Piraterie
Yachten in der Westkaribik auf offener See brutal überfallen

Zwei Crews sind vor den Küsten Nicaraguas und Honduras Opfer von Piraten geworden. Während die Segler jeweils unversehrt blieben, wurden ihre Schiffe ausgeraubt

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 23.01.2017
Yachten in der Westkaribik auf offener See brutal überfallen Yachten in der Westkaribik auf offener See brutal überfallen Yachten in der Westkaribik auf offener See brutal überfallen

Janßen, Uwe Yachten in der Westkaribik auf offener See brutal überfallen

Ein unter französischer Flagge segelnder Fahrtenkatamaran ist am vergangenen Donnerstag 70 Seemeilen östlich der Küste Nicaraguas von bewaffneten Männern überfallen und ausgeraubt worden. Die Crew befand sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Weg von Providencia, einer rund 130 Seemeilen vor der Küste liegenden Insel, nach Guatemala. Das berichtet das  Caribbean Safety and Security Net (CSSN) .

Der Überfall geschah, obwohl die Crew vorsichtshalber das bordeigene AIS-Signal abgeschaltet hatte. Zunächst habe sich am frühen Morgen ein mit mehreren Männern besetztes offenes Fischerboot genähert, die die Segler lediglich um Wasser und Lebensmittel gebeten hätten. Eine halbe Stunde später dann sei das Boot erneut zum Katamaran zurückgekehrt, diesmal seien den Männern auf deren Drängen hin Zigaretten ausgehändigt worden.

Plötzlich seien zwei weitere mit starken Außenbordern ausgestattete Fischerboote aufgetaucht. Deren Crews hätten laut des CSSN-Berichts den Katamaran erst gerammt und ihn dann geentert. Die Crew sei mit Messern und Eisenstangen bedroht worden. Die Piraten entwendeten Computer, Smartphones und weitere elektronische Geräte, außerdem Bargeld, Alkohol und Kleidung. Nach rund einer Stunde verließen sie das Schiff wieder.

YACHT/Google Earth Ungefähre Poistionen der vor Honduras ausgeraubten Yachten zum jeweiligen Zeitpunkt des Überfalls

Damit nicht genug, kehrte eines der Boote eine Stunde später erneut zum Katamaran zurück. Nun hatten es die Räuber auf das Dingi samt Außenborder abgesehen. Erst als sie über UKW-Funk mithörten, dass sich ein zwischenzeitlich von den Seglern zu Hilfe gerufener Frachter näherte, ließen sie von ihrem Vorhaben ab und ergriffendie Flucht.

Die unversehrt gebliebene Crew konnte ihren Weg daraufhin ohne weitere Unterstützung fortsetzen und lief eine Hafenstadt im nahegelgenen Honduras an, wo sie Anzeige erstattete.

Kein Einzelfall – Piratenangriff auch auf eine US-YACHT

Ähnliches war bereits fünf Tage zuvor einem Seglerpärchen auf einer US-amerikanischen Yacht passiert. Sie hatten sich auf dem Weg von Puerto Cortes an Honduras Nordwestküste zu den vorgelagerten Islas de la Bahia befunden. Rund fünf Seemeilen vom Festland entfernt, so ein weiterer aktueller CSSN-Bericht , seien sie von acht mit Schusswaffen ausgerüsteten Männern, die sich ebenfalls in einem Fischerboot der Yacht genähert hatten, überfallen worden.

Auch in diesem Fall hatten die Räuber alles an sich gerissen, dessen sie habhaft werden konnten: Elektronik, Geld, Pässe, Alkohol, die Tauchausrüstung und das Dingi samt Außenborder. Der Skipper gab später zu Protokoll, dass wohl nur sein sofortiges Einlenken und das Eingehen auf die Forderungen der Piraten dazu beigetragen habe, dass seine Mitseglerin und er unversehrt geblieben seien.

Mithilfe eines Handfunkgerätes – alle übrige Navigationselektronik hatten die Räuber entwendet – konnte der Skipper einen Notruf absetzen, der von einem Aufklärungsflugzeug der US Navy empfangen wurde. Das Flugzeug "eskortierte" daraufhin die Yacht aus der Luft sicher bis in deren Zielhafen.


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