Rund England, Podcast Teil 20
Ausflüge in die Vergangenheit

Micha Hölzen und Laurenz Schlüter segeln in geschichtsträchtigem Revier. Auf den Orkneys treffen sie Archäologen und Wikinger-Fans. Ihre aktuelle Podcast-Folge

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 26.07.2019
Unterwegs zu den Orkney-Inseln Unterwegs zu den Orkney-Inseln Unterwegs zu den Orkney-Inseln

M. Hölzen Unterwegs zu den Orkney-Inseln

"In Schottland kann man die vier Jahreszeiten bekanntlich an einem Tag erleben. Auf den Orkneys erleben wir sie binnen einer Stunde", berichtet Micha Hölzen. Weiter schreibt er: "Im Winter ist die Insel an 15 von 30 Tagen sturmumtost, im Sommer 'nur' an zwei Tagen pro Monat. Das klingt doch gleich viel kuscheliger." Hinzu kommt der Strom. "Zwischen den Inseln schiebt die Tide mit bis zu fünf Knoten, und zwischen den Orkneys und dem schottischen Festland lauert der berüchtigte Pentland Firth mit Strömungen von bis zu 16 Knoten."

Das Segler-Duo findet während der Landgänge Zeit, tief in die Geschichte der Inseln einzutauchen. Hölzen: "Die Inselbewohner bemühen sich, ihr kulturelles Erbe zu bewahren. So waren bis in die sechziger Jahre Segelboote im Einsatz, um Waren zwischen den 24 bewohnten Eilanden zu transportieren. Dann kamen die Fähren. Die alten Yole-Boote verrotteten. Inzwischen aber schippert damit die Jugend durch den Hafen, um das Interesse an den schnittigen Wikingerbooten neu zu wecken."

Und weiter: "Das Meer zeigt sich mal sanft und glatt, mal wild und unbändig. Mitunter spielen sich wahre Naturschauspiele ab. Denn: Das Wasser ist hier mindestens so wechselhaft wie das Wetter."

Es folgen für die England-rund-Segler Ausflüge in die jüngere und in die weit zurückliegende Vergangenheit. Hölzen erzählt: "1919 versenkte sich in Scapa Flow, einer durch mehrere der Orkneyinseln gebildeten Lagune, die gesamte dort festgesetzte deutsche Kriegsmarine selbst, in der irrigen Annahme, am nächsten Tag würde der Versailler Vertrag von den deutschen Verhandlungsführern abgelehnt werden und damit wertvolles Kriegsmaterial sofort in britische Hände fallen. Die gesunkenen deutschen Schiffe sind inzwischen ein begehrter Rohstoff, denn als der Stahl für die Rümpfe gegossen wurde, waren die Atombomben von Hiroshima und Nagasaki noch nicht gefallen und der Stahl somit noch nicht mit strahlenden Nukliden verschmutzt. Will man heute hochsensible Strahlungsmesssonden bauen, ist man zwingend auf den vor 1945 hergestellten Stahl angewiesen."

Überall auf den Orkneys gäbe es zudem Stonehenge-ähnliche Kreisformationen, bestehend aus riesigen Felsblöcken. Außerdem fänden sich hier die besterhaltenen Steinzeitsiedlungen Europas. Nirgends sonst könne man so viel über das Neolithikum lernen wie im hohen Norden Schottlands.

In der neuen Podcast-Folge erzählen davon unter anderem der Archäologe Mike Copper, der auf Steinzeitgesellschaften spezialisiert ist, und der Yole-Segelbootbesitzer Maurice Davison, der das Erbe der Wikinger am Leben erhalten möchte.

M. Hölzen

Spuren der Vergangenheit – der 20. Teil des Bootschaft-Segel-Podcasts von Michael Hölzen. Einfach auf die Playtaste mit dem Pfeil klicken, und los geht’s. Oder die Audiodatei über das Auswahlmenü rechts im Player herunterladen, um sie später anhören zu können. Der nächste Teil folgt in der kommenden Woche.

Bootschaft Teil 20

Und hier geht es direkt auf die „Bootschaft"-Seite von Michael Hölzen mit der Möglichkeit, seinen Podcast dort oder direkt bei iTunes zu abonnieren .

Zum Hintergrund: 

Seit 15 Jahren ist der Berliner Micha Hölzen leidenschaftlicher Segler. Auf dem Wannsee fing alles an, die erste Kenterung, aber auch der erste Ausflug auf eigenem Bug mit gerade erworbenem Binnenschein – „unbezahlbar“, wie er sagt. Danach habe ihn das Segeln mit all seinen Facetten nie wieder losgelassen, Schritt für Schritt erweiterte er seinen Horizont.

M. Hölzen Podcast-Autor Michael Hölzen

In diesem Sommer möchte er mit seinem Freund Laurenz Schlüter einen ganz besonderen Törn segeln, von dem sie schon lange geträumt haben: rund England. Die beiden Männer sind Freiberufler und können sich für den Törn eine dreimonatige Auszeit nehmen.

Das Problem: Hölzen und Schlüter besitzen kein eigenes Boot. Und sie wollen auch keins. Chartern, leihen oder irgendwo mitsegeln kommt für sie aber auch nicht in Frage. Was also tun?

Kurzerhand fassen Hölzen und Schlüter einen Entschluss: Sie werden Bootseigner auf Zeit. Sprich, nur für die Dauer des Törns. Heißt konkret, kurz vor Beginn des Törns schaffen sie sich eine Yacht an, die sie unmittelbar danach sofort wieder verkaufen wollen.

Ob das funktioniert, ohne am Ende mit einem großen Loch im Geldbeutel dazustehen?

„Fast alle Segelfreunde haben mit dem Kopf geschüttelt, als sie von dem Plan hörten“, sagt Hölzen. Und auch diverse Bootshändler, bei denen er vorstellig wurde, winkten ab. Beirren lassen hat er sich davon nicht.

Inzwischen sind Hölzen und Schlüter Eigner einer gebrauchten First 30 von Beneteau. Schon in wenigen Wochen wollen sie zum großen Törn aufbrechen.

Als hauptberuflicher Radiojournalist berichtet Micha Hölzen regelmäßig über die Reise in einem eigenen von ihm produzierten Podcast namens „Bootschaft “.

Podcasts lassen sich prima auf dem Weg zur Arbeit, während der Fahrt zum Schiff oder abends beziehungsweise am Wochenende daheim auf dem Sofa hören. Oder auch an einem verregneten Hafentag in der Bootskajüte.


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