Werften
Zittern um Najads Zukunft geht weiter

Interesse an Übernahme des insolventen Yachtbauers besteht – bisher fehlt es aber noch an ausreichenden finanziellen Angeboten

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 08.04.2013

YACHT/N. Krauss Bild aus besseren Tagen: Najad/Nordwest-Werft in Vindön

In den nächsten Wochen entscheidet sich das Schicksal von Najad. Die traditionsreiche schwedische Werft braucht dringend einen kapitalstarken und wetterfesten Investor. Obwohl es mehrere Offerten für die Übernahme des zahlungsunfähigen und überschuldeten Betriebs in Vindön auf der Insel Orust gibt, reichen sie bei weitem nicht aus.

"Die bisher vorliegenden Angebote sind zu niedrig. Viel zu niedrig!", sagte Insolvenzverwalter Fredrik Tengström gegenüber YACHT online. Und betonte mit Blick auf die modernen Anlagen und den guten Ruf der Marke: "Ich werde die Werft sicher nicht verramschen."

Vinge Insolvenzverwalter Fredrik Tengström

Nach YACHT-Informationen gibt es auch Interesse von einem deutschen Branchenkenner, der jedoch noch kein Gebot abgegeben hat. Fredrik Tengström mochte sich dazu nicht äußern. Er bestätigte lediglich, dass sich eine Reihe von potenziellen Investoren aus dem Ausland gemeldet hätte. Aber nicht alle wollen offenbar den Betrieb übernehmen. Manche sind lediglich an den Formen oder an den Markenrechten interessiert. 

Eine Zerschlagung und Teilvermarktung kommt für den Insolvenzverwalter derzeit aber nicht in Frage. "Im Idealfall möchte ich das ganze Paket verkaufen", so Tengström. "Die Werft ist auf dem neuesten Stand, die Qualität der Produktion über jeden Zweifel erhaben. Das möchte ich nach Möglichkeit erhalten; wenn nötig, werde ich jedoch auch eine Veräußerung in Teilen in Betracht ziehen."

Selbst eine Weiterführung des Tagesgeschäfts durch den bisherigen Eigentümer Benny Martinsson sei denkbar. "Benny will Boote bauen. Dafür lebt er, das kann er. Ein Investor könnte mit seiner Hilfe aus dem Stand weiter produzieren."

Der finanzielle Zusammenbruch ist laut Tengström eine Folge fehlender Eigenmittel des Gesellschafters. Trotz ermutigender Verkaufszahlen habe Najad Nordwest im Februar keine Ausweitung der Kreditlinien erwirken können. Dadurch konnte die Werft Kaufinteressenten keine Bankgarantien geben. "Benny Martinsson hatte noch versucht, Partner zu finden, und er war auf einem guten Weg, aber am Ende fehlte einfach die Zeit", so Fredrik Tengström über die Ursache für die Insolvenz.


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