Recht
Zum Download: Verträge für die Eignergemeinschaft

Wer eine Eignergemeinschaft gründet, sollte die Regeln rund um den gemeinsamen Bootsbesitz schriftlich fixieren. Hier finden Sie Musterverträge

  • Kristina Müller
 • Publiziert am 21.08.2019
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YACHT/B. Scheurer Zum Download: Verträge für die Eignergemeinschaft

Alle Fragen, die das gemeinsame Schiff betreffen, vor allem zu Betrieb, Nutzung und Instandhaltung, sollten schriftlich fixiert sein. Etwa: Wer darf das Boot wann und wie oft nutzen? Wie werden welche Kosten untereinander aufgeteilt? Wer kümmert sich um den Unterhalt? Was passiert, wenn jemand die Eignergemeinschaft verlassen möchte – oder stirbt? Oder auch: Inwieweit dürfen Dritte an Bord? Klare Regelungen sind nicht nur für den Streitfall wichtig, sondern auch für Verträge mit Dritten wie Werften oder Winterlagerbetreibern.

Zwei Rechtsformen bieten sich für die Vertragsgestaltung an: die Eignergemeinschaft (Miteigentumsgemeinschaft) und die Eignergesellschaft, bei der die Miteigner eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts (GbR) gründen. Bei der Gemeinschaft kann jeder grundsätzlich frei über seinen Anteil am Boot verfügen, ihn etwa verkaufen. Bei der Gesellschaft geht das nur mit Zustimmung der anderen Eigner – die damit enger aneinander gebunden sind.

Steht fest, dass gemeinsam ein Boot angeschafft werden soll, ist es sinnvoll, die Gemeinschaft oder Gesellschaft schon vor dem Bootskauf zu gründen und diese im Kaufvertrag dann auch als Käuferin einzutragen.

Hier geht es zum Muster eines Miteigentumsgemeinschaftsvertrags nach §§ 741 ff. BGB (klicken)

Gestaltungshinweise:

In den Eignergemeinschaftsvertrag können selbstverständlich weitere Miteigner aufgenommen werden. Da Eignergemeinschaften überwiegend aus zwei Mitgliedern gebildet werden, wurde der Mustervertrag beispielhaft auf zwei Anteilseigner ausgerichtet. Sofern die Miteigner erreichen wollen, dass jeder Anteilseigner über seinen Anteil am Schiff frei verfügen kann, könnte das Zustimmungserfordernis nach § 5 (1) Satz 4 und 5 gestrichen werden. Bei einer Mehrzahl von Eigentümern könnten außerdem die Verwaltungsaufgaben einem bestimmten Miteigner übertragen werden, um die Gemeinschaft handlungsfähiger zu machen. 

Die Möglichkeit einer Vercharterung des Schiffes ist als Gestaltungsvorschlag zu verstehen, der ggf. auch gestrichen werden kann. Es bleibt den Miteignern überlassen, den Vertrag individuell so auszugestalten, dass die konkreten Vorstellungen und Interessen weitmöglichst verwirklicht werden. Lediglich der Anspruch eines jeden Miteigners auf Aufhebung der Gemeinschaft im Fall des Vorliegens eines wichtigen Grundes darf nicht vertraglich ausgeschlossen werden.

Hier geht es zum Muster eines Eigentumsgesellschaftsvertrags nach §§ 705 ff. BGB (klicken) .

Im Fall des Erwerbs eines Gebrauchtbootes ist die Regelung nach § 1 entsprechend anzupassen. Gleiches gilt im Hinblick auf die Anzahl der Gesellschafter. Bei der Regelung nach § 5 (1) zur Geschäftsführung handelt es sich um einen Vorschlag. Die Geschäftsführung kann auch von den Gesellschaften gemeinschaftlich ausgeübt werden oder dauerhaft einem Gesellschafter übertragen werden. Der Vertragsentwurf stellt demnach ein Grundgerüst dar, das nach den individuellen Vorstellungen der Gesellschafter verändert bzw. ergänzt werden kann. 


Die Verträge sind dem Ratgeber "Recht an Bord" von Heyko A. Wychodil entnommen. Der juristische Ratgeber für Segler ist im Delius Klasing Verlag erschienen.


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Themen: BootskaufeignergemeinschaftEignergesellschaftVertrag

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