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„Wir sind als Messe gefordert!“

Neun Tage stand die Messe- und Zeppelinstadt ganz im Zeichen der Interboot und des Wassersports. 92.500 Besucher bedeuten allerdings auch 4500 weniger als im Vorjahr

  • Michael Good
 • Publiziert am 05.10.2006

Insgesamt 542 Aussteller aus 25 Ländern waren vom 23. September bis 1. Oktober 2006 in Friedrichshafen und zeigten ihre Neuheiten für die kommende Wassersportsaison. „Nach dem vielversprechenden ersten Wochenende war der nachlassende Besucherzuspruch sicher nicht zu erwarten. Ich hätte mir zu meinem Abschied sowohl für unsere Aussteller als auch für unser Messeteam ein besseres Besucherergebnis gewünscht“, zog der zurücktretende Messegeschäftsführer Rolf Mohne nach neun Tagen Interboot sein Fazit.

„Das sonnige und warme Spätsommerwetter während der Messewoche hat zweifellos seinen Teil zum enttäuschenden Besucherergebnis beigetragen“, resümiert Sprecher Wolfgang Köhle auf Anfrage. Viele Wassersportler hätten einen vielleicht letzten Herbsttörn dem Messebesuch vorgezogen. Allerdings mag die Messeleitung auch nicht nur dem Wetter die Schuld zuschieben. Die Verantwortlichen versuchen derzeit, die Zahlen zu analysieren. „Wir sind jetzt als Messe gefordert“, so Köhle weiter. „Wir werden uns Gedanken machen müssen, wie wir die Zielgruppen Wassersportler und Wassersport-Interessierte wieder mehr für die Interboot begeistern können."

Die Stimmung unter den Ausstellern sei unterschiedlich zu beurteilen. Gemäß Abschlussbericht der Messeleitung sind die großen Werften aus der Branche mit dem Geschäftsverlauf größtenteils zufrieden. Im Zubehör- und Ausrüstungssektor sei nach Angaben der Unternehmen gut verkauft worden. Dennoch machte sich auf der Interboot das ungünstige Konsumklima und die allgemeine Kaufzurückhaltung deutlich bemerkbar, dies offenbar auch trotz der angekündigten Erhöhung der deutschen Mehrwertsteuer zum 1. Januar 2007. Viele der Aussteller stellten überdies gegenüber der YACHT die Anzahl der Bootsmessen in Deutschland in Frage – dies insbesondere angesichts der zurückgehenden Besucherzahlen. Drei Messetermine (Friedrichshafen, Hamburg, Düsseldorf) seien innerhalb des Winterhalbjahrs einfach zu viel.

Die „Qualität“ des Messepublikums dagegen beurteilten die Aussteller mehrheitlich als sehr gut. Dies bestätigte auch eine Umfrage der Messeleitung: 84 Prozent der Befragten sind am Wassersport stark interessiert und größtenteils aktive Wassersportler. Immerhin 82 Prozent der befragten Besucher sind selbst Wassersportler am Mittelmeer und am Bodensee oder auf den Binnenseen in Süddeutschland, in der Schweiz und in Österreich.


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Themen: EndeEventsInterbootMesse

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