Newsticker Covid-19

Wie schwer das Corona-Virus den Segelsport trifft

Aktualisiert am 2. April 10:20 Uhr: +++ Weitere awn-Filialen offen +++ Musto Skiff WM in Eckernförde abgesagt +++ Robbe & Berking Sterling Cup verlegt +++

YACHT-Redaktion am 02.04.2020
Coronavirus
Alissa Eckert, MS; Dan Higgins, MAM

Der aktuelle Stand zur Corona-Pandemie in Kurzmeldungen

Update vom 2.4.2020, 10:20 Uhr

+++ Sondergenehmigung für weitere A. W. Niemeyer-Filialen +++

Nach der Zentrale in Hamburg sind auch die awn-Filialen in Dormagen und Berlin-Treptow von den Behörden als „systemrelevante Schiffsausrüster“ eingestuft worden. Die Läden dürfen daher, wie auch Baumärkte und Lebensmittelgeschäfte, für Privatkunden geöffnet bleiben. In Lübeck ist zusätzlich für den Großhandel geöffnet. Der Filialbetrieb werde unter strikten Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens. Mehr Infos: www.awn.de/filialen

+++ 11. Musto Skiff WM in Eckernförde abgesagt +++

Der Segelclub Eckernförde hat infolge der Corona-Pandemie die 11. Musto Skiff WM abgesagt. Obwohl die Welttitelkämpfe erst für August geplant waren, musste die Entscheidung bereits jetzt und auch mit Blick auf die Übersee-Crews, insbesondere aus Australien, getroffen werden, deren Bootstransporte in der aktuellen Lage kaum möglich sind. Zweimal hatten deutsche Segler den Titel gewinnen können: In Frankreich hatte sich 2016 Andi Lachenschmid durchgesetzt. Frithjof Schwerdt hatte sich 2017 vor Mallorca die WM-Krone erkämpft.

Update vom 1.4.2020, 17:00 Uhr

+++ Robbe & Berking Sterling Cup auf den 19. bis 23. August verlegt +++

Der Robbe & Berking World Cup 2020 der 22 qm Schärenkreuzer zusammen mit dem Robbe & Berking Sterling Cup der 12 mR wurde auf den 20. bis 23. August 2020 verschoben. Das gab der Veranstalter soeben bekannt: „In der Hoffnung, dass die Welt dann wieder anders aussieht!“ Ursprünglicher Termin war der 11. bis 14. Juni.

Update vom 1.4.2020, 16:00 Uhr

+++ Bodensee Rund Um abgesagt +++

Die Organisatoren teilen mit:

Der Lindauer Segler-Club muss die RUND UM, die größte Regatta am Bodensee, absagen. „Die aktuelle Corona-Lage lässt uns leider keine Wahl“, begründet Joachim Holz, der Wettfahrtleiter der RUND UM, die Absage. „Wir erwarten nicht, dass sich bis zum geplanten Termin am 11. Juni 2020 die Pandemie-Situation so weit bessert, dass wir einen Start verantworten könnten. Im Regattasport arbeiten die Segler auf den Schiffen dicht an dicht auf engstem Raum, die Ansteckungsgefahr wäre viel zu hoch.“ Im Übrigen gilt das auch für die Startvorbereitungen im Hafenareal. Bei der Verklarung, der Einschreibung, stehen die Segler dicht an dicht, ebenso bei der Wettershow und der Siegerehrung im RUND UM-Zelt.

Niemand weiß, wann die in Bayern geltende Ausgangsbeschränkung aufgehoben wird. Momentan sind die Häfen am Bodensee gesperrt, kaum ein Schiff ist im Wasser. „Die Segler müssen sich auf die RUND UM als Nachtregatta vorbereiten, trainieren und das Schiff ausrüsten“, so Holz. „Es ist überhaupt nicht absehbar, wann die Saison beginnen wird. Sollte im besten Fall Ende Mai wieder der Segelsport möglich sein, wäre die Vorbereitungszeit für die meisten Segler viel zu kurz – wie auch für uns als Verein.“

Eine mögliche Verschiebung in den Herbst wurde diskutiert und wieder verworfen. „Nach den bayrischen Sommerferien Mitte September wird es viel zu früh dunkel. Unter Sicherheitsaspekten ist eine reine Nachtfahrt von Lindau nach Überlingen und wieder zurück nicht zu verantworten“, begründet der Wettfahrtleiter die Entscheidung, die RUND UM nicht zu verschieben.

Um die Segler nicht zu sehr zu enttäuschen, prüft der Lindauer Segler-Club eine Alternative. „Eventuell veranstalten wir eine Tag-Langstreckenregatta im Herbst, die dann in einem einfacheren Rahmen stattfinden kann“, stellt Karl-Christian Bay, der erste Vorsitzende des Lindauer Segler-Clubs in Aussicht. „Das ist aber noch keinesfalls sicher und hängt von mehreren Faktoren ab: der Reaktion der Segler, der Sponsoren und natürlich von der Pandemie-Lage. Entscheidend ist, wann der Bodensee wieder fürs Segeln geöffnet wird.“

Update vom 1.4.2020, 14:00 Uhr

+++ Bol d'Or Mirabaud gecancelt  +++

Einer der ganz großen Binnensee-Klassiker wird dieses Jahr nicht stattfinden. Der Bol d'Or Mirabaud am Genfersee ist abgesagt. Die Langstreckenregatta hätte am Wochenende vom 13./14. Juni durchgeführt werden sollen. Wie die Organisatoren auf ihrer Webseite schreiben, sei die Einhaltung des Termins aufgrund einer noch zu erwarteten Verlängerung der Einschränkungen sowie angesichts der sozioökonomischen Auswirkungen der Krise derzeit undenkbar. Ein Verschiebungsdatum wurde erfolglos geprüft. Der Bol d'Or wird erst 2021 wieder stattfinden, am Wochenende vom 12./13. Juni.

Update vom 31.3.2020, 15.47 Uhr

+++ Hamburg Ancora Yachtfestival abgesagt +++

Die veranstaltende Hamburg Messe und Congress GmbH teilt mit: „Aufgrund der zunehmenden Verbreitung des neuartigen Corona-Virus SARS-CoV-2  hat die Landesregierung Schleswig-Holstein weitreichende Regelungen beschlossen, die öffentliche Veranstaltungen untersagen. Auch die Gesundheitsbehörde der Freien und Hansestadt Hamburg hat Allgemeinverfügungen erlassen, die Veranstaltungen auch mit nur geringer Teilnehmerzahl verbieten. Die Entwicklung ist außerordentlich dynamisch. Deshalb waren wir – unter Berücksichtigung der Interessen der Besucher und Aussteller – schweren Herzens gezwungen, das HAMBURG ancora YACHTFESTIVAL 2020 abzusagen.

Wir bedauern zutiefst, dass das HAMBURG ancora YACHTFESTIVAL 2020, in das wir, unsere Partner und unsere Aussteller sehr viel Energie, Arbeit und Herzblut investiert haben, ausgesetzt werden muss. Die Sicherheit und Gesundheit unserer Besucher, Aussteller, Partner und Mitarbeiter haben für uns aber höchste Priorität. Mit dieser Entscheidung zum jetzigen Zeitpunkt möchten wir Ihnen auch Planungssicherheit für die Zukunft geben.

Das nächste HAMBURG ancora YACHTFESTIVAL 2021 wird vom 28. - 30. Mai 2021 stattfinden.“ 

Nähere Informationen zur Absage gibt es hier

Update vom 29.3.2020, 17.00 Uhr

+++Neue Maßnahmen in den Niederlanden+++

Ab morgen dürfen Touristen in der Provinz Zeeland nicht mehr übernachten, das gilt auch für Wassersportler, die an Bord schlafen wollen. Häfen und Winterlager sind jedoch weiterhin größtenteils geöffnet. Die Sanitäreinrichtungen sind jedoch in vielen Provinzen, wie auch Friesland, geschlossen. Die Provinzen Nord- und Südholland, Groningen, Drenthe und Overijssel weiten den Winterdienstplan für Schleusen und Brücken aus. Die Regelungen gelten zunächst bis zum 6. April. Die Häfen der Watteninseln sind für Passanten geschlossen, ebenso der Compagnieshaven in Enkhuizen. Wer in die Niederlande möchte, um etwa am Boot zu arbeiten, sollte sich unbedingt zuvor mit dem Winterlagerbetreiber in Verbindung setzen.

