Refit-Blog Woche 94

Wie im Warenhaus: Anpassung der Beschläge

Die Probemontage aller Beschläge ist wichtig, um später die Deckslackierung nicht zu beschädigen und Folgearbeiten zu ermöglichen

Lars Bolle am 06.09.2018
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YACHT/N. Günter

Zwei Tage Arbeit und die Dehlya sieht schon fast wieder wie ein Boot aus. Die Gewinde für die Füße der Relingstützen, für Bug- und Heckkörbe mussten nachgeschnitten werden sowie alles anmontiert. Alle Löcher für Winschen und Hebelklemmen wurden gebohrt und geschnitten, die entsprechenden Beschläge provisorisch montiert.

Auch die Löcher der Püttingeisen mussten neu gebohrt werden, sie waren von innen überlaminiert, von außen überspachtelt worden. So etwas zählt zu den kleineren Misslichkeiten eines Refits, bei dem verschiedene Gewerke dezentral arbeiten. Da interessieren manchmal die Löcher des einen den anderen wenig.

Fotostrecke: Refit Dehlya 25 Beschlagsmontage

Fast alle Beschläge sind nun auf dem Boot und müssen doch wieder runter, wenn ganz zum Schluss das Deck final lackiert wird. Wozu dann der ganze Aufwand?

Wäre die Dehlya originalgetreu restauriert worden, mit denselben Beschlägen am selben Platz, wäre es einfach gewesen. Warum wir nicht originalgetreu nachbauen, haben wir mehrfach beschrieben. Damit befinden wir uns in einigen Bereichen aber auch quasi im Prototypenbau.

Wie heißt es noch so schön? „Der Konstrukteur hat sich etwas dabei gedacht.“ In der Tat, eine Änderung an einer Stelle zieht oft eine Ereigniskette an Folgeveränderungen nach sich. Deshalb wurde zunächst alles „trocken“ montiert, denn noch ist es möglich, etwa falsche Bohrungen wieder zu verspachteln, was bei einem lackierten Deck deutlich aufwendiger wäre.

Außerdem müssen sich Folgearbeiten, wie das Verlegen des Permateek-Decksbelages, an bestehenden Beschlagspositionen orientieren, etwa für die Ausschnitte der Püttingeisen oder der Deckseinlässe für die Gennaker-Bedienleinen.

Offen blieb zunächst noch die genaue Positionierung der Genuaschienen. Diese soll nun gleich zu Beginn der Interboot in Friedrichshafen erfolgen. Denn dort wird das Boot aufgeriggt und aufgetakelt stehen, womit dann auch die genauen Positionen der Holepunkte bekannt sind. Die Genuaschienenposition ist wiederum auch für den Decksbelag wichtig, um diesen passgenau umlaufen zu lassen.

Wie man sieht: Es gibt noch viel zu tun – wir packen es an!

Lars Bolle am 06.09.2018

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