Bootsbau
Wechsel an der Spitze von Najad

Alfred van Wincoop hat das Tagesgeschäft der schwedischen Qualitätswerft überraschend abgegeben

  • Jochen Rieker
  • Michael Good
 • Publiziert am 29.09.2009

Per Lindquist heißt der neue Geschäftführer von Najad Yachts. Er übernimmt die Leitung der Werft von Mehrheitsgesellschafter Alfred van Wincoop. Hintergrund sind offenbar Expansionspläne im Superyacht-Bereich

Wie die Werftleitung bekannt gegeben hat, wird der Wechsel an der Spitze der Werft unmittelbar vollzogen. Als Gründe werden strategische Überlegungen angegeben.

Nach der Übernahme durch Alfred van Wincoop im Jahr 2005 hat Najad das gesamte Angebot einer umfassenden Erneuerung unterzogen. Die Produktlinie ebenso wie die Marke wurde moderner und dynamischer.

Inzwischen sei der Wandel zum größten Teil vollzogen. Jetzt stünde Najad vor neuen Herausforderungen, sagt Magnus Ridderstad, Marketing-Manager bei Najad. Es geht für die Bootsbauer in Ellös nun darum, den Kurs zu konsolidieren und sich auf den Rückgang im Ordervolumen einzustellen. Deshalb hätten sich auch Veränderungen im Management aufgedrängt.

Der neue Geschäftsführer Per Lindquist ist seit einem Jahr bei Najad und hat sich dort bisher in führender Position um die Produktion gekümmert. Der 57jährige hatte zuvor für den schwedischen Automobilhersteller Volvo in den USA gearbeitet.

Alfred van Wincoop zieht sich derweil operativ aus dem Tagesgeschäft von Najad zurück. Als Mehrheitseigentümer bleibt er aber weiterhin finanziell an der Werft beteiligt. Der Holländer will sich in Zukunft mit dem Bau von Superyachten bis 30 Meter Länge beschäftigen und wird dafür ein eigenständiges Geschäftsfeld aufbauen.

Erstes Projekt wird ein 100-Fußer sein, der von Konstrukteur Rob Humphreys entwickelt und nicht in Ellös gebaut werden soll. Bisher war Judel/Vrolijk & Co Designer für die Yachten aus Westschweden. Die Details der Megayacht sind noch geheim, bis ein Käufer für das erste Projekt gefunden sei, erklärte Alfred van Wincoop gegenüber YACHT online. Auch sei noch unklar, ob das Boot als Najad auf den Markt komme.

Auf die Frage, welche Zielrichtung er verfolge, erklärte van Wincoop: "Ich wollte etwas entwickeln, das es im Markt noch nicht gibt. Es wird ein leistungsfähiges Fahrtenschiff, hochinnovativ, aber zeitlos, mit Ketsch-Takelung und Hubkiel." Optisch und konzeptionell siedle es "zwischen einer Oyster und einer Wally", so Wincoop.


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Themen: BootsbauNajadWincoop

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