Bootsbau
Wieder unter Seglern: Najad verkauft

Update: Die Lidköping Båtsnickeri übernimmt das Ruder bei Najad und will die Werft mit regionalen Zulieferern in sicheres Fahrwasser lotsen

  • Hauke Schmidt
 • Publiziert am 16.10.2013

YACHT/N. Krauss Najad/Nordwest-Werft in Vindön

Seit dem Konkurs der Nordwest-Najad-Gruppe im Februar war die Zukunft der schwedischen Traditionsmarke mehr als ungewiss. Zwar übernahm der Investor Runo Gillholm den insolventen Motorboothersteller Nordwest, gab aber kurz darauf bekannt, dass er keine Segelyachten bauen wolle und die Rechte und Formen von Najad weiterhin zum Verkauf stünden. Nun zeigt sich ein Lichtstreif am Horizont, denn mit der Lidköping Båtsnickeri hat sich ein neuer Eigner gefunden, der nicht nur die Branche, sondern auch den schwer umkämpften Markt der Premium-Segelyachten kennt. Die in Lidköping am Vänern gelegene Werft fertigt zurzeit die Modelle Swedestar 370 und 415; zudem vertreibt das Team um Manager Håkan Bengtsson die Tarac 33.

YACHT / K. Andrews Swedestar 415 – das neueste und bisher größte Modell der Lidköping Båtsnickeri

Zurück in die Heimat

Mit der Übernahme von Najad kommt nun eine weitere Marke und ein neuer Standort hinzu, denn in Zukunft sollen die Najads wieder in Henån gebaut werden. Möglich wird die Heimkehr durch die Zusammenarbeit mit dem Orust Yacht Service , der als Unterlieferant den praktischen Teil des Bootsbaus übernehmen wird. Der Reparatur- und Servicebetrieb hat nach dem Konkurs von Najad und dem Umzug nach Vindön nicht nur die Hafenanlagen und Produktionshallen von Najad übernommen, sondern beschäftigt auch einen Teil der damals entlassenen Najad-Mitarbeiter, die nun gewissermaßen an ihren alten Arbeitsplatz zurückkehren.

Zurzeit werden die Formen und Schablonen aus der Nordwest-Werft zurück nach Henån gebracht. Anschließend sollen die bereits unter der Regie von Nordwest begonnenen Boote fertiggebaut werden. Darunter befinden sich drei Najad 440 CC und zwei Najad 410. "Wir arbeiten mit Hochdruck daran, die Produktion wieder in Gang zu bringen und werden mit einer von uns gebauten Najad 410 auf der boot in Düsseldorf vertreten sein", so Marketingleiter Olof Seiving. "Wir können aber das gesamte Programm von der Najad 355 bis zum Topmodell Najad 570 anbieten", so Seiving weiter.

Hier die offizielle deutsche Pressemitteilung der Lidköping Båtsnickeri:

Lidköpings Båtsnickeri AB übernimmt Bootsbauer Najad von Runo Gillholm. Najad wurde 1971 gegründet und hat seitdem mehr als 2.000 Segelboote gebaut. Nun werden es sogar noch mehr. Ursprünglich für den Bau von Najads Jachten konzipiert, geht die Produktion der Marke Najad an die Werft in Henån auf Orust zurück.

Mit der Übernahme findet das Unternehmen zurück zu seinen Wurzeln und wird darin von einem soliden Inhaber langfristig begleitet. Der neue Inhaber ist fest entschlossen, auch weiterhin in Schweden exklusive Segelboote nach den Regeln wahrer, regionaler Handwerkskunst für den internationalen Markt zu bauen. "Es freut mich, gute Nachrichten aus einem sehr umkämpften schwedischen Bootsmarkt zu überbringen! Der Kauf von Najad, einer der renommiertesten Brands im Markt, ergänzt unser bereits existierendes Programm SwedeStar Yachts bestens", sagt Håkan Bengtsson, Manager bei SwedeStar/Lidköpings Båtsnickeri.

Der Fertigungsprozess von Najad Booten beginnt ab sofort. Ziel ist es, die vorhandenen Fertigungshilfsmittel in Lidköping mit der großen Erfahrung mit Najad Booten in Henån miteinander zu verknüpfen, und wenigstens ein Schiffsmodell auf der Düsseldorfer BOOT im Januar 2014 auszustellen. Die erste Auslieferung ist für Mai 2014 geplant.

"Mit der Übernahme und der Kombination von SwedeStar und Najad haben wir ein gutes Fundament für ein starkes und wettbewerbsfähiges Angebot geschaffen. Die Übernahme ist mit Eigenkapital finanziert und wir investieren langfristig. Mit Najad bieten sich uns einerseits großartige Möglichkeiten genauso wie wir andererseits große Verantwortung inne halten. Das Ziel ist, nicht mehr, sondern die besten Boote zu bauen. Nach einer Zeit der Ungewissheit, befindet sich Najad nun in einem sicheren Hafen", meint Håkan Bengtsson weiter. Zusammen mit lokalen Subunternehmen und der guten schwedischen Schiffsbautradition wird das Unternehmen Programme für exklusive Segelboote anbieten. Erste internationale Kontakte sind sehr viel versprechend.

Auch von Seiten des Konstrukteurs ist die Übernahme positiv bewertet worden:"Wir freuen uns zu hören, dass die Marke Najad und deren Boote einen neuen Inhaber hat. Mit SwedeStar haben wir Najad hoffentlich in gute Hände gelegt, die das Produkt verstehen und zurück zu alter Stärke in der schwedischen Schiffsbauindustrie führen. Wir freuen uns, unsere erfolgreiche Zusammenarbeit aus der Vergangenheit mit den neuen Inhabern auch zukünftig weiterzuführen", sagt Torsten Conradi, CEO von Judel/Vrolijk & Co.

Auch die vorherigen Inhaber sind sehr glücklich darüber, dass Najad nun auf den Weg für die nächsten Schritte gebracht worden ist. "Es ist sehr beruhigend, dass wir durch diesen Verkauf die lokale Produktion von Najad sicherstellen konnten. In unserem Bestreben einen langfristigen Käufer zu finden, fiel unsere Entscheidung auf jemanden mit wahrer Kompetenz in Sachen Segelbooten", sagte Verkäufer Runo Gillholm von Gillholms Marina.


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Themen: NajadSwedestarVerkauf Najad Varvet

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