Rolex Fastnet Race 2009
Wilfried Erdmann in einer anderen Welt

Beim legendären Rennen zum Felsen in der Irischen See kämpft der bekannte Einhandsegler um Zehntelknoten

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 15.09.2009

YACHT 20/09 Wilfried Erdmann am legendären Fastnet Rock

"Besteht das Regattasegeln wirklich nur aus Kurbeln, Reißen, Ziehen, Trimmen?" Dieser Frage geht Erdmann in einem Selbstversuch nach und segelt mit 69 Jahren die erste Hochseeregatta seines Lebens.

"Was Wimbledon im Tennis, ist Fastnet im Segeln. Sagen die Engländer. Nicht eine Weltumsegelung zählt in der Szene, sondern wie viele Fastnets du gemacht hast. (...) Ich bin folglich hochfasziniert, als das Angebot zum Rolex Fastnet Race entgültig steht", erklärt Wilfried Erdmann den Reiz daran, für vier Tage vom Fahrtensegler zum Regattasegler zu konvertieren. "Interesse heißt, sich hineinbegeben. Und ich will ins Geschehen springen und meinen Vorstellungen von Regattasegeln Genauigkeit verschaffen."

Auf der 24 Meter langen "Hexe" von Norbert Plambeck mustert Erdmann für das Rennen an und staunt über die junge und professionelle Crew ("Hektik? Nein. Laute Worte? Nein"), die gigantischen Größenverhältnisse ("190 Quadratmeter Groß, 170 Quadratmeter Genua"), die beiden gut lesbaren Steuerkompasse ("nach denen hier eh keiner steuert"), die für ihn neue Seglersprache ("Medium light wäre richtig", "Bisschen Runner", "Weight up"), aber auch über die langen Wachzeiten und ungewöhnlichen Freiwachen ("Schlafen auf der Kante ist am Wind ausdrücklich erlaubt").

Nach 608 Meilen und vier Tagen Erfahrung mit Tütensuppen und Kevlarsegeln zieht Erdmann sein Fazit: "Für immer auf der Kante? — Dann doch lieber nur 6 Knoten."


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: ErdmannFastnetRolex

Anzeige