Seenot

Zwei Yachten auf der Nordsee havariert

Eine Yacht schlug nach Grundberührung im Seegatt von Langeoog leck, die andere vor der Halliig Südfall. Beide Male mussten die Seenotretter zur Hilfe eilen

Pascal Schürmann am 02.07.2018
Leckgeschlagener Motorsegeler
DGzRS - Die Seenotretter

Am vergangenen Freitagabend war ein 68-jähriger Skipper mit seinem Motorsegler im nordfriesischen Wattenmeer im Heverstrom auf der Lorenzplatte festgekommen. Dabei wurde offenbar ein etwa 60 mal 12 Zentimeter großes Leck im Bereich des Backbord-Kimmkiels in den Rumpf gerissen. Da der Skipper gegen das eindringende Wasser wohl nichts ausrichten konnte, funkte er "Mayday". Die DGzRS eilte dem Havaristen daraufhin zur Hilfe und alarmierte auch einen Rettungshubschrauber. Der barg den Skipper ab. Das Schiff fiel danach mit der einsetzenden Ebbe trocken, sodass die Seenotretter es mit einer Ballonboje markieren konnten. Wann und wie es geborgen wird, war zu diesem Zeitpunkt noch unklar.

Ebenfalls Glück im Unglück hatten bereits eineinhalb Tage zuvor, in den frühen Morgenstunden des vergangenen Donnerstags, zwei Segler, die im ostfriesischen Wattenmeer von Langeoog nach Cuxhaven unterwegs waren. Ihre neun Meter lange Yacht war im Seegatt Accumer Ee kurz vor Niedrigwasser so heftig auf Grund aufgesetzt, dass sie  leckschlug. Das eindringende Wasser legte rasch die Elektronik und auch den Motor lahm. 

Die Segler alarmierten daher ebenfalls die DGzRS, die rasch mit einer leistungsstarken Lenzpumpe zur Stelle war. Dadurch konnte ein Sinken der Yacht verhindert werden. Im Schlepp wurde der Havarist nach Bensersiel gebracht, wo das Boot gekrant wurde. 

Leckgeschlagene Yacht

Die nach Grundberührung leckgeschlagene Yacht im Seegatt Accumer Ee wird von einem Boot der Seenotretter in Schlepp genommen

Die Seenotretter weisen anlässslich der beiden Havarien darauf hin, dass die Seegatten auch unter erfahrenen Seglern als extrem anspruchsvoll gelten. Lage und Tiefe der Fahrwasser unterliegen wegen der Strömung und dem Einfluss der Tide starken Veränderungen. Eine exakte Navigation ist erforderlich, auch weil das Fahrwasser an gefährlichen Sandbänken vorbeiführt. Eine Strandung in diesen Bereichen ist extrem bedrohlich für Schiff und Besatzung.

Auch die markierten Fahrwasser sind nicht grundsätzlich bei jedem Wasserstand befahrbar. In den Seekarten sind diese Bereiche als "stark veränderlich" gekennzeichnet. Wassersportler sollten vor dem Anlaufen der Seegatten unbedingt aktuelle Informationen zur Lage einholen, heißt es in einer Erklärung der DGzRS.

Pascal Schürmann am 02.07.2018

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