+++ Bundesliga-Auftakt verschoben +++

Nun muss infolge der Corona-Pandemie auch der Saisonauftakt der Ligasegler vertagt werden. Das gab die Deutsche Segel-Bundesliga (DSBL) am Freitag bekannt. Verlegt werden zunächst die ersten drei Wochenend-Gipfel. Die erste Regatta des Jahres, ursprünglich vom 8. bis 10. Mai vor Prien auf dem Chiemsee geplant, soll vom 17. bis 19. Juli nachgeholt werden. Ein neuer Alternativ-Termin für die vom 22. bis 24. Mai geplante Regatta in Überlingen muss noch bestätigt werden. Das Gastspiel beim Potsdamer Yacht-Club soll nun – vorbehaltlich der Zustimmung durch den Berliner Segler-Verband – vom 11. bis 13. September stattfinden, womit es parallel zum zweiten Wochenende der vor acht Tagen ebenfalls in den September verlegten Kieler Woche 2020 läuft. DSBL-Geschäftsführer Oliver Schwall sagt: „Wir hoffen, dass die ergriffenen Maßnahmen zur Eindämmung greifen und diese Krise schnell einen positiven Verlauf nimmt. Ich wünsche allen Sportlern, Partnern und Freunden des Segelsports beste Gesundheit und dass wir uns bald wieder auf dem Wasser sehen.“ Weitere Terminanpassungen an die aktuelle Entwicklungen schloss die DSBL nicht aus.

+++ Sportboothäfen an der gesamten Nord- und Ostseeküste offiziell gesperrt +++

Die Bekanntmachungen für Seefahrer stellen nun die einheitliche Schließung der Häfen klar:

„Das Ministerium für Wirtschaft, Verkehr, Arbeit, Technologie und Tourismus (MWVATT) des Landes Schleswig- Holstein hat soeben verfügt, dass sämtliche Sportboothäfen bis auf weiteres in Schleswig-Holstein geschlossen sind. Das bezieht sich nunmehr auf die Sportboothäfen an der gesamten Nord- und Ostseeküste.

Das heißt im Einzelnen:

Übernachtungen in Sportboothäfen sind verboten.

Gastlieger in Sportboothäfen sind unzulässig.

Sämtliche Versorgungseinrichtungen, wie sanitäre Einrichtungen, Strom, Wasser sind geschlossen und nicht verfügbar.

Ein Ein- oder Auslaufen von Booten in oder aus Sportboothäfen ist nicht zulässig.

Winterlagerarbeiten sind nur im Rahmen der geltenden Regelungen zur Kontaktvermeidung zulässig, d.h. außerhalb von Vereinsaktivitäten und ohne Zusammenkünfte z.B. in Winterlagerhallen.

Gemeinschaftliche Winterlageraktionen, z.B. zum Kranen sind unzulässig.

Gewerbliche Arbeiten in Sportboothäfen sind unter Beachtung der Kontaktvermeidungsregeln zulässig.

Die örtlichen Gesundheitsbehörden können weitergehende Anordnungen erlassen.“

Update vom 26.3.2020, 17.11 Uhr

+++ Deutsche Karibik-Segler planen gemeinsamen Törn in die Heimat +++

Unter deutschen Karibik-Seglern bildet sich ein Netzwerkt zum Informationsaustausch über die jeweilige Lage auf den Inseln. In der WhatsApp-Gruppe "Sailing Home German" tauschen sich Segler darüber aus, welche Häfen angelaufen werden können und wie Ein- und Ausklarierungsregeln sowie die Versorgungslage vor Ort sind. Außerdem wird ein gemeinsamer Törn über den Atlantik nach Europa geplant. Zum Artikel (klicken)

Update vom 26.3.2020, 15.02 Uhr

+++ DBSV bietet Rat für Wassersportbetriebe +++

Der Deutsche Boots- und Schiffbauer-Verband (DBSV) hat auf seiner Internetseite eine umfangreiche Sammlung von Hinweisen, Formularen und praktischen Hilfen zum Umgang mit der Corona-Krise für Wassersportbetriebe eingestellt. Geschäftsführer Claus-Ehlert Meyer: "Jetzt kommt es darauf an, der Wassersportbranche zu helfen, die Krise zu überstehen. Dazu gehören auch Informationen über die Verfahren, mit denen die Unternehmen an Kurzarbeitergeld und KfW-Darlehen kommen." Zurzeit sei es wichtig, über Verbandsgrenzen hinauszudenken. "Wir bekommen viele Informationen von den großen Verbänden, wie zum Beispiel dem Zentralverband des Deutschen Handwerks. Unser Job ist es jetzt, dies an die Unternehmen in der Wassersportbranche weiterzugeben." Zur Website des DBSV

Update vom 25.03.2020, 15.43 Uhr

+++ Trans-Ocean ruft Langfahrtsegler zu umsichtigem Verhalten auf +++

Langfahrtsegler in aller Welt sind derzeit stark von den Reisebeschränkungen infolge der Corona-Krise betroffen. Große Unsicherheit sowie die Angst, weggeschickt zu werden, herrscht an vielen Ankerplätzen. Hilfe- und Informationsanfragen erreichen in dem Zusammenhang auch den Verein zur Förderung des Hochseesegelns, Trans-Ocean e.V (TO).

In einem auf der Vereins-Webseite veröffentlichten Brief schildert der TO-Vorstand die Lage:

"Die Problematik von in der Welt gestrandeten Hochseeseglern ist nicht auf deutsche Seeleute beschränkt. So stehen wir in Kontakt zu unseren Segelfreunden vom Ocean Cruising Club (OCC) und der Cruising Association (CA) mit dem Ziel des Informationsaustausches und einer Art Lobbybildung für die, die gerade auf sich alleine gestellt irgendwo an den Küsten unserer Welt auf unvorhersehbare Ablehnung stoßen.

Nach telefonischer Auskunft des Auswärtigen Amtes vom vergangenen Freitag gibt es derzeit keine Möglichkeit, von Zwangsausreise bedrohten Seglern zu helfen. Eventuell können wir über die deutschen Botschaften in den jeweiligen Ländern etwas erreichen. Allerdings sind auch diese völlig überlastet und wir haben bisher keine Antworten erhalten. Wir kümmern uns."

Der Verein weist darauf hin, dass auch Langfahrtsegler ihr Verhalten anpassen sollten:

"Keine Beachpartys, keine Sundowner mit vielen Gästen im Cockpit, minimale Landgänge, wenn, dann nur zum Zwecke der eigenen Versorgung. Den Einheimischen zeigen, dass wir Segler unseren Teil zur Unterbrechung der Infektionskette beitragen wollen und können. Helft älteren Mannschaften. Kauft für sie ein und wahrt den Abstand. Bleibt, wo ihr seid. Haltet euch fern von Kreuzfahrern, Hotels und Menschenansammlungen aller Art. Verhaltet euch kooperativ und erinnert die Mannschaften von anderen Booten, die ihr Ankunftsadrenalin vielleicht noch nicht abgebaut haben an diese einfachen, aber wichtigen Verhaltensregeln."

Update vom 25.3.2020, 12.00 Uhr

+++ Europäische Regelungen für Eigner und Charterer  +++

Es ist schwer, mit den immer strenger werdenden Corona-Sperrungen in europäischen Ländern informationsmäßig Schritt zu halten, fast täglich ändern sich die Vorschriften. Daher an dieser Stelle kurz die aktuellen Regelungen für einige Reviere, so sie bekannt geworden sind.

In Kroatien können Eigner und Chartergäste nur nach einer anschließenden häuslichen Quarantäne von 14 Tagen einreisen. Diese dürfen Eigner nicht auf ihren Schiffen verbingen, wie die Marina-Kette ACI bekannt gibt. 

Spanien hat die Hafen-Sperrungen bis Mitte April beschlossen, Ausgangssperren gibt es ebenso bis zu diesem Zeitpunkt. Eine touristische Einreise ist unmöglich.

Frankreich hat die Regierung eine Ausgangssperre bis Mitte April verhängt, was auch die Yachthäfen betrifft. Eine touristische Einreise ist unmöglich.

In den Niederlanden können Eigner zurzeit zu ihren Schiffen, es gilt ein Versammlungsverbot bis Anfang Juni. Generell müssen mindestens 1,5 Meter Abstand zu anderen eingehalten werden. Eigner, die für Winterarbeiten oder fürs Kranen zu ihren Schiff wollen, sollten dringend vorher mit Winterlager und Hafen telefonieren, da diese den Zugang teils einschränken. Alle Inselhäfen der Waddenzee sind bis zum 1.6. gesperrt.

