Corona-Krise

Wo darf jetzt gesegelt werden? Und wo nicht?

Schleswig-Holstein hat die Häfen geöffnet, auch für Auswärtige. In vielen anderen Bundesländern stehen Segler jedoch weiter vor gesperrten Stegen. Ein Überblick

Pascal Schürmann am 04.05.2020
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YACHT/N. Krauss

Segeln auf der Flensburger Förde, das ist jetzt wieder möglich, sogar von Hafen zu Hafen. Andernorts in Deutschland haben Segler hingegen noch das Nachsehen

Nachdem das nördlichste Bundesland überraschend den ersten größeren Schritt hin zu deutlichen Lockerungen gemacht hat, sind nun die anderen Länder am Zug. Denn abgesehen von wenigen Ausnahmen gelten allerorten noch teils massive Beschränkungen. Die aktuelle Lage für Segler in Deutschland, wie sie sich am heutigen Montag darstellt:

Schleswig-Holstein:

Die Häfen sind offen, einheimische und auswärtige Eigner dürfen auf ihre Boote und von Hafen zu Hafen an Schleswig-Holsteins Küste segeln. Fehmarn: Die Häfen sind dort nur für Insulaner offen.

Niedersachsen, Bremen/Bremerhaven:

Die Häfen an der Küste sind offen, einheimische und auswärtige Eigner dürfen auf ihre Boote und segeln, aber nicht von Hafen zu Hafen. Darüber hinaus sind die Inselhäfen noch gesperrt. Im Binnenbereich und auch in einzelnen Kreisen an der Küste gelten teils abweichende, regionale Regelungen.

Mecklenburg-Vorpommern:

Die Häfen sind offen, einheimische Eigner dürfen auf ihre Boote und segeln, aber nicht von Hafen zu Hafen. Im Binnenbereich gelten teils regionale Regelungen.

Berlin, Brandenburg, Rheinland-Pfalz, Hessen, Nordrhein-Westfalen, Sachsen, Sachsen-Anhalt, Thüringen:

Die Häfen, so die Stege bereits vor Ausbruch der Pandemie ausgebracht werden konnten, dürfen genutzt werden. Einheimische und auswärtige Eigner dürfen in solchen Anlagen somit auf ihre Boote und segeln, aber oftmals nicht von Hafen zu Hafen. Für einzelne Gewässer können zudem abweichende, lokale Regelungen gelten.

Alle übrigen Bundesländer, inklusive Hamburg, Bayern und Baden-Württemberg:

Die Häfen sind zumeist weiterhin gesperrt, regionale Ausnahmen sind für einzelne Binnengewässer möglich. Damit ist Segeln dort meist nur jenen Eignern möglich, die ihr Boot an einem eigenen Steg oder an einer eigenen Boje liegen haben beziehungsweise die beispielsweise ihre Jolle an einer Stelle außerhalb eines Hafens zu Wasser bringen können.

Die Segelschulen und Charterstationen sind bundesweit weiterhin geschlossen.

Änderungen an dieser Auflistung könnten sich am Mittwoch ergeben, wenn die Bundeskanzlerin mit den Kultus- und auch den Sportministern der Länder über weitere Lockerungen spricht. Dann sollen "sehr klare Entscheidungen" für den Sport fallen, hat Merkel angekündigt. Inwiefern die dann auch das Segeln betreffen, bleibt abzuwarten.

Hinter den Kulissen versuchen derweil Segler- und Branchenverbände sowie auch einzelne Vereine und Firmen und auch einzelne betroffene Bootseigner, gegen die Sperrungen, wo sie noch bestehen, mittels Klagen, Petitionen, Brandbriefen und Appellen vorzugehen.
 

Pascal Schürmann am 04.05.2020

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