Rekordfahrt

Zweimal Kap Hoorn während eines Törns

Randall Reeves hat die Hälfte seines Nonstop-Abenteuers geschafft und die Antarktis umrundet. Zum zweiten Mal passierte er Kap Hoorn. Nun geht es rund Amerika

Pascal Schürmann am 21.03.2019
Randall Reeves am Kap Hoorn
figure8voyage.com

Randall Reeves zum zweiten Mal am Kap Hoorn

Die meisten Weltumsegler, die den Globus südlich der großen Kaps umrunden, sind schon heilfroh, wenn sie das berüchtigte Kap Hoorn einmal während ihres Törns unbeschadet passieren – erst recht, wenn sie einhand und nonstop unterwegs sind. Der US-Amerikaner Randall Reeves hat dies nun binnen 110 Tagen gleich zweimal geschafft. 

Reeves war Anfang Oktober an der Westküste der USA aufgebrochen, um eine sogenannte magische Acht zu segeln: erst rund um die Antarktis und danach rund um den gesamten amerikanischen Kontinent. Nun also kann er wieder auf Nordkurs gehen, vom Südatlantik in den Nordatlantik und weiter durch die Labradorsee in die Baffin Bay. 

Dort steht er dann am Beginn der nächsten richtig großen Herausforderung seiner selbstgewählten Aufgabe: die Fahrt durch die Nordwestpassage, um entlang der kanadischen Nordküste Kanadas nach Alaska und in den Pazifik zurück zu gelangen.

Figure8voyage Moli Randall Reeves 2017 PR_Lamber-F8-Route-BIG

Die geplante Reiseroute von Randall Reeves

Gibt das Eis dieses Jahr die Durchfahrt nicht frei, würde Reeves gesamtes Vorhaben scheitern. 2018 hatten es gerade einmal zwei Yachten, und die auch nur mit viel Glück, geschafft, die Nordwestpassage zu absolvieren. In den zwei, drei Jahren zuvor hingegen war die Durchfahrt verhältnismäßig unproblematisch gewesen. Es ist also noch völlig ungewiss, wie sich die Eislage in diesem Sommer entwickeln wird.

Unterwegs ist Reeves mit einer nicht ganz unbekannten Yacht: Es ist die 1989 bei Dübbel & Jesse gebaute 41-Fuß-Alu-Yacht, mit der Fotograf und Langfahrt-Abenteurer Clark Stede eine fast schon legendäre Reise absolviert hatte. Als erster Privateigner umrundete er mit dem Boot, das damals noch "Asma" hieß, 1991/92 gemeinsam mit Michelle Poncini sowohl Nord- als auch Südamerika.

Moli und Randall Reeves

Randall Reeves auf seiner "Moli"

Insbesondere die Durchquerung der Nordwestpassage, die seinerzeit keinesfalls schon jeden Sommer eisfrei war, geriet dabei zu einer enormen Herausforderung. Zwei Tage lang musste die "Asma" gar als Decksfracht an Bord eines Eisbrechers transportiert werden, um nicht im Packeis aufgerieben zu werden.

Auch Randall Reeves ist an seiner "magischen Acht" bereits ein Jahr zuvor gescheitert. Technische Probleme – seine Selbststeueranlage war kurz vor Kap Hoorn im Südpazifik gebrochen – zwangen ihn damals, einen Reparaturstopp in Ushuaia einzulegen.

Sein zweiter Versuch scheint nun unter einem besseren Stern zu stehen. Und einen Rekord hat er im Zweifel sogar schon aufgestellt. In seinem jüngsten Blog wirft er die Frage auf, ob überhaupt schon einmal jemand Kap Hoorn während einer Einhand- und Nonstop-Fahrt gleich zweimal passiert hat. 

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Pascal Schürmann am 21.03.2019

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