Dänemark lässt zurzeit keine Deutschen einreisen.

Griechenland lässt zurzeit keine Deutschen einreisen.

In der Türkei können Crews, die in den letzten 14 Tagen in Deutschland waren, bis zum 17.4. nicht einreisen. 

In Deutschland gilt nach wie vor eine Sperrung der Häfen in Schleswig-Holstein und Mecklenburg-Vorpommern der Ostsee bis zum 19.4. Eigner können ihre Schiffe auch nicht erreichen, da sie an der Bundesländer-Grenze gestoppt werden. 

+++ Olympia-Verschiebung beschlossen +++

Zu groß war der Druck auf die japanischen Gastgeber, das Internationale Olympische Komitee (IOC) und dessen Präsident Thomas Bach in den vergangenen Tagen geworden: Jetzt ist die Verschiebung der XXXII. Olympischen Spiele 2020 beschlossene Sache. Laut der japanischen Nachrichten-Agentur Kyodo und weiteren Medien hat Japans Ministerpräsident Shinzo Abe verkündet, dass die Olympischen Spiele nicht in diesem Sommer stattfinden sollen, sondern auf das kommende Jahr verschoben werden. Zuvor habe Shinzo Abe mit IOC-Präsident Thomas Bach telefoniert. Der soll Japans Vorschlag "zu hundert Prozent" zugestimmt haben. Mehr zur Olympia-Verschiebung und Reaktionen aus dem Segelsport bald auf YACHT online.

Update vom 24.3.2020, 11.53 Uhr

+++ Wie das Virus die Charterbranche und Kunden trifft+++

Länder-Sperrungen, stornierte oder verschobene Törns, leere Charterbasen, Reisearnung des Auswärtigen Amtes: Die Charterbranche ringt mit dem Virus. Was Kunden jetzt wissen müssen und tun können, um ihre Buchungen und damit auch Anzahlungen zu retten. Lesen sie den ausführlichen Report zur Situation der Branche hier.

+++ Nach Festival-Absagen bitten Traditionsschiffer um Spende des Törnbeitrags +++

Nach der Absage des Hamburger Hafengeburtstags und der Verschiebung der Kieler Woche geraten die Traditionsschiffer in Not. In einem offenen Brief erklären sie, der Ausfall der eigentlich unerlässlichen Einnahmen aus Törngebühren treffe sie „besondes hart". In dem Schreiben heißt es:

„Die jährlichen Arbeiten an den Museumsschiffen wurden während der Winter- und Frühjahrsarbeiten durch die Betreibervereine und Eigner geleistet. Laufende Kosten wie Versicherungen und Hafengebühren, notwendige Investitionen in Ausrüstung und Wartung, Rücklagen für Reparaturen und nicht zuletzt die regelmäßige Erneuerung der Sicherheitszeugnisse werden diesmal nicht durch Ihre finanziellen Beiträge aufgefangen ... Deshalb bitten wir Sie zu überlegen: Können Sie ausnahmsweise auf die Rückzahlungen ihres Törnbeitrags verzichten, sofern Sie in der aktuellen Situation dazu in der Lage sind, damit auch in Zukunft in den 17 Museumshäfen von Flensburg bis Greifswald, von Büsum bis Emden die Traditionsschiffsflotte einen sicheren Hafen hat?"

Wenn gewünscht, würden die bereits gezahlten Gebühren aber „selbstverständlich erstattet".

+++ Polizei geht gegen Hamburger Segler vor +++

Die Polizei hat gestern am Hamburger Yachthafen gegen Autofahrer aus Hamburg Anzeige erstattet. Der Hamburger Yachthafen, der inzwischen komplett gesperrt ist, liegt außerhalb des Hamburger Stadtgebiets an der Elbe im benachbarten Wedel in Schleswig-Holstein. Da der Hafenbetreiber eine kurze Leinenkontrolle gestattet, hatten offenbar mehrere Hamburger Eigner geglaubt, sie dürften zu ihren Booten. Dem ist aber infolge des Verbots jeglichen touristischen Verkehrs in Schleswig-Holstein nicht so. Lediglich Eigner aus Schleswig-Holstein können daher derzeit noch im Hamburger Yachthafen die Festmacher ihrer Boote prüfen. Ansonsten ist dort der Zugang zu Stegen und Winterlagern sowie der Aufenthalt an Bord verboten.

+++ Seenotretter im Corona-Einsatz +++

Die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger hat gestern Proben von Patienten, die dringend auf das Coronavirus getestet werden sollten, von der Insel Norderney ans Festland transportiert. Der Seenotrettungskreuzer "Eugen" brachte sie am Montagvormittag nach Norddeich. Für die DGzRS ist dies kein ganz ungewöhnlicher Einsatz. Sie sind häufig in die medizinische Versorgung der Nordseeinseln und -halligen eingebunden und führen unter anderem bei Bedarf Patiententransporte durch.

Update vom 23.3.2020, 22.10 Uhr

++++ ACWS-Regatta in Portsmouth gestrichen ++++

Europas America's-Cup-Teams müssen auf ihre Heimspiele verzichten. Nach der Absage der ersten Regatta der America's-Cup-Weltserie im italienischen Revier vor Cagliari folgte am Montagabend die bereits erwartete Absage des Gipfeltreffens im britischen Portsmouth. Das gaben gemeinsam Cup-Verteidiger Emirates Team New Zealand und die veranstaltende Origin Sports Group bekannt. Die Regatta Emirates ACWS Portsmouth hatte vom 4. bis zum 7. Juni im Heimatrevier von Sir Ben Ainslies Ineos Team UK stattfinden sollen. In der Pressemitteilung hieß es: "Die Gesundheit der Öffentlichkeit, der Freiwilligen, der Partner, Veranstalter und der America's-Cup-Teams müssen an erster Stelle stehen. Die Veranstaltung im aktuellen globalen Klima aufrechtzuerhalten, wäre angesichts der Sicherheitsbedenken schlicht unverantwortlich." Es bleibt in schwierigen Krisenzeiten die Hoffnung darauf, dass die dritte und letzte ACWS-Regatta in Auckland (17. bis 20. Dezember), die Herausfordererserie Prada Cup (15. Januar bis 22. Februar) und das Cup-Match selbst (6. bis 15. März) stattfinden können.

Update vom 23.3.2020, 13.30 Uhr

++++ Schiffsausrüster Toplicht ist an Deck ++++

Der Hamburger Ausrüster Toplicht meldet, dass Bestellservice, Telefon- und Onlineberatung sowie Versand wie gewohnt und ohne Verzögerung arbeiten. Die Crew ist teils im HomeOffice, teils vor Ort und gut aufgestellt, um alle Kundenwünsche schnell zu erfüllen. Bestellte Ware kann im Lager in Hamburg abgeholt werden (siehe dazu die Hinweise auf www.toplicht.de).

Update vom 23.3.2020, 9.40 Uhr

+++ E-Sailing als Alternative +++

Wer heute trotz Coronavirus in See stechen möchte, hat dazu zumindest virtuell Gelegenheit. Heute mittag startet via Virtual Regatta ein Hochseerennen von Frankreich in die Karibik, bei der jeder mitmachen kann. Mit dabei sind unter anderem prominente Skipper wie Sam Davies, Armel Le Cleac'h und Boris Herrmann.

+++ Rechtsauskünfte für Segler +++

Mit der Kieler Kanzlei Ben Tanis/Von der Mosel veröffentlichen weitere Rechtsanwälte im Internet Antworten auf für Segler drängende Fragen, die sich in Zusammenhang mit dem Coronavirus und den Auswirkungen auf den Yachtsport stellen.  

+++ Sondergenehmigung für AWN +++

Die AW-Niemeyer-Filiale in Hamburg ist von den Behörden als "systemrelevanter Schiffsausrüster" eingestuft worden. Das Geschäft darf daher, wie auch Baumärkte und Lebensmittelgeschäfte, für Kunden geöffnet bleiben. Der Filialbetrieb werde unter strikten Hygiene- und Sicherheitsvorkehrungen durchgeführt, heißt es in einer Mitteilung des Unternehmens.

