Refit-Blog, Woche 102

Winterlager in Wilhelmshaven – die letzte Reise der Dehlya

Unsere Refit-Kandidatin hat für dieses Jahr ihre vorerst letzte Ruhestätte erreicht. Wobei: Ruhig wird es bei Jade Yachting für sie ganz bestimmt nicht

Jochen Rieker am 30.10.2018
In besten Händen: Die Dehlya bei Jade Yachting
YACHT/J. Rieker

Die Stege leer, die Hallen voll – so sieht es derzeit überall an der Küste und an den Binnenrevieren aus. Kaum noch Boote im Wasser. Da wollten wir auch unsere Dehlya gut unterbringen. Deshalb musste sie vergangene Woche noch mal auf Achse. Von der Hamburger Boat Show, wo sie jede Menge Besucher und wohlwollende Kommentare empfangen hatten, ging es erst mal zum Ingenieurbüro Sophocleous nach Eidelstedt.

In besten Händen: Die Dehlya bei Jade Yachting

Zwischenstopp TÜV-Prüfung

Wie wir erschreckt feststellen mussten, war nämlich wegen unserer – nun ja, zugegeben – etwas aus dem Ruder gelaufenen Umbauzeit der TÜV unseres Van-Claes-Trailers fällig. Der mittlerweile fast zwei Jahre währende Refit und die dabei reichlich gefahrenen Straßenkilometer hatten dem Edelstahlhänger allerdings nicht zugesetzt, weshalb er nach der wohl freundlichsten und schnellsten Prüfprozedur, der wir je beiwohnen durften, nun wieder mit frischer Plakette durch die Lande zieht. Wir waren vorher trotzdem nervös. Denn wir hatten keinen Plan B für den Fall des Nichtbestehens. 

Von Hamburg steuerten wir dann Kurs West zu Jade Yachting in Wilhelmshaven, einem noch jungen, aber höchst fähigen Betrieb, gegründet von zwei Meistern: Der eine ist Hendrik Kohrs, Bootsbaumeister und Bester seines Jahrgangs, der andere Tobias Schadewaldt, seines Zeichens frisch gekrönter Meister der Segelbundesliga. Die beiden Freunde haben sich am Ems-Jade-Kanal einen Jugendtraum erfüllt und eine Halle, die zuletzt als Go-Kart-Bahn zweckentfremdet worden war, zu einer respektablen Werft samt Winterlager zurückgebaut. 

Dort folgt in den kommenden Wochen die Aktion "letzter Schliff". Was durchaus wörtlich zu nehmen ist. Insbesondere unter Deck wird die Crew wirbeln. Der von der Mittelmann's Werft konzipierte Ausbau steht ja derzeit noch im etwas rohen DuFlex-Look da. Da muss der Schwingschleifer ran, nebst Spachtel, Füller und Lack, damit die Flächen schier aussehen.

Sven Walter von Lead-Partner M. u. H. von der Linden in Wesel packt bereits ein "Care-Paket" mit allerlei Rezepturen, die der finalen Veredlung dienen. Denn auf der boot in Düsseldorf, wo die Dehlya ihren nächsten öffentlichen Auftritt haben wird, soll sie glänzen.

Und wenn sie dann schon mal beigehen, wollen Hendrik & Co. auch gleich die Kielhydraulik in Gang bringen: zum einen elektrisch per Umpolungs-Relais, zum anderen per manuell betriebener Pumpe. Sicher ist sicher. Die Bordelektrik verlegt Jade Yachting bei der Gelegenheit gleich mit, was wegen des Torqeedo-E-Antriebs keine so ganz kleine Aufgabe ist. Außerdem montiert das Team sämtliche Decksbeschläge – teils an Stellen, wo bisher noch keine waren, was Sondierungen erfordert und das Ausbuchsen mit Epoxid. Auch das eine Frickelei, für die wir gern fähige Bootsbauer an Bord wissen wollten. 

Derweil wird der feuerrote Mini 6.50, der beim Eintreffen der Dehlya unter der Hallendecke schwebte, wohl warten müssen. Den hatte sich Hendrik im Sommer aus Frankreich geholt, um ihn wieder einsatzklar zu machen. Vor Weihnachten ist damit nun aber erst mal nicht zu rechnen. Die Kollegen werden das stichprobenartig überprüfen. Psssst: Kollege Bolle ist bereits unterwegs, um heute mal nach dem Baufortschritt auf der Dehlya zu schauen.

Demnächst hier mehr darüber und über die Wahl der Wandverkleidung, die wir just in diesen Tagen getroffen haben. So viel können wir schon verraten: Sie wird schick – aber nicht wie ursprünglich geplant aus Segeltuch bestehen.

Jochen Rieker am 30.10.2018

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