Havarien
Zwei Boote brennen auf See ab

In der Hohwachter Bucht und auf der Ems sind Yachten in Flammen aufgegangen. Die Besatzungen konnten gerettet werden, die Schiffe nicht

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 11.06.2013

DGzRS Die „Berlin“ löscht den Havaristen

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger schildert den Vorfall auf der Ostsee so:

„Gestern gegen 13 Uhr hörte die Seenotküstenfunkstelle Bremen Rescue Radio der DGzRS auf dem internationalen Sprechfunknot- und Anrufkanal 16 den Notruf. Nachdem eine elfeinhalb Meter lange Segelyacht etwa zehn Seemeilen westlich des Flügger Leuchtturms in Brand geraten war, hatte der Skipper seine Rettungsinsel bestiegen. Offenbar mit einem Handfunkgerät machte er sich bemerkbar.

Eine zweite Yacht in der Nähe hörte den Notruf mit. Sie nahm den Schiffbrüchigen aus der Rettungsinsel zunächst auf. Weitere Menschen waren nicht an Bord des Havaristen.

DGzRS Ein Vorhang aus Wasser ergießt sich über das brennende Schiff

Die Seenotleitung alarmierte unverzüglich die Freiwilligen-Besatzung des Seenotrettungsbootes „Heiligenhafen“  der gleichnamigen Station und den Seenotkreuzer „Berlin“/Station Laboe. Ganz in der Nähe des Unglücksortes befand sich ein Schießgebiet-Sicherungsboot der Marine. Es traf als erstes beim Havaristen ein und begann mit der Brandbekämpfung.

Kurze Zeit später war die „Heiligenhafen“  der DGzRS vor Ort. Die freiwilligen Seenotretter nahmen den Skipper der havarierten Yacht an Bord. Ein Besatzungsmitglied, selbst ausgebildeter Rettungssanitäter, versorgte den 66-Jährigen. Die Seenotretter brachten den Mann nach Heiligenhafen und übergaben ihn an einen Rettungstransportwagen, der ihn zur weiteren Versorgung in ein Krankenhaus fuhr.

DGzRS Mit mobilen Löschmonitoren wird der Brand vom Vorschiff der „Berlin“ aus bekämpft

Unterdessen übernahm die „Berlin“  mittels ihrer leistungsstarken Feuerlöschanlage die Brandbekämpfung. Vor Ort waren ferner noch ein Zoll- und ein Wasserschutzpolizeiboot sowie ein Tonnenleger der Wasser- und Schifffahrtsverwaltung. Das Tochterboot „Steppke“ der „Berlin“  nahm die Segelyacht zunächst auf den Haken, musste die Schleppreise aber unterbrechen, weil der Brand an Bord wieder aufflammte. Der Versuch, das Schiff lenz zu halten, war vergeblich, danach war das Sinken der Yacht nicht mehr zu vermeiden.

Zur Unfallzeit herrschten in der Hohwachter Bucht schwache nordwestliche Winde um drei Beaufort und gute Sicht.“

Der zweite Fall: Havarie auf der Ems

Nahezu zeitgleich war aus bisher ebenfalls noch ungeklärter Ursache auf der Ems ein Feuer auf einem Sportboot ausgebrochen. Zu dem Zeitpunkt stand die zwölf Meter lange Yacht in der Nähe von Weener.

Der 66-jährige Schiffsführer und die ebenfalls an Bord befindliche 70-jährige Eignerin des Bootes blieben beim Brand unverletzt. An dem GFK-Boot entstand jedoch erheblicher Sachschaden, es ist vermutlich ein Totalverlust.

Das Feuer wurde zunächst mit bordeigenen Mitteln bekämpft und konnte schließlich am Emsufer durch die Feuerwehr Weener gelöscht werden. Anschließend wurde der Havarist in den Hafen Weener geschleppt.

Der vorige Fall: Feuer auf der Elbe

Erst im April hatte die YACHT von einem Schiffsbrand in Lauenburg berichtet. Hans-Joachim Sack, der Skipper, der dabei einen Großteil seiner Habe verlor, empfahl nach seinen Erfahrungen dringend die Installation von Rauchmeldern im Schiff.

H. Peterson Hans-Joachim Sack vor seiner ausgebrannten „Blue Jacky“

Der Rat scheint durch die aktuellen Ereignisse bestätigt. Durch einen Alarm wird die Crew zumindest frühzeitig aufmerksam, sodass Brandbekämpfungs- und Rettungsmaßnahmen eingeleitet werden können – womöglich genau die Minuten zeitiger, die über Wohl und Wehe entscheiden.


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Themen: BrandFeuerHavarieTeaser14_2013

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