Update vom 20.3.2020, 14.30 Uhr

+++ Kontrollen der Wasserschutzpolizei in Mecklenburg-Vorpommern +++

Die Wasserschutzpolizei M-V führt seit gestern wasser- und landseitige Kontrollen in den Marinas und Häfen des Landes durch. Damit sollen die Festlegungen der Landesregierung (SARS-CoV-2-Bekämpfungsverordnung) zur Verhinderung der Ausbreitung der Corona-Pandemie umgesetzt werden, insbesondere das Verbot von touristischen Reisen, heißt es in einer Erklärung der Polizei. Für einheimische Bürger bestehe nach wie vor die Möglichkeit, sich innerhalb von Mecklenburg-Vorpommern frei zu bewegen, auch auf dem Wasser. Trotzdem appelliere die Polizei im Sinne des Infektionsschutzes und um eine Infektionsgefahr zu minimieren, auf sämtliche Aktivitäten auf dem Wasser und in den Sportboothäfen zu verzichten. Es sei in dieser aktuellen Ausnahmesituation unabdingbar alles zu unterlassen, was die Gesundheit der Menschen gefährde.

Update vom 20.3.2020, 9.00 Uhr

+++ Rechte von Liegeplatzmietern +++

Der Flensburger Rechtsanwalt Jochen-P. Kunze erklärt, in welchen Fällen Eigner, die in den kommenden Wochen ihre Boote nicht oder nur verspätet ins Wasser bekommen, ihre bereits angemieteten Sommerliegeplätze nicht oder nicht voll zu bezahlen brauchen – und wann doch. Die Erläuterung ist hier nachzulesen

+++ Antigua Sailing Week abgesagt +++

Als eine der letzten, alljährlichen großen karibischen Regatten ist nun auch die Antigua Sailing Week abgesagt worden. Die hätte am 25. April starten sollen und wäre dieses Jahr zum 53. Mal durchgeführt worden. Traditionell sind bei der ASW immer viele deutsche Chartercrews dabei.   

Update vom 19.3.2020, 15.38 Uhr

+++ Kieler Woche soll erst im September stattfinden +++

Die größte Segelsportveranstaltung der Welt wird nicht wie geplant Ende Juni stattfinden: Die Kieler Woche soll stattdessen vom 5. bis zum 13. September ausgetragen werden. Kiels Oberbürgermeister Ulf Kämpfer erklärte: "Diesen Schritt haben wir als Stadt gemeinsam mit den Veranstaltern der Segelregatten beschlossen. Die Entscheidung ist uns nicht leichtgefallen – sie ist mit Blick auf die aktuelle Entwicklung aber die beste Lösung." Jetzt gelte es zunächst, gemeinsam die großen Herausforderungen der Corona-Krise zu meistern. "Wir alle hoffen, möglichst schnell zur Normalität zurückzukehren. Dann ist auch wieder Zeit, gemeinsam zu segeln, zu feiern und die Kieler Woche zu genießen." 

+++ Maior und Young European Sailing abgesagt +++

Die Jugendsegelveranstaltung Young Europeans Sailing über Pfingsten (30. Mai bis 1. Juni) und die Hochsee-Regatta Maior über den 1. Mai werden nicht stattfinden. "Wir können diese Veranstaltungen auf dem derzeitigen Stand verschiedener Szenarien nicht seriös planen, und das ist nicht nur eine Frage der Situation in Norddeutschland, sondern wie bei allen Veranstaltungen leben wir auch von starker internationaler Beteiligung", so Dirk Ramhorst, Organisationsleiter der Regatten. Nach Absprache mit dem YES Mitveranstalter Norddeutscher Regatta-Verein (NRV) fiel am 18. März die Entscheidung zur Absage der Jugendregatta und der vom KYC veranstalteten Maior-Regatten. 

Der NRV hat überdies die Einstellung seiner Aktivitäten bis zum 30. April bekanntgegeben. Darunter fällt unter anderem der Trainingsbetrieb für alle Gruppen der Jugend sowie das Kranen. Auch andere Veranstaltungen fallen weitgehend aus, und die NRV-Ökonomie bleibt vorerst geschlossen. 

+++ Frankreich untersagt auch Bootssport am Mittelmeer +++

In Frankreich gilt bereits eine Ausgangssperre. Dennoch haben die französischen Behörden präzisiert, dass auch "Bootfahren, Tourismus oder nautische Freizeitaktivitäten im Mittelmeer bis zum 31. März 2020 ebenfalls verboten sind." Dies besagt ein Erlass der "Préfecture maritime de Méditerranée". Darin heißt es weiter:

"Auf See wie an Land sollen diese Bestimmungen die Ausbreitung von Covid-19 aktiv bekämpfen, indem alle Bewegungen eingeschränkt werden. Sie ermöglichen es auch, die Kapazitäten der Rettungskräfte auf See zu erhalten, um sie insbesondere für mögliche Maßnahmen im Zusammenhang mit der laufenden Epidemie einzusetzen.

Sie werden gebeten, dieses Verbot strikt einzuhalten und diese Informationen (...) weiterzuleiten. Zur Erinnerung: Die Nichteinhaltung der oben genannten Vorschriften unterliegt den gleichen Sanktionen wie an Land."

Update vom 19.3.2020, 10.39 Uhr

+++ Langfahrtsegler sitzen fest +++

Die Corona-Krise wirkt sich nicht nur auf den Saisonbeginn in Europa aus, sondern vor allem auch auf die Pläne der vielen Langfahrtsegler in aller Welt – und hierzulande.

Der Hochseeseglerverein Trans-Ocean hat alle Vorbereitungsseminare für die große Reise abgesagt. Auch das alljährliche Lossegler-Treffen.

Die aktuelle Situation in jedem Land und an jedem Ankerplatz abzubilden ist kaum möglich, da sie sich überall auf der Welt derzeit schnell ändert.

Beispiele deutscher Blauwasser-Crews aus der Karibik und dem Pazifik zeigen aber, welche Konsequenzen die Corona-Pandemie aktuell für Weltumsegler mit sich bringt und wie sie die Krise erleben. Plus: Wo sich Segler über die aktuelle Lage informieren können: Zum Artikel (klicken).

Update vom 19.3.2020, 10.05 Uhr

+++ Online-Bootsführerscheinkurse verlängert +++

Der Delius Klasing Verlag, in dem auch die YACHT erscheint, verlängert die Nutzungsdauer seiner Online-Bootsführerscheinkurse. Damit reagiere man auf die Aussetzung von Führerscheinkursen in vielen Segelschulen und -vereinen sowie auf die Absetzung sämtlicher Prüfungen seitens des Deutschen Segler-Verbands.

Wer momentan bereits einen Kurs im E-Learning-Portal des Verlags nutzt, dem steht dieser nun auf jeden Fall bis zum 31. Mai zur Verfügung. Wer jetzt neu einen Online-Kurs bucht, kann ihn 16 statt regulär 8 Wochen nutzen. Falls bis dahin immer noch keine Prüfungen stattfinden sollten, werde diese Frist nochmals entsprechend verlängert.

Informationen zum E-Learning-Angebot des Delius-Klasing Verlags und Buchungen von Führerscheinkursen unter www.bootsfuehrerschein-portal.de    

Update vom 19.3.2020, 9.30 Uhr

+++ Brückenöffnungszeiten der Elbe-Nebenflüsse +++

Die Wasser- und Schifffahrtsverwaltung des Bundes in den Bekanntmachungen für Seefahrer: "Durch die Ausbreitung von CoviD-19 und dem kurzfristigen Ausfall von Bedienpersonal ist es möglich, dass eine Öffnung nicht durchgeführt werden kann". Eine Öffnung sei daher vor Befahren des Reviers mit dem Brückenpersonal abzustimmen. Informationen zur Erreichbarkeit des Brückenpersonals als pdf hier.

+++ WCC bereitet Rückholaktion für Karibiksegler vor +++

Der britische World Cruising Club (WCC) ist Ausrichter und Veranstalter der alljährlichen Atlantic Rally for Cruisers (ARC). Auch im zurückliegenden Herbst segelten wieder weit über 200 Crews mit der ARC und der ARC plus von Gran Canaria in die Karibik. Viele dieser Crews nutzen regelmäßig auch das Angebot des World Cruising Club, im Mai und Juni mit der ARC Europe gemeinsam aus der Karibik in ihre Heimatländer in Europa zurück zu segeln. Die Flottille führt über den Nordatlantik mit Zwischenstopp auf den Azoren und Ziel in Lagos/Portugal.

Die Rally soll auch in diesem Jahr stattfinden. Allerdings werde sie ausdrücklich keinen geselligen Charakter mehr haben, sondern eher eine Art Rückholservice sein für all diejenigen Crews und Eigner, die sich und ihre Schiffe unbedingt aus der Karibik zurück nach Europa segeln wollen oder müssen. 

