Langfahrt
"Walross" rundet Kap Hoorn

Nur einen Monat nach Ablegen in Auckland erreicht das Schiff des Berliner ASV heute seine südlichste Wegmarke

  • Johannes Erdmann
 • Publiziert am 16.02.2010

Rolex / D. Forster "Walross 4" in voller Fahrt

"Nach 31 Tagen auf See können wir die Bergspitzen Feuerlands sehen. Alles recht unspektakulär, da wir uns noch in einem Hochdruckkeil befinden und bei wenig Wind und altem Schwell auf Kap Hoorn zueiern."

So der Bericht des ersten Landkontakts, den die Crew der "Walross" gestern Abend unserer Zeit in ihrem Internet-Logbuch veröffentlichte. Weiter ist zu lesen: "Das fehlende Großsegel macht sich empfindlich bemerkbar und wir nehmen die Bronzefock zu Hilfe, um vor dem nördlich von uns heranziehenden Tief rechtzeitig am Kap zu sein. Vorher noch gegen Ostwind anzukämpfen steht nicht auf unserer Wunschzettel.

Die Crew ist wie elektrisiert! Das Ende der Reise ist abzusehen — auch wenn noch ein paar Meilen bis zum Kap und nach Ushuaia vor uns liegen. Die wichtigsten Gesprächsthemen handeln von den an Land zu zelebrierenden Duschorgien und wie viel Stunden unter der Dusche nötig seien, um nicht sofort aus dem nächsten Lokal rausgeschmissen zu werden.
Bis Kap Hoorn sind es noch 75 Meilen."

Inzwischen müsste die "Walross" die legendäre Landmarke im Süden Amerikas gerundet haben und Kurs auf Ushuaia anliegen. Bereits vor acht Tagen war ihnen das Großsegel im oberen Teil aus den Nähten gerissen, sodass sie die letzten 1.250 Seemeilen bis zum Hoorn mit dem Trysegel oder mit dem Vorsegel auskommen mussten.

Mit an Bord der "Walross" ist der Folkebootsegler Bastian Hauck, der sein marodes Holzboot für ein halbes Jahr gegen den schnellen Renner des Akademischen Seglervereins Berlin eingetauscht hat. Für ihn ein Quantensprung. Seiner "Tadorna" will er jedoch nicht untreu werden: "Ganz im Gegenteil: ich habe vor, sie nach meiner Rückkehr in den dann leeren Schuppen des ASV zu schieben und einer Generalüberholung zu unterziehen, um sie fit für neue Abenteuer zu machen", schreibt er in seinem Blog.

Nach einem Zwischenstopp in Ushuaia will die Crew der "Walross" die Reise über die Azoren fortsetzen und nach drei Jahren auf den Weltmeeren in heimatliche Gewässer zurückkehren.


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Themen: ASVBerlinhauckKap Hoornwalross

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