Havarien

Zwei Yachten werden Raub der Flammen

Vor Venezuela wird die Leiche eines österreichischen Skippers geborgen, vor dem Schönberger Strand erleidet ein Segler eine Rauchvergiftung

Pascal Schürmann am 07.10.2013
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Brandgefährlich (Symbolbild): eine Segelyacht in Flammen. Wer das Feuer nicht schnell unter Kontrolle bringt, dem bleibt meist nur, das Schiff zu verlassen

Vor der Küste Venezuelas haben Polizisten die verkohlten Überreste einer Person von Bord einer ausgebrannten Segelyacht geborgen. Fischer hatten zuvor das brennende Schiff auf See entdeckt, einem Löschboot gelang es schließlich, die Flammen einzudämmen.

 

Noch ist die Identität des Toten nicht geklärt, es spricht aber viel dafür, dass es sich um den Skipper der Yacht handelt. "Wir können bestätigen, dass die Segelyacht auf einen Welser gemeldet ist. Der Verdacht, dass es sich bei der Leiche um den Schiffseigner handelt, liegt nahe", wird Österreichs Außenministeriumssprecher Martin Weiss von österreichischen Medien zitiert.

 

Die Online-Ausgabe der venezolanischen Tageszeitung "El Tiempo" benennt den Österreicher Robert R. als Skipper, der sich mit seiner First 42 "Escape V" seit Mitte September in venezolanischen Gewässern aufgehalten habe.

 

Das Unglück hatte sich bereits vergangenen Mittwoch ereignet, über die Unglücksursache ist bislang nichts bekannt geworden. Hinweise auf einen Überfall gebe es nicht. "In den Berichten, die uns bisher vorliegen, steht kein Wort über Piraten", sagte Weiss.

 

Erst vor wenigen Wochen ist ein niederländischer Segler an der Küste der zu Venezuela gehörenden Isla Margarita an den Folgen einer Schussverletzung gestorben. Robert Sterenburg, 59, war mit seiner Frau seit rund drei Jahren auf Weltumsegelung, als ihre Yacht "Mary Eliza" am Ankerplatz von drei bewaffneten Personen überfallen wurde. 

 

Rettung in höchster Not

Deutlich mehr Glück im Unglück hatte dagegen ein deutscher Segler, der sich am Samstagabend in letzter Minute von seinem brennenden Schiff retten konnte. Der Motorsegler hatte aus gleichfalls bislang ungeklärter Ursache auf der Ostsee nordöstlich von Kiel vor dem Schönberger Strand Feuer gefangen.

DGZRS Berlin

Der Seenotkreuzer "Berlin" (Archivbild). Er kam am Wochenende dem havarierten Segler zu Hilfe

Der Mann rettete sich in sein Beiboot und alarmierte per Handy die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS). Die Seenotleitung Bremen schickte daraufhin den Seenotkreuzer "Berlin" aus  Laboe zum Unglücksort. Als er eintraf, hatte bereits die Besatzung eines in der Nähe befindlichen Angelbootes den unter Schock stehenden Mann aus seinem Beiboot aufgenommen.

An Bord des Seenotkreuzers wurde er medizinisch versorgt, bis die Retter ihn kurz nach 19 Uhr in Schönberger Strand an Notarzt und Rettungstransportwagen übergeben konnten. Der Mann wurde aufgrund einer Rauchvergiftung ins Krankenhaus auf die Intensivstation gebracht. Sein Motorsegler brannte vollständig aus. 

Pascal Schürmann am 07.10.2013

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