So werde es aufgrund der Grenzschließungen mehrerer Karibikinselstaaten voraussichtlich keinen einheitlichen Start geben. Vielmehr müssten sich die Crews von dort aus auf den Weg machen, von wo es ihnen zum Startzeitpunkt der Rally möglich sei. Und auch der Halt auf den Azoren werde sich vermutlich auf einen kurzen Pitstop beschränken müssen, um gegebenenfalls Treibstoff und Wasser nachbunkern zu können. Es müsse dort mit erheblichen Einreiseristriktionen gerechnet werden. Einzig der Zielhafen in Lagos sei bislang noch geöffnet.

Wer nicht unbedingt zurück müsse, solle prüfen, ob er seine Teilnahme an der ARC Europe um ein Jahr verschieben könne, heißt es in einer Erklärung des WCC. Allen, die teilnehmen, sichere man indes größtmögliche Unterstützung zu.

Update vom 18.3.2020, 16.49 Uhr

+++ A.W. Niemeyer bietet extra Bestellservice an +++

Die Ladengeschäfte sind für die Kundschaft geschlossen, dennoch bietet A.W. Niemeyer Abholung von bestellter Ware bei seinen Filialen an. Der Schiffsausrüster meldet dazu auf seiner Facebookseite: 

"Wir halten unsere Webshops weiter am Laufen, sodass Euch Pakete weiterhin zugestellt werden können. Zusätzlich richten wir einen Sonderservice in den Filialen ein, sodass Ihr kontaktlos Bootszubehör bestellen, abholen und von dort aus zugeschickt bekommen könnt. Unten stehend findet Ihr alle Kontakt-Telefonnummern der Filialen und Bestellmöglichkeiten, auch sind wir weiterhin über unsere sozialen Kanäle zu erreichen."

Update vom 18.3.2020, 15.26 Uhr

+++ Weitere Vereinshäfen schließen +++

Segelvereine setzen aktuell die Auflagen der Allgemeinverfügung um, die in den Bundesländern erlassen wurden. Demnach müssen Vereinsaktivitäten eingeschränkt werden, um die Ausbreitung des Coronavirus einzudämmen. Viele Vereine schließen ihre Anlagen. Auswinter-, Slip- und Krantermine werden vorübergehend ausgesetzt.

Auch Trainings- oder Ausbildungstermine sowie gemeinschaftliche Clubaktivitäten werden abgesagt oder verschoben.

 

Update vom 18.3.2020, 12.30 Uhr

+++ Trans Ocean aktualisiert Infos +++

Welche Reviere rund um den Globus sind noch ansteuerbar, welche nicht mehr oder nur noch unter Auflagen? Trans Ocean hat seine Infos ergänzt und akutalisiert. 

+++ Sportboothäfen müssen schließen +++

Die Sporthafen Kiel GmBH weist auf die heute in Kraft getretene neue Landesverordnung hin: "Gemäß der seit heute, 18.03.2020, in Kraft getretenen Landesverordnung über "Maßnahmen zur Bekämpfung der Ausbreitung des neuartigen Coronavirus" ist es Betreibern von Sportboothäfen untersagt, Personen zu touristischen Zwecken zu beherbergen. Wir prüfen gegenwärtig, was das für die Unterbringung von Booten bedeutet und ob das Zuwasserlassen oder Kranen von Booten ebenfalls darunter fällt."

Auch der Segelclub Eckernförde hat seine Mitsegler darüber in Kenntnis gesetzt, dass der Vereinshafen geshlossen wird.

Update vom 18.3.202​0, 9.20 Uhr

+++ Produktionsstopp bei der Gruppe Beneteau  +++

Auch bei den Marken der Gruppe Beneteau (Benteau, Jeanneau, CNB, Lagoon und Excess) stehen ab sofort und bis auf Weiteres die Produktionsbänder weitgehend still. In einer Pressemitteilung wendet sich der Vorsitzende der Firmengruppe, Jérôme de Metz, an die Öffentlichkeit: "Wir ergreifen alle möglichen Maßnahmen um unsere Mitarbeiter in allen Ländern zu schützen und um eine schnelle Wiederaufnahme der Produktionen zu gewährleisten." Betroffen vom Shutdown sind die Fertigungsstandorte in Frankreich und Italien. Die Produktionen von neuen Booten in den USA und in Polen werden derzeit zwar gedrosselt, sollen aber zunächst noch aufrecht erhalten werden.

 

Update vom 18.3.2020, 8.30 Uhr

+++ Dufour und Fountaine Pajot legen die Produktionen still  +++

Dufour Yachts und der Katamaranhersteller Fountaine Pajot haben die Produktionen von neuen Booten vorerst eingestellt. Eine entsprechende Information der Firmengruppe Fountaine Pajot hat die YACHT-Redaktion heute früh erreicht. Primäres Ziel dieser Maßnahme sei der Schutz aller Mitarbeiter an ihren Standorten in La Rochelle und Aigrefeuille. Alle aktuellen Bestellungen können trotzdem berücksichtigt werden, wie die Firmenleitung weiter schreibt. Kunden werden baldmöglichst über die neuen Liefertermine informiert. Die Verkaufs- und Kommunikationsteams sowie auch der Liefer- und Kundendienst bleiben sowohl bei Dufour Yachts wie auch bei Fountaine Pajot weiterhin erreichbar. Bei Foutaine Pajot geht man von einem Produktionsstopp von mindestens zwei Wochen aus. 

 

Update vom 17.3.2020, 18.30 Uhr

+++ Auslaufverbot in Spanien  +++

Spanien ist eines der von der Corona-Pandemie am stärksten Länder in Europa. Der Nationale Notstand ist ausgerufen, es gelten Ausgangssperren. Das öffentliche Leben ist weitgehend zum Erliegen gekommen. Im zuge der Maßnahmen ist nun auch ein Auslaufverbot für Yachten erlassen worden. Das Verbot gilt zunächst bis zum 30. März.

+++ Das IOC hält an den Olympischen Spielen 2020 fest +++

Das Internationale Olympische Komitee (IOC) hält weiter an der Ausrichtung der Olympischen Spiele 2020 fest. Das geht aus einem am Dienstag veröffentlichten Kommuniqué hervor. Darin heißt es unter anderem:

"Die ganze Welt befindet sich in einer beispiellosen Situation und unsere Gedanken sind bei allen denen, die von der Krise betroffen sind. Wir sind solidarisch mit der gesamten Gesellschaft, alles zu tun, um das Virus einzudämmen. Die Situation rund um das Covid-19-Virus wirkt sich auch auf die Vorbereitungen für die Olympischen Spiele Tokio 2020 aus und verändert sich Tag für Tag. Das IOC bleibt den Olympischen Spielen Tokio 2020 voll und ganz verpflichtet und es gibt angesichts von mehr als vier Monaten bis zu den Spielen zu diesem Zeitpunkt keine Notwendigkeit für drastische Entscheidungen; jegliche Spekulaion zu diesem Zeitpunk wäre kontraproduktiv.

Das IOC ermutigt alle Athleten, sich so gut sie können auf die Olympischen Spiele Tokio 2020 vorzubereiten. Wir unterstützen die Athleten weiterhin, indem wir sie und ihre jeweiligen NOCs (Red.: Nationale Olympische Komitees) konsultieren und ihnen die jüngsten Informationen und Entwicklungen zur Verfügung stellen, die Athleten weltweit über die Website Athlete365 oder über ihre jeweiligen NOCs und IFs (Red.: Verbände) zugänglich sind."

Update vom 17.3.2020, 15.00 Uhr

+++ Heiligenhafen schließt, Kieler Sportboothäfen und Im-Jaich-Marinas bleiben geöffnet +++

Die Marina Heiligenhafen bleibt bis zunächst 19. April geschlossen. Anders die neun Kieler Sportboothäfen. An der Förde heißt es: "Die Landeshauptstadt Kiel hat uns soeben telefonisch davon in Kenntnis gesetzt, dass die 9 von uns betriebenen Sportboothäfen nicht zum Quarantänegebiet erklärt werden und somit geöffnet bleiben können! Wir bitten um Verständnis, dass es wegen der Schutzmaßnahmen in den Häfen zu Einschränkungen und Verzögerungen kommen kann." 

