Rekordversuch

Zähe erste Woche für "Fipofix"

Die Biskaya wollte Sedlacek und das 16 Fuß lange Vulkanfaserboot nicht loslassen. Jetzt sind Kap Finisterre und der offene Atlantik erreicht

Johannes Erdmann am 24.01.2014
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"Fipofix" bei Probefahrten vor der französischen Küste

Flaute, Starkwind, Gegenstrom – die erste Woche an Bord des Vulkanfaser-Mikrokreuzers "Fipofix" war für den 32-jährigen Harald Sedlacek beschwerlich. Das Wetter schien sich gegen ihn und sein nur 4,90 Meter langes Gefährt verschworen zu haben. Nach dem Neustart des Abenteuers in Gijón (Spanien) am 16. Januar hatte sich der Österreicher in Kreuzkursen nach Westen bewegt, konnte jedoch nur knapp über 200 Seemeilen aufs Ziel gutmachen.

Neben den wechselhaften Wetterverhältnissen liegt der geringe Fortschritt aber auch an erneuten Problemen mit der Bordelektrik, wegen denen Sedlacek gezwungen ist, von Hand zu steuern. "Dies bedeutet praktisch ungeschützt im Cockpit Wind und See ausgesetzt zu sein. Seit etwa 50 Stunden trage ich deshalb meinen Überlebensanzug, der mich einigermaßen warm hält", schreibt er in seinem Blog auf www.open16.com. Die einzige Möglichkeit zu schlafen bestünde darin, für einige Stunden beizudrehen.

Während am 21. Januar noch starker Gegenwind der Stärke 8 bis 9 den Fortschritt zusätzlich verzögerte, dümpelt Sedlacek mittlerweile vor der Küste Portugals von einem Flautenloch ins nächste, während die Dünung nur langsam abnimmt. "In den Flautenlöchern komme ich mir manchmal vor wie ein kleiner, gestrandeter Wal, an dem die 'Biggis' vorbeiziehen." Seine Laune beschreibt er mit "sieben von zehn Punkten".

Doch nun scheint die erste Bewährungsprobe bestanden zu sein – "Fipofix" nimmt Kurs Südsüdwest in Richtung der Kanarischen Inseln. "Ich bin unbeschreiblich erleichtert, die Biskaya geschafft zu haben", schreibt Sedlacek weiter, "trotz der neuerlichen Probleme mit der Bordelektronik. Durch das schlechte Wetter ist beim Öffnen der Einstiegsluke natürlich auch Salzwasser ins Innere des Schiffs gelangt."

Die Reise kann auf Facebook, dem Tracker und der Website www.open16.com verfolgt werden.

Noch bis zum Samstag berichtet Harald Sedlaceks Vater, der Extremsegler Norbert Sedlacek, zudem täglich auf der boot in Düsseldorf über den Bau des Schiffs und die Reisefortschritte seines Sohns. Der Vortrag findet am YACHT-Stand in Halle 16 statt und beginnt jeweils um 13 Uhr.

Norbert Sedlacek am YACHT-Stand

Norbert Sedlacek am YACHT-Stand

Johannes Erdmann am 24.01.2014

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