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Witwen verklagen Regatta-Veranstalter

Fast vier Jahre nach der Sydney-Hobart-Katastrophe Wirbel um Schuldfrage

  • Andreas Fritsch
 • Publiziert am 27.02.2002

R. Bennett Yacht im Sturm 1998

Das Sydney-Hobart-Rennen von 1998 ging als eine der größten Tragödien in die Geschichte des Yachtsports ein. Das Regattafeld mit 112 Schiffen geriet kurz nach dem Start in einen Jahrhundert-Orkan.

Windgeschwindigkeiten von über 150 Stundenkilometern: In kürzester Zeit gerieten mehr als 60 Yachten in Seenot, kenterten durch oder wurden entmastet. Es lief die größte Luft-Rettungsaktion der australischen Geschichte an, mehr als 40 Segler wurden von ihren havarierten oder sinkenden Yachten gerettet, sechs Männer starben.
Vier der Witwen dieser Segler und ein Crewmitglied, das das Desaster mit schweren Verletzungen überlebte, verklagen nun den Veranstalter, den Yacht Club of Australia, und den australischen Wetterdienst.
Grund für die Klage dürfte der Bericht des amtlichen Coroners John Abernathy sein, der im vergangenen Jahr nach langer Untersuchung veröffentlicht wurde. Darin macht Abernathy dem Veranstalter schwere Vorwürfe: Technisch sei die Regattaleitung nicht genügend ausgerüstet gewesen, um alle Yachten rechtzeitig von dem heranziehenden Sturm zu warnen. Abgesehen davon sei offenbar zwischen der Herausgabe der Wetterwarnung der Meteorologen und der Weitergabe an die Regatta-Teilnehmer unnötig viel Zeit vergangen, da die schriftliche Warnung im Regattabüro liegen blieb. Darüber hinaus soll die Wettfahrtleitung eines der Schiffe, die „Buisiness Post Najad”, für das Rennen zugelassen haben, obwohl es nicht die geforderten Stabilitätsanforderungen erfüllt habe.
Im Zuge der Kritik des Coroners wurden die Wettfahrtregeln für den berüchtigten Hochsee-Klassiker deutlich verschärft. An die Ausbildung der Mitsegler, Sicherheitskriterien der Schiffe und Art der Wetterinformationen werden seit Jahren wesentlich höhere Ansprüche gestellt.


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Themen: KlageRechtSydney Hobart RaceWitwen

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