Und auch die zehn Im-Jaich-Marinas entlang der deutschen Nord- und Ostseeküste seien bis auf Weiteres geöffnet, hieß es soeben auf Anfrage der YACHT. 

Update vom 17.3.2020, 14.30 Uhr

+++ Internationale Bodenseewoche abgesagt +++

Die Internationale Bodenseewoche in Konstanz, geplant vom 4. bis 7. Juni, findet aufgrund der aktuellen Situation nicht statt. Der Internationale Bodenseewoche e.V. hat sich schweren Herzens und auf Empfehlung der Stadt Konstanz dazu entschlossen, die Veranstaltung abzusagen. 2021 wird die Internationale Bodenseewoche vom 27. bis 30. Mai stattfinden. 

Update vom 17.3.2020, 14.15 Uhr

+++ Stadthafen Schleswig an der Schlei geschlossen +++

Auf der Homepage des Stadthafens teilen die Betreiber mit:

Wegen der rasanten Verbreitung des Corona-Virus schließen wir vorsorglich unseren Wohnmobilstellplatz sowie den Stadthafen zunächst bis Ende März.

Die Geschäftsführung teilt mit, dass es um die Minimierung der Ansteckungsgefahr und den Schutz der Gäste sowie der Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter geht.
 

Update vom 17.3.2020, 13.55 Uhr

+++ Clipper Round the World Race abgebrochen +++

Das gegenwärtig laufende Clipper Round the World Race, das Etappenrennen um die Welt für Amateurcrews, ist abgebrochen worden. Seit dem Wochenende befindet sich die Flotte der Rennyachten in Subic Bay auf der zu den Philippinen gehörenden Insel Luzon. Über die Insel wurde von der Regionalverwaltung eine Quarantäne verhängt. 

Schon vorher hatte das Clipper Race den geplanten Etappenverlauf ändern müssen. Eigentlich hatte man mehrere Häfen in China anlaufen wollen. Davon hatte man dann aber infolge der Coronavirus-Krise abgesehen und die Crews stattdessen zu den Philippinen segeln lassen.

Da die nächsten Etappenhäfen an der Westküste Kanadas und der USA voraussichtlich demnächst gleichfalls nicht mehr anlaufbar sein werden, haben sich die Regattaveranstalter entschlossen, das Clipper Race jetzt abzubrechen. Die noch ausstehenden Etappen sollen in frühestens zehn Monaten fortgeführt werden.

Dies hat auch unmittelbar Auswirkungen auf die nächste Auflage des Rennens, das nun erst Mitte 2022 starten soll.

Update vom 17.3.2020, 13.30 Uhr

+++ Provinz Noord Holland behält bis auf Weiteres den Winterdienstplan für Brücken und Schleusen bei +++

So will man die für die Berufsschifffahrt wichtigen Kanäle operativ erhalten, da weniger Bediener benötigt werden, sodass ein erhöhter Krankenstand abgedeckt werden kann. Auch die Ambulanzen will man mit geringerer Öffnungsfrequenz entlasten. Die Regelung gilt bis auf Weiteres.

Update vom 17.3.2020, 8.30 Uhr

+++ Gemeinde Maasholm verkündet Schließung des Sportboothafens +++

Die Vertreter der Gemeinde Maasholm bitten auf der Internetseite maasholm.de um Verständnis für diese Maßnahme: "Liebe Gäste, aufgrund der rasanten Verbreitung des Corona-Virus bleibt unser Wohnmobilplatz bis auf Weiteres geschlossen! Auch der Hafen (gemeint ist der Sportboothafen, Anm. d. Red.) bleibt, wie die Sanitäreinrichtungen bis auf Weiteres geschlossen. Wir hoffen, damit die rasante Verbreitung des Virus eindämmen zu können und so unsere Gäste und Mitarbeiter zu schützen! Vielen Dank für Ihr Verständnis."

Update vom 17.3.2020, 8.00 Uhr

+++ Hanseyachts sieht sich gut gerüstet +++

Laut Pressesprecher Morten Strauch habe man von just in time auf Lagerhaltung umgestellt und sei bis Juni gut ausgestattet. Aus China kommen wenige Teile, und die seien bevorratet. Für die Teile aus Italien wird die Lagerreichweite bis August ausgebaut. Mitarbeiter aus der üblicherweise viel reisenden Vertriebsabteilung sind prinzipiell von der Produktion getrennt und arbeiten nun aus dem Homeoffice. Hanseyachts mit den Marken Hanse, Dehler, Moody, Fjord, Sealine und Privilége ist bis Mitte Juni ausverkauft und könne die Produktion sehr gut planen. Messen werden abgesagt.

Update vom 16.3.2020, 22 Uhr

+++ Odyssee von Palma nach Bayern mit einem 49er FX im Schlepp +++

Wie die DSV-Kaderseglerinnen Tina Lutz und Susann Beucke dem Shutdown in Spanien knapp entgehen – und die Solidarität unter Seglern einen kleinen, feinen Triumph gegen das Corona-Virus feiert


Als Olympia-Aspirant hat man es gerade nicht leicht. Dreieinhalb Jahre Vorbereitung liegen hinter den beiden in der nationalen Qualifikation führenden 49er-FX-Seglerinnen. Vor Palma sollte diese Woche die letzte Ausscheidungsregatta stattfinden. Doch sie wurde – wie so vieles derzeit – wegen der Corona-Epidemie abgesagt. Auch die Olympischen Spiele selbst stehen auf der Kippe, obwohl IOC-Präsident Thomas Bach derzeit noch keine Gefährdung erkennen mag, was wir hier einfach mal unkommentiert lassen wollen (mehr dazu s.u.).

In einen Moment zwischen Hoffen und Bangen, zwischen maximaler Motivation und kaum geringerer Sorge, ob am Ende alle Plackerei womöglich vergebens gewesen sein könnte, in dieses emotionale Irgendwo also platzte Ende vergangener Woche die Nachricht, dass Spanien seine Grenzen dichtmachen und das öffentliche Leben maximal einschränken werde.

Für Tina Lutz (29) und Susann Beucke (28), die schon die Absage der Trofeo Princesa Sofia wie ein Faustschlag getroffen hatte, änderte sich dadurch alles. "Wir hatten zuerst vor, noch in Palma zu bleiben und mit anderen Teams zu trainieren", berichtet Beucke gegenüber YACHT online. "Aber dann hieß es plötzlich: nix wie weg hier, schnellstmöglich zurück nach Hause."

Nur: Wie runterkommen von einer Insel, die auch andere Touristen Hals über Kopf verlassen wollen? Wie einen Platz ergattern auf einer der Fähren zum Festland? Wie durch halb Europa kommen, wenn am Wochenende überall die Grenzen schließen?

Lauter Fragen, keine Antworten, oder jedenfalls keine, auf die man hätte bauen mögen. Bis sich unerwartet und ebenso plötzlich doch eine Tür für die Kaderseglerinnen öffnete.

"Das war wirklich großartig", erzählt Susann Beucke. "Der Real Club Nautico hat sich für die Teams eingesetzt und quasi im Handumdrehen Plätze für mehrere Trailer-Gespanne auf der Fähre reserviert. Wir konnten unser Glück kaum fassen und sind sicherheitshalber vier Stunden vor der Abfahrt schon am Terminal angestanden. Aber das wäre gar nicht nötig gewesen. Wir kamen sofort mit."

Man darf vermuten, dass royaler Einfluss am Werk war bei diesem kleinen Wunder. Spaniens König Felipe VI jedenfalls, Mitglied im nämlichen Club, war 1992 selbst Olympiasegler im Soling, was sicher nicht schaden kann, wenn es gilt, scheinbar Unmögliches zu bewirken.

Statt vor Palma um Silber zu segeln und ihr Ticket für Enoshima zu lösen, wie geplant, schipperten Susann Beucke, Tina Lutz und ihr Freund sowie Teams etlicher anderer Länder also unvermittelt in einer riesigen Autofähre übers Mittelmeer, Kurs Barcelona.

Eine, die vielleicht wichtigste Etappe war geschafft. Aber immer noch lagen reichlich Ungewissheiten vorm Bug.

Aus Sorge vor möglichen Sprit-Engpässen hatten die beiden vorsorglich einen 25-Liter-Kanister von einem Trainerboot des DSV zweckenfremdet. Statt mit Benzin war er randvoll mit Diesel für ihren Audi befüllt. Man kann ja nie wissen bei einem Road-Trip, der im Corona-Chaos nonstop über die Pyrenäen und die Alpen führen sollte.

