DGzRS
Zahl der Seenotfälle rückläufig

Zwischenbilanz über Rettungseinsätze / Spendenbereitschaft sinkt / Tim Mälzer ab 2010 neuer Botschafter der Retter

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 04.11.2009

DGzRS Immer einsatzbereit: 61 Seenotrettungsboote und Seenotkreuzer tun Dienst auf Nord- und Ostsee

Bei 1966 Einsätzen sind in den zurückliegenden zehn Monaten 790 Menschen aus Seenot gerettet oder aus drohender Gefahr befreit worden. Das gab gestern die DGzRS in ihrer Herbstbilanz bekannt. Das sind 201 Menschen weniger als 2008. 720 davon waren Wassersportler.

Nach den Beobachtungen der Seenotretter hat sich in den vergangenen Jahren der Ablauf der Jahreszeiten um ein Quartal voraus verschoben. April, Mai und Juni brächten längere, sommerliche Schönwetterperioden mit sich, während der Sommer bis in den September hinein mit eher herbstlichem Charakter wahrgenommen wurde. Kräftige und kurze Starkwind- und Sturmperioden wurden häufiger registriert. Das führte in der Mehrzahl zu einem geringfügig erhöhten Einsatzaufkommen gerade für die Freizeitschifffahrt. Insgesamt wurden 27 Einsätze mehr gefahren.

In zahlreichen Fällen konnten die Seenotretter darüber hinaus frühzeitig eingreifen und Schäden im Vorfeld begrenzen.

In Nord- und Ostsee wurden zwischen dem 1. Januar und dem 31. Oktober 2009:

— 93 Menschen aus Seenot gerettet und
— 697 Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit,
— 408 Erkrankte oder verletzte Menschen von Seeschiffen, Inseln oder Halligen zum Festland transportiert,
— 76 Schiffe und Boote vor dem Totalverlust bewahrt,
— 896 Hilfeleistungen für Wasserfahrzeuge aller Art erbracht sowie
— 354 Einsatzanläufe und Sicherungsfahrten absolviert.

Allein für den Wassersport wurden 1197 (2008:1177) Einsätze gefahren. Dabei wurden
— 82 (124) Menschen aus Seenot gerettet und
— 638 (902)Personen aus drohenden Gefahrensituationen befreit.

Die häufigsten Einsatzursachen im Bereich Nord- und Ostsee für den Wassersport:

— 398 Grundberührungen
— 346 Antriebs-/Motorprobleme
— 80 Kenterungen
— 30 Mastbrüche
— 34 Ruderschäden
— 35 Wassereinbrüche

Bergung und Hilfeleistung sowie Kranken- und Verletztentransporte sowie Einsatzanläufe ausschließlich für Segelfahrzeuge (Jolle/Boot/Yacht): 695.

Spender zurückhaltend

Nach einem eher zögerlichen Verlauf bei den Sammlungserlösen in den ersten zehn Monaten des Jahres 2009 blickt die DGzRS mit Sorge auf die Entwicklung bei den Spendeneinnahmen. Große Hoffnung wird in die letzten beiden Monate des Jahres gelegt.

In den kommenden Wochen wird sich das Seenotrettungswerk daher wieder an die Öffentlichkeit wenden, über seine Arbeit informieren und die Menschen im ganzen Land um Unterstützung bitten.

Das Spendensiegel vom Deutschen Zentralinstitut für Soziale Fragen (DZI) in Berlin ist der DGzRS für das Jahr 2009 verliehen worden. Zum wiederholten Male findet die Arbeit auf See und an Land damit Anerkennung. Der sinnvolle Einsatz der Spenden für einen modernen Rettungsdienst und für die professionelle Schulung des Personals ist gewährleistet.

Neuer Seenotkreuzer SK 32 in Planung für 2012

DGzRS DGzRS-"Bootschafterin" Bettina Tietjen und DGzRS-Vorsitzer Michael Grobien präsentieren eine Ideenskizze des Seenotkreuzer-Neubaus

Der 1975 gebaute 44-Meter-Seenotkreuzer "John T. Essberger" wird voraussichtlich im Frühjahr 2012 nach dann 37-jähriger Einsatzzeit von einem Neubau abgelöst. Den Auftrag zum Bau des ca. 36 Meter langen Schiffes erteilte die DGzRS im Oktober der Werft Fr. Fassmer in Berne/Motzen. Derzeit befindet sich das Projekt in der Planungsphase. Die Kiellegung wird voraussichtlich Ende 2010 erfolgen.

Derzeit werden 61 Seenotrettungsboote und Seenotkreuzer in Nord- und Ostsee, zwischen Borkum und Ueckermünde eingesetzt. 185 fest angestellte und rund 800 ehrenamtlich tätige Seenotretter sind auf 54 Stationen auf den Inseln und entlang der Küsten ständig einsatzbereit.

Tim Mälzer folgt auf „Bootschafterin“ Bettina Tietjen

Die beliebte TV-Moderatorin und DGzRS- „Bootschafterin“ Bettina Tietjen hat unter anderem im Herbst 2009 die Dreharbeiten für einen neuen DGzRS-Informationsfilm abgeschlossen. Sie führt darin durch den Arbeitsalltag der Seenotretter.

Tietjen: „Die Menschen draußen im Land müssen immer wieder auf die Notwendigkeit eines modernen und reibungslos funktionierenden Seenotrettungsdienstes hingewiesen und um Förderung der DGzRS durch nachhaltige Spenden gebeten werden. Ich wünsche mir, dass sich immer mehr Menschen für die Seenotretter engagieren.“

Im Januar 2010 wird TV-Koch Tim Mälzer sein Ehrenamt als „Bootschafter“ für die DGzRS antreten.


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Themen: DGzRSMälzerSeenottitjen

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