetter auf dem IJsselmeer schlecht, lohnt der Abstecher in die friesischen Binnengewässer und Kanäle oder aber im Südosten in die Randmeere. Gooimeer, Eemeer, Veluwemeer und Ketelmeer bilden ein eigenes  kleines Revier, das gut geschützt ist. Hochburgen der Traditionsschiffe wie Spakenburg sind einen Stopp wert.

Wichtige Veranstaltungen

Medembliek Nautiek (28./29. Mai 2011)
Medemblik Nautiek bietet besondere Unterhaltung für Wassersportliebhaber. Ob man die Wettkämpfe aus der Nähe verfolgt, die Bootsshow besucht, selbst über Wasser läuft, sich ein Segelfahrrad schnappt oder sich einfach auf einer der Terrassen niederlässt, Medemblik Nautiek bietet die perfekte Kombination aus Trubel, Unterhaltung und Spitzensport.

Lemmer Ahoy (2. bis 4. Juni 2011)
Die Lemmer Ahoy-Woche ist die erste Segelregatta der Saison am Himmelfahrtswochenende.
www.zevenwolden.nl

Sailwolde 2011 (1. bis 3. Juli 2011)
Die nautische Veranstaltung in Zeewolde zeigt Plattbodenschiffe, alte Segelschiffe, klassische Motorboote und andere nostalgische Fahrzeuge.

Enkhuizer Klipperrace (8./9. Oktober 2011)
Ein Wettkampf für Klipper und verwandte Schiffstypen. Am ersten Tag findet das Drie Steden Race statt, bei dem die drei Städte Medemblik, Stavoren und Urk angelaufen werden.
www.klipperrace.nl

Revierinfos

Charter  Im Revier steht die größte Charterflotte Hollands zur Verfügung. In Workum, Stavoren, Lemmer, Lelystad, Monnikendam und anderen Orten gibt es Dutzende Anbieter. Der Sportbootführerschein ist in Holland selbst zwar keine Vorschrift, aber praktisch alle Flottenbetreiber verlangen ihn.

Wind & Wetter  Relativ konstantes Klima. Überwiegend westliche Winde, im nördlichen IJsselmeer etwas stärker, im Markermeer und in Friesland eher gemäßigt. Im Hochsommer oft längere Schwachwindperioden. Die mittlere Temperatur im Juli liegt bei 16 bis 18 Grad. Das IJsselmeer erwärmt sich infolge der geringen Wassertiefe rasch. Nebelbildung in der Vor- und Nachsaison. Wetterberichte hängen in allen Marinas aus.

Häfen & Ankerplätze  Das Marinanetz in Friesland und rund ums IJsselmeer ist perfekt ausgebaut. In den Ferienzeiten manchmal volle Häfen, doch Platz findet sich immer. In Friesland viele Möglichkeiten, an kleinen Stegen oder mit der Wanderjolle an ausgeschilderten Stellen direkt am Ufer festzumachen.


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