In Barcelona rollten sie Sonnabend an leeren Gassen vorbei. "Unglaublich!" Die sonst so pulsierende Metropole, sie wirkte menschenleer. Eine Geisterstadt. "Da wurde uns klar, wie groß die Bedrohung offenbar ist", sagt Susann Beucke. "Kein Vergleich zu den Verhältnissen heute in Deutschland. Die Spanier haben viel konsequenter reagiert."

Auf ihrem Weg nach Norden passierten sie einen Kleinbus vom britischen Nationalteam. Sonst blieb die überhastete Reise, bei der sie mit allen Widrigkeiten gerechnet hatten, erstaunlich ereignislos: wenig Verkehr, fast verwaiste Grenzübergänge, freundliche Behörden. "Wir kamen überall locker durch."

Auch der Spritkanister erwies sich als unnötig. Erst in der Schweiz wurde das Corona-Virus plötzlich wieder zur Realität. In einer Raststätte war jeder zweite Sitzplatz mit einem Sperrvermerk versehen: "Social Distancing". Eines der neuen Schlagwörter der Pandemie, das die Wahrung von mindestens zwei Meter Abstand weltweit zum Begriff gemacht hat.

Wenige Stunden später waren die Seglerinnen wieder in ihrer Heimat, wo sie sich prompt in häusliche Quarantäne begaben. Denn das ist für Reisende aus Spanien derzeit Pflicht. Die brutalstmögliche Vollbremsung für zwei Topathletinnen, die in diesen Tagen eigentlich ihre lang ersehnte und hart erarbeitete Teilnahme an den Olympischen Spielen klarmachen wollten.

"Als Sportler pushen wir uns ja dauernd. Es muss immer weiter gehen, immer noch besser, noch schneller, noch effizienter. Und diese Motivation, dieser Hunger ist auch wichtig. Aber jetzt...?", fragt Beucke.

"Es fühlt sich an wie Zwangsurlaub. Der kommt eigentlich gar nicht so unpassend, weil wir seit der WM in Australien unheimlich ausgepowert sind. Nur wissen wir jetzt noch nicht mal, ob überhaupt, wann und wo wir eventuell die verpasste letzte Quali segeln sollen."

Sie sagt es ohne jeden Groll, klingt erstaunlich gelassen, fast heiter. "Was sollen wir uns aufregen. Die Situation ist ja für alle Sportler gleich."

Irgendwie, so glaubt sie, werde auch etwas Gutes aus dieser Erfahrung wachsen, die derzeit alle Menschen machen. Da ist sie sich sicher.

Als die Nachricht von der Absage der Trofeo Princesa Sofia kam, letzten Donnerstag, erlebte Susann Beucke einen fast surrealen Moment.

"Normalerweise bleibt so was nicht unkommentiert, da gibt es Gezeter und Gerede. Aber diesmal war es anders unter den Aktiven, alle wirkten ganz ernsthaft und gefasst, weil klar war, dass es dafür einen wirklich trifftigen Grund geben muss." Sie sucht nach dem passenden Adjektiv, das die Szene beschreibt, und findet so recht keines.

Wie auch bei einem Ereignis, das die ganze Welt in Atem hält. 

Stand vom 16.3.2020, 21.40 Uhr:

+++ Regatta-Absagen in Serie, Bundesliga plant regulären Start, Olympia-Quali ungewiss +++

Auch in der Regattawelt steht kein Stein mehr auf dem anderen: Nach folgenreichen Absagen oder Verschiebungen internationaler Großereignisse wie dem Weltcup vor Genua mit Olympia-Qualifikationsstatus, dem Auftakt zur America's-Cup-Weltserie vor Sardinien, dem Mallorca-Klassiker Trofeo Princesa Sofía sind auch die zweite Regatte der 52 Super Series vor Kapstadt, der Auftakt zum SailGP vor San Francisco, die BVI Spring Regatta, der Auftakt zur GC32-Saison, die Saisoneröffnung der World Match Racing Tour (Bermuda Gold Cup) und das Antigua Bermuda Race sowie viele weitere kleinere oder größere Regatten in aller Welt gestrichen oder verschoben.

Die Organisatoren der Segel-Bundesliga aber hoffen noch, wie geplant in die Saison durchstarten zu können. In einem Statement hieß es am Montagabend zum aktuellen Stand für die geplanten Veranstaltungen der Saison unter anderem: "Wir verfolgen die Entwicklungen sehr genau und stehen mit allen Partnern und offiziellen Stellen in kontinuierlichem Austausch. Zum derzeitigen Zeitpunkt sind keine verlässlichen Prognosen zum weiteren Verlauf der Ausbreitung, seiner erfolgreichen Eindämmung und somit auch nicht zur Normalisierung des öffentlichen Lebens möglich. Nach derzeitigem Stand gehen wir noch bis auf Weiteres von einem regulären, wie bisher geplanten Saisonstart aus. Der Segelsport findet glücklicherweise im Freien statt, gilt nicht als Massenveranstaltung und würde bei einer Lockerung der derzeitigen Maßnahmen – entsprechende Empfehlungen der Gesundheitsbehörden vorausgesetzt – durchgeführt werden können. Parallel bereiten wir uns aber ebenso darauf vor, dass die dynamische Ausbreitung nicht erfolgreich eingedämmt werden kann. Für diesen Fall würden wir den Saisonbeginn verschieben, diese Option bereiten wir bereits vor."

In der Zentrale des Welt-Seglerverbandes und auch beim DSV wird derzeit intensiv an möglichen Alternativ-Programmen für ausstehende Nationenqualifikationen und nationale Ausscheidungen für die Olympischen Spiele 2020 gearbeitet. Sowohl World Sailing als auch der DSV haben angekündigt, ihre Lösungen zeitnah vorzustellen. Dabei bleibt das Stattfinden der Olympischen Spiele Ende Juli/Anfang August ein stark diskutiertes Thema.

Stand vom 16.03.2020, 17 Uhr:

+++ Der Hamburger Hafengeburtstag fällt aus +++

Die Hamburger Wirtschaftsbehörde hat den 831. Hafengeburtstag abgesagt. Die Veranstaltung, die gewöhnlich ein Millionenpublikum in die Elbmetropole lockt, sollte ursprünglich vom 8. bis zum 10. Mai stattfinden. Nun ist sie ersatzlos gestrichen, sie wird in diesem Jahr nicht durchgeführt.

+++ Yachtfestival in Neustadt soll stattfinden +++

Das Hamburg Ancora Yachtfestival in Neustadt soll wie geplant vom 5. bis 7. Juni in der Ancora Marina in Neustadt in Holstein stattfinden. Stand heute "besteht aktuell kein Anlass zur Einschränkung des Messebetriebs", teilt die veranstaltende Hamburg Messe und Congress GmbH mit.

Rund 220 Boote und Yachten an den Stegen, zahlreiche Aussteller an Land sowie ein umfangreiches Vortrags- und Seminarprogramm sollen Besucher Anfang Juni zur In-Water-Boatshow an die Ostsee locken.

Stand vom 16.03.2020, 15:30 Uhr:

+++ International Multihull Boatshow abgesagt +++

Frankreich rechnet ab morgen, Dienstag, mit einer Ausgangssperre. Die Organisatoren der International Multihull Boatshow in La Grande Motte haben deshalb die Veranstaltung in Südfrankreich heute Montag annuliert. Die Messe in Südfrankreich hätte vom 15. bis zum 19. April stattfinden sollen. Sie gilt als die weltweit führende Leitmesse für Mehrrumpfboote.

Stand vom 16.03.2020, 15:15 Uhr:

+++ Antigua Classic Yacht Regatta verschoben +++

Wie die Veranstalter mitteilen, wurde auch die beliebte Klassikerregatta auf der Karibik-Insel Antigua verschoben. Die 33. Auflage der regelmäßig Ende April stattfindenden Veranstaltung, bei der rund 40 der großen Klassiker starten, soll dann im kommenden Jahr durchgeführt werden. "Wir reagieren damit auf die Empfehlungen der Regierung und auf die erschwerten Bedingungen der Teilnehmer, die teilweise aus dem Ausland hierher überführen müssen", so Schirmherr Carlo Falcone in einer Pressemitteilung.

