Rekordfahrt

Watson viermal quergeschlagen

Nach den ruhigen Bedingungen am Kap Hoorn wurde die 16-Jährige nun von einem Sturm im Atlantik erwartet

am 25.01.2010

Beschädigter Geräteträger auf der "Ella’s Pink Lady"

Genau 100 Tage ist Jessica Watson heute auf See und hat mit 11.000 Seemeilen exakt die Hälfte der Strecke hinter sich. Ein schwerer Sturm stellte nun jedoch Schiff und Skipperin auf eine harte Bewährungsprobe.

In dessen Verlauf schlug die "Ella's Pink Lady", bedingt durch sieben bis zehn Meter hohen Wellen, viermal quer. Dabei gingen mehrere Ausrüstungsgegenstände wie der Windmesser — der zuletzt 65 Knoten Wind angezeigt hatte — zu Bruch, Watson blieb aber unverletzt. Sie hatte sich unter ihrer festen Sprayhood fest angegurtet und so einigermaßen sicher den Sturm abwettern können, während die Windsteueranlage das Schiff gut auf Kurs hielt. Allerdings konnte die Anlage die Knockdowns nicht verhindern.

Dabei löste auch eine ihrer an Bord befindlichen Epirbs (Emergency Position Indicating Radio Beacon) aus. Das Signal wurde erfasst, und das australische MRCC (Maritime Rescue Coordination Center) meldete sich prompt bei Jessicas Mutter, um sie darüber zu informieren, dass sie ein Notsignal von Bord der "Ella’s Pink Lady" empfangen habe. Glücklicherweise rief Jessica Watson kurze Zeit später und unabhängig von dem Auslösen der Epirb, das sie gar nicht bemerkt hatte, bei ihren Eltern an, um sie über die Lage im Sturm zu informieren, die zwar angespannt, aber doch sicher war.

Derzeit befindet sich die Seglerin zirka 1.250 Seemeilen querab Comodoro Rivadavia/Argentinien und mit einer halben Weltumrundung im Kielwasser bereits auf dem Heimweg nach Sydney/Australien, von wo aus sie am 18. Oktober 2009 gestartet war. Der Wind hat bis auf zehn Knoten abgenommen, und der Schwell beträgt nur noch drei Meter. Watson nutzt diese Gelegenheit nun, um die vom Sturm verursachten Schäden, so weit es eben geht, zu beheben und die Kajüte, die sie als totale "Desaster-Zone" beschreibt, gründlich aufzuräumen.

Die Schäden an Bord halten sich in Grenzen: Der Geräteträger über dem Cockpit wurde durch die Wucht des Aufpralls verbogen, aber kein Solarpaneel beschädigt. Außerdem hat sich ihr Bordklo losgerissen und ist durch die Kajüte gepoltert. Das größte Problem bereitet ihr jedoch der Kocher, den sie nicht mehr zum Brennen bekommt. Daher wird es wohl vorerst keine frischen Muffins mehr an Bord geben.

Am Samstag brach indes von der Marina del Rey in Kalifornien die 16-jährige Abby Sunderland auf, um mit ihrer zwölf Meter langen "Wild Eyes" ebenfalls die Welt nonstop zu umsegeln. Ihr Bruder Zac war im letzten Jahr von seiner Einhand-Weltumsegelung zurückgekehrt, die er im selben Alter begonnen hatte. Der Rekord des jüngsten Weltumseglers blieb jedoch nicht lange bestehen — nur wenige Wochen später nahm ihm der Brite Mike Perham den Titel ab.

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