Deutscher Segler-Verband
Wichtige Richtungsentscheidungen im DSV stehen bevor

Am Samstag muss der Seglerrat auf einer außerordentlichen Sitzung Mona Küppers als Präsidentin bestätigen. Es geht aber auch um den künftigen Kurs des Verbands

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 31.03.2017
Soll neue DSV-Präsidentin werden: Mona Küppers Soll neue DSV-Präsidentin werden: Mona Küppers Soll neue DSV-Präsidentin werden: Mona Küppers

YACHT/M. Strauch Soll neue DSV-Präsidentin werden: Mona Küppers

Nach dem überraschenden Rücktritt von Andreas Lochbrunner vor drei Wochen hat das Präsidium die bisher für Freizeit- und Breitensport zuständige Mona Küppers als kommissarische Präsidentin vorgeschlagen. Die Oberhausenerin soll bis zu den regulären Wahlen beim Seglertag im November übergangsweise den Verband leiten. Sie wäre in der fast 130-jährigen Geschichte des DSV die erste Frau an dessen Spitze.

Als Vizepräsidentin wurde sie erst vor einem Jahr in das Führungsgremium des Verbands berufen. Sie ist damit das dienstjüngste Mitglied des Präsidiums. Bevor sie den Vorsitz offiziell übernehmen kann, braucht sie die Bestätigung durch den Seglerrat, der jedoch als Formsache gilt.

Eine andere Entscheidung, die ebenfalls auf der Agenda der außerordentlichen Sitzung steht, hat freilich wesentlich mehr Tragweite: Dabei geht es um die Frage, ob und in welcher Höhe der Verband für die laufende Restrukturierung sowie die Förderung des Leistungssports Darlehen aufnehmen darf.

Der bereits vor zwei Jahren vom Seglertag genehmigte Etat reicht nach YACHT-Informationen nicht aus, um die Ausgaben abzudecken. Der Haushaltsentwurf von 3,1 Millionen Euro hatte nicht in ausreichendem Maße berücksichtigt, welche Sonderbelastungen sich aus dem Veränderungsprozess in der Geschäftsstelle und dem Auslaufen der Sponsorenverträge für das Sailing Team Germany ergeben.

Deshalb muss der DSV eine Lücke von rund 1,2 Millionen Euro allein in diesem Jahr fremdfinanzieren – mehr als ein Drittel des ursprünglich kalkulierten Gesamtetats. Falls nennenswerte Mittel aus dem Sportsonsoring auch im Folgejahr ausblieben, entstünde 2018 weiterer Finanzierungsbedarf.

DSV

Den größten Anteil an der nötigen Darlehenssumme hat der Olympiakader (ca. 900.000 Euro). Er umfasst laut Planung wie in den Vorjahren zehn Klassen. Falls der Seglerrat einer Verschuldung des Verbands nicht oder nicht im vollen Umfang zustimmt, müsste dieser drastisch verkleinert werden – was wiederum die Vermarktungschancen der jetzt als "German Sailing Team" auftretenden Segelnationalmannschaft schmälern würde.

Auswirkungen könnte die anstehende Entscheidung auch für den Restrukturierungsprozess haben, in dem sich die Geschäftsstelle aktuell befindet. Sie soll serviceorientierter werden, transparenter, mit verbesserten Leistungen insbesondere für Freizeitsportler und Fahrtensegler, was ebenfalls Investitionen in sechsstelliger Höhe erfordert.

Wie diese wichtige Weichenstellung am Wochenende ausfallen wird, ist noch völlig unklar. Sicher ist nur: Ein vergleichbares Vorhaben gab es im DSV seit Jahrzehnten nicht.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: Deutscher Segler-VerbandDSVDSV-PräsidentinHaushalt 2017Mona KüppersSeglerrat

Anzeige