Wirtschaft
Werften reduzieren Produktion und Personal

Die Finanzkrise bringt auch die Wassersportbranche vom Kurs ab. Jetzt hat HanseYachts Stellenstreichungen angekündigt

  • Jochen Rieker
 • Publiziert am 29.10.2008

Die Greifswalder Serienwerft hatte sich in dem im Sommer abgelaufenen Geschäftsjahr 2007/08 noch krisenfest präsentiert und mit knapp 29 Prozent Umsatzwachstum das beste Ergebnis der fünf größten Yachtbauer weltweit vorgelegt. Doch jetzt muss auch Hanse reffen.

Jeder siebte der 700 Arbeitsplätze wird gestrichen, ließ das Unternehmen gestern in einer Ad-hoc-Meldung wissen. Zudem will die Werft Kurzarbeit beantragen, um auf die Absatzrückgänge zu reagieren. "Zuverlässige Absatz- und Umsatzprognosen", so hieß es, seien in der aktuellen Finanz- und Wirtschaftskrise "nicht möglich."

Damit vollzieht nun auch HanseYachts nach, was andere Bootsbauer bereits hinter sich haben. In den vergangenen Monaten mussten von Großserienherstellern wie Bavaria bis hin zu Nobelwerften wie Hallberg-Rassy und Najad nahezu alle Anbieter ihre Prognosen und Produktionskapazitäten nach unten anpassen.

Betroffen ist nicht zuletzt Dehler. Das Traditionsunternehmen, das bereits in den neunziger Jahren vor dem Aus stand, kämpft derzeit um seine Existenz. Für Donnerstag wird die Entscheidung über eine Landesbürgschaft erwartet, von der die weitere Finanzierung der Werft abhängt. Geschäftsführer Wilan van den Berg hatte Lieferanten in einem Schreiben um Verständnis gebeten, dass Dehler den Zahlungsverpflichtungen derzeit nicht nachkommen könne.

Zu den Aussichten auf eine Anschlussfinanzierung sagte van den Berg der "Financial Times Deutschland": "Wir sind in Gesprächen mit Banken — und die verlaufen gut. Wir sind sehr nah an einer Lösung."

Aufgrund der angespannten Ertragslage sind Dehler wie auch die vor kurzem erst übernommene Etap nicht auf der Hamburger Bootsmesse vertreten. Bereits der Interboot in Friedrichshafen Mitte September waren beide Werften ferngeblieben.


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Themen: BavariaDehlerFinanzkriseHanseHanseyachtsWirtschaft

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