Führerscheine
Weg frei für eine neue Struktur

„Von unnötigem Ballast befreit“ – Verkehrsministerium und Verbände haben sich auf ein vollkommen neues Ausbildungssystem geeinigt

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 20.01.2011

YACHT/B. Andersch Der Sportbootf

Es bleibt nicht bei der bislang vorgesehenen leichten Reduzierung des Fragenkatalogs und der Umstellung auf Multiple Choice: Die gesamte Struktur wird überarbeitet – eine überraschende Wende.

Nachdem das Bundesverkehrsministerium im vergangenen Sommer die neuen, abgespeckten und auf das Ankreuz-Verfahren umgestellten Fragenkataloge für die Sportbootführerscheine vorgestellt hatte, regte sich Protest in Teilen der Branche – die Reform ging manchen nicht weit genug. Der Bundesverband Wassersportwirtschaft (BVWW), ADAC, Kreuzer-Yachtclub Deutschland e.V. und die Vereinigung Deutscher Charterunternehmen plädierten für eine grundlegende Reform. Aber die Chancen schienen gering (YACHT 14/2010).

Nun aber verkündet der BVWW „gute Nachrichten für Sportbootfahrer“: Die genannten Organisationen haben sich mit dem Ministerium und den beliehenen Verbänden (Deutscher Segler- und Deutscher Motoryachtverband) auf eine ganz neue Struktur geeinigt. Sie bringt wesentliche Vereinfachungen mit sich, insbesondere ein deutlich verringertes Fragenkonvolut sowie eine Verringerung der Prüfungsgebühren.

Danach soll das neue, modular aufgebaute Führerscheinmodell wie folgt aussehen:

• Basismodul mit ca. 80 Fragen (gilt für Binnen und See)
• spezifisches Seemodul mit ca. 220 Fragen
• spezifisches Binnenmodul/Motor mit ca. 220 Fragen
• spezifisches Binnenmodul/Segeln mit ca. 50 Fragen

Führerscheinaspiranten, die den Amtlichen Sportbootführerschein Bin-nen/Motor oder See ablegen wollen, müssen also jeweils rund 300 Fragen beantworten können. Bewerber, die beide Führerscheine erwerben wollen (auch nacheinander), werden mit insgesamt rund 520 Fragen konfrontiert.

Bewerber, die den Sportbootführerschein Binnen nur unter Segel erwerben wollen, sind von der Beantwortung der motorspezifischen Fragen im Basis-modul befreit.

BVWW-Präsident Robert Marx gibt sich in einer ersten Reaktion zufrieden: „Die erreichte Einigung ist ein positives Signal für die Branche. Die Fragenkataloge wurden von unnötigem Ballast befreit und Bewerber, die beide Führerscheine ablegen wollen, brauchen Fragen nicht mehr doppelt zu beantworten.“

Nach dem derzeitigen Entwicklungsstand ist davon auszugehen, dass die neuen Fragenkataloge nicht vor 2012 in Kraft treten werden.


Lesen Sie die YACHT. Einfach digital in der Delius Klasing Kiosk App (iTunes und Google Play) oder bestellen Sie es im Shop als Abo oder Einzelheft:

iTunes Store Google Play Store Delius Klasing Verlag

Themen: FührerscheineFührerscheine

Anzeige