Stand vom 16.03.2020, 14:52 Uhr:

+++ Inseln in Nord- und Ostsee gesperrt +++

Die norddeutschen Küstenländer unterbinden seit heute, 16. März, den Zugang für Touristen zu den Inseln in der Nord- und Ostsee. Darauf haben sich Ministerpräsidentin Manuela Schwesig, Ministerpräsident Daniel Günther und Ministerpräsident Stephan Weil am Sonntag verständigt. In Mecklenburg-Vorpommern werden die Maßnahmen aufgrund der Größe der Inseln und der zahlreichen direkten Verbindungen aufs Festland schrittweise eingeführt.

Von den Zugangsbeschränkungen ausgenommen werden lediglich Personen, die ihren ersten Wohnsitz auf einer der Inseln haben, zur Arbeit auf die Insel müssen oder von der Arbeit auf dem Festland zurückkehren. Die Versorgung der Inseln mit Gütern des täglichen Bedarfs werde weiterhin sichergestellt. 

Grund für die Abriegelung sei, dass die Gesundheitssysteme der Inseln nicht auf eine größere Zahl von mit dem Coronavirus infizierten Menschen vorbereitet sind. Die Maßnahme diene damit sowohl dem Schutz der Inselbevölkerung als auch dem Schutz der Gäste. Insbesondere seien die Kapazitäten der Intensivmedizin auf den Inseln nicht auf schwere Erkrankungsverläufe ausgelegt. 

Urlauberinnen und Urlauber, die bereits auf einer der Inseln Quartier bezogen haben, werden aufgefordert, den Heimweg anzutreten. 

Stand vom 16.03.2020, 14:30 Uhr:

+++ Trans Ocean veröffentlicht Liste mit offenen und geschlossenen Revieren +++

Dänemark: geschlossen! Norwegen: geschlossen! Azoren: Nur noch unter Auflagen anlaufbar! Die deutsche Vereinigung für Langfahrtsegler Trans Ocean hat am gestrigen Sonntag eine umfangreiche Liste online gestellt mit Informationen über Länder und Segelreviere, die von Seglern gegenwärtig noch angesteuert werden können beziehungsweise die ihre Häfen bereits geschlossen haben. Für einzelne Reviere werden zudem behördliche Auflagen beschrieben, die Segler bei der Ansteuerung erfüllen müssen.

+++ DSV sagt Seminare und Prüfungen ab +++

Alle Prüfungen zum Erwerb von Sportbootführerscheinen und Funkzeugnissen durch die DSV-Prüfungsausschüsse sind bis auf Weiteres ausgesetzt. Alle Seminare und Fortbildungsveranstaltungen der DSV-Akademie werden bis Ende April ausgesetzt. Auch der Fahrtenseglerabend am 21. März findet nicht statt, ebenso wenig die Ausscheidungsregatta Mixed Offshore vom 22. bis 24. April sowie das Offshore-Training Go4Speed am 25./26. April. Darüber hinaus sind alle Prüfungen zum Erwerb einer Lizenz für Segellehrerinnen und Segellehrer im April abgesagt. Alle Sitzungen der Gremien des Deutschen Segler-Verbands werden bis auf Weiteres grundsätzlich als Telefonkonferenz angesetzt, heißt es in einer Mitteilung des Verbands.

Stand vom 11.03.2020, 13 Uhr:

+++ Grenada geschlossen +++

Wie das Portal „Now Grenada“ berichtet, hat die Regierung des Karibikstaates verfügt, dass Personen aus vier Ländern bis auf Weiteres nicht mehr einreisen dürfen: China, Iran, Italien – und Deutschland. Ausgenommen sind Bürger von Grenada, die aus den genannten Staaten kommen, sie müssen allerdings für zwei Wochen in Quarantäne. Für deutsche Segler ist die Saison in einem der beliebtesten Chartergebiete der Karibik somit vorzeitig beendet. 

+++ Einbrüche bei den Charterbuchungen +++

Auch andernorts leidet die Branche bereits extrem; die Buchungszahlen stürzen regelrecht ab. Bei einer YACHT-Recherche berichteten mehrere Flottenbetreiber von um die 30 Prozent Stornierungen bereits gebuchter Törns. Das betrifft derzeit insbesondere die italienischen Reviere. 

Welche Ansprüche die Kunden haben, hängt nach Einschätzung der Vereinigung Deutscher Yacht-Charterunternehmen (VDC) von der jeweiligen Konstellation ab. Vereinfacht stellt der Dachverband die Situation in drei Szenarien so dar:

Szenario 1: Das Schiff liegt in einem Gebiet, das wegen des Virus nicht bereist werden darf. Das heißt: Der Veranstalter kann die vereinbarte Leistung nicht erbringen und muss deshalb die volle Chartergebühr erstatten.

Dazu rät die VDC: "Betroffene Kunden sollten sich mit ihrer Agentur / ihrem Anbieter in Verbindung setzen, um eine individuelle Regelung für ihre Yachtcharter / ihre Hausbootferien zu erörtern. Viele Vercharterer haben aufgrund der Coronasituation ihre Charterbedingungen zwischenzeitlich vorübergehend angepasst und bereits sehr kundenorientierte Lösungen erarbeitet, damit Chartergäste auf ihren Urlaub auf dem Wasser nicht verzichten müssen."

Szenario 2: Der Kunde kann einen Törn nicht antreten, weil er oder der Flughafen, über den er anreisen wollte, unter Quarantäne gestellt wurde. In dem Fall bestehen keine Ansprüche an den Vercharterer. Auch eine Reiserücktrittsversicherung hilft dann nicht zwingend. Jonas Ball vom Versicherer Pantaenius erklärt dazu, dass eine solche Police nur dann greift, wenn "der Versicherungsnehmer an Corona erkrankt" ist. "Der Ausfall eines Fluges oder das Unter-Quarantäne-Stellen" gehörten hingegen nicht zu den abgesicherten Ereignissen.


Szenario 3: Das Auswärtige Amt erlässt eine Reisewarnung für das Chartergebiet. "Eine solche Reisewarnung ist leider ebenfalls kein versichertes Ereignis", sagt Jonas Ball. Das Risiko trägt der Kunde.

Andere Juristen halten absolute Aussagen zu Rechtsfragen in Sachen Corona für verfrüht. Der Hamburger Rechtsanwalt Dr. Heyko Wychodil etwa sagt, es bleibe zunächst "abzuwarten, wie Gerichte die Corona-Problematik einordnen werden". Es geht dabei auch um die Verteilung von Haftungsrisiken.

Geschädigte Charterkunden sollten zunächst versuchen, sich mit dem Charterunternehmen auf eine Lösung zu verständigen. 

+++ Meisterschaften abgesagt, Regatten drohen auszufallen +++

Einige Veranstalter haben wichtige Regatten bereits abgesagt, darunter die Asien-Meisterschaften in Abu Dhabi und die J/24-Europameisterschaft in Italien.

Unklar ist derzeit noch die Lage im Mittelmeer, wo die vorolympische Regattasaison ebenso auf der Kippe steht wie der Auftakt zur America's-Cup-Weltserie.

In Spanien, Italien und Griechenland betrifft die Sorge die 470er-Weltmeisterschaften und die Princess-Sofia-Regatta im März, die Weltcupserie der Olympischen Klassen in Genua und die America's-Cup-Vorregatten auf Sardinien im April sowie die 470er-EM, den Finn-Goldcup und die Nacra- und 49er-Europameisterschaft im Mai. Ob diese Veranstaltungen stattfinden können und wenn ja, unter welchen Auflagen, ist derzeit noch vollkommen ungewiss. 

+++ Auch kleinere Veranstaltungen gestrichen +++

Großveranstaltungen mit mehr als 1000 Teilnehmern werden vielerorts bereits von Amts wegen untersagt. Aber auch kleinere Events sind schon gestrichen worden. So wird die Bundespolizei in Neustadt ihren Piraterie-Workshop für Blauwassersegler in diesem März nicht durchführen, neue Termine sind der 26./27. September 2020 und der 13./14. März 2021. Auch Bobby Schenks Blauwasserseminar in Glücksburg wurde auf einen späteren Zeitpunkt verschoben.

Es ist angesichts der sich permanent verändernden Lage schlichtweg unmöglich, alle Entwicklungen im Hinblick auf Versammlungen und Veranstaltungen vollumfänglich abzubilden. Segler, die ihre Teilnahme an einem solchen Event geplant haben, sollten sich deshalb vor Ort erkundigen, ob und unter welchen Bedingungen er überhaupt stattfindet. 

(Aktualisierte Fassung: Die Ursprungsversion dieses Artikels wurde um zusätzliche Informationen ergänzt)

YACHT-Redaktion am 02.04.2020

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