Produktionsverlagerung

Wetterleuchten über Orust – Najad zieht sich zurück

Die Bootsbauer-Insel verliert einen weiteren Betrieb. Najad macht dicht. Das ist aber nicht das Ende, nur der nächste Neuanfang – denn es soll weitergehen

Jochen Rieker am 27.04.2018
Najad zieht sich aus Henan zurück
YACHT/N. Günter

Nur eine Woche nach der Insolvenz von Bavaria zuckten heute auch über Henan auf der westschwedischen Insel Orust Blitze vom Himmel. Die Nachricht von der Auflösung Najads schlug ein wie ein Unwetter. Denn so mancher mag da an eine Serie gedacht haben: erst die Großen aus Franken, jetzt die feinen Kleinen aus Schweden.

Doch obwohl es die eine oder andere Parallele gibt: Die Situation ist tatsächlich eine ganz andere. Najad ist nicht zahlungsunfähig, und der Investor zieht sich keineswegs zurück.

Dennoch traf Håkan Eksandh eine schwere Entscheidung: Allen Mitarbeitern der Werft ließ er in der Früh mitteilen, dass sie ihre Arbeitsplätze nach Auslieferung der noch im Bau befindlichen Yachten verlieren werden.

Najad zeiht sich aus Henan zurück

Nicht mehr am Ruder: Jörgen Ottoson

Jörgen Ottoson, der Geschäftsführer, kam dem zuvor. Nach seiner Darstellung habe er selbst den Job quittiert. Wie YACHT online aus dem Gesellschafterkreis erfuhr, war es freilich ein erzwungener Abschied. Ottoson hatte nach gravierenden Verlusten in den Vorjahren und auch im ersten Halbjahr 2018 den Rückhalt des Aufsichtsrats verloren.

Nach Angaben aus der Holding wird der Betrieb in Ruhe abgewickelt und nicht auf Kosten von Kunden oder Zulieferern liquidiert. "Alle Rechnungen werden bezahlt, alle Boote ausgeliefert", sagte ein hochrangiger Manager gegenüber der YACHT.

Anders als aus manchen Quellen vor Ort zu erfahren war, bedeutet dies keineswegs das Aus für Najad. "Wir machen weiter. Wir werden künftig nur die Fertigung nach Uddevalla verlegen." Dort wurde bisher bereits ein Teil der Arcona-Modelle gebaut. Die Marke, bekannt für solide und erfolgreiche Performance-Cruiser, gehört erst seit Kurzem zu Najad und ist besser aufgestellt. Deshalb die Entscheidung für den geordneten Rückzug aus Henan.

Najad bleibt damit in unruhiger See. Die Werft erlitt in den vergangenen Jahren zweimal Schiffbruch: 2011 und erneut 2013. Seit der Übernahme durch Håkan Eksandh gibt es zumindest auf Gesellschafter-Seite Kontinuität. 

Mehr über den Umbruch lesen Sie in Kürze in YACHT 11-2018. Darin auch der Exklusivtest der neuen Najad 395, die ihr Debüt im Januar auf der boot Düsseldorf feierte.

Najad zeiht sich aus Henan zurück

Die Najad 395 vorige Woche beim Exklusivtest der YACHT. Er erscheint  in Ausgabe 11-2018

Jochen Rieker am 27.04.2018

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