Bavaria-Yachtbau

Wirbel um Personalabbau bei Bavaria

Eine Meldung des Bayerischen Rundfunks, wonach die Werft Leute entlassen und Kurzarbeit beantragt habe, ist laut Bavaria-Pressesprecher teils falsch

Pascal Schürmann am 07.05.2019
Bavaria Werftgelände 2011
YACHT/M. Amme

Eine gestern Abend vom Bayerischen Rundfunk (BR) verbreitete Nachricht hat wohl nicht nur die Bavaria-Geschäftsführung aufgeschreckt, sondern auch die Angestellten der Großserienwerft. Diese habe, so der BR, 29 der 550 Beschäftigten betriebsbedingt gekündigt und zudem für die Zeit von Juni bis Oktober Kurzarbeit beantragt. Dabei beruft sich der Sender auf Informationen des Betriebsrats der Werft sowie der IG Metall.

Die Werftleitung dementiert die Meldung heute. Bavaria-Pressesprecher Marcus Schlichting betont gegenüber der YACHT, dass bislang keine Kurzarbeit beantragt worden sei. 

„Richtig ist vielmehr“, so Schlichting, „dass die Werftleitung derzeit mit dem Betriebsrat über ein neues, flexibles  Arbeitszeitmodell verhandelt.“ Dies sei erforderlich geworden, da man nicht mehr wie früher auf bis zu 100 Leiharbeiter zurückgreife, sondern stattdessen mit einer größeren festen Stammbelegschaft produzieren wolle. Da die Auftragslage aber nach wie vor saisonalen Schwankungen unterliege – im Winterhalbjahr ist die Werft naturgemäß stärker ausgelastet als im Sommerhalbjahr –, habe man entsprechend insbesondere in der Produktion einen schwankenden Bedarf an Arbeitskräften. 

Trotz Insolvenzantrag – Bavaria-Produktion läuft wieder

Blick in die Bavaria-Produktion

Darauf wolle man nun mit einem flexiblen Arbeitszeitmodell reagieren, gegen das sich der Betriebsrat aber offenbar sträube. Bavaria-CEO Michael Müller erklärt dazu:

„Wir befinden uns mitten in der Neuaufstellung von Bavaria. Wir verändern und verbessern das Unternehmen in vielen Bereichen, unter anderem, um eine flexiblere Produktion zu erreichen. Ziel ist es, nach dem Prinzip einer atmenden Fabrik zu arbeiten.“ Und weiter: „Über die inhaltliche Ausgestaltung sprechen wir zurzeit mit dem Betriebsrat.“

Erst wenn der Betriebsrat einem neuen Arbeitszeitmodell defintiv nicht zustimmen sollte, müsste die Werft die Kurzarbeitoption prüfen, so Schlichting.

In Bezug auf die in der BR-Meldung erwähnten Entlassungen korrigiert der Pressesprecher ebenfalls: „Es sind nicht 29, sondern im Zuge einer Produktionsoptimierung 24 Mitarbeiter entlassen worden.“ Dies sei jedoch nicht als Beleg einer Krise anzusehen. „Im Gegenteil stellen wir in anderen Unternehmensbereichen gegenwärtig sogar neue Leute ein“, berichtet Schlichting.

Zutreffend seien die im BR-Bericht genannten Produktionszahlen von in diesem Geschäftsjahr (November 2018 bis 31. Juli 2019) 350 Motorbooten und Segelyachten und im nächsten Geschäftsjahr (1. August 2019 bis 31. Juli 2020) geplanten 450 Booten.

Pascal Schürmann am 07.05.2019

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