IJsselmeer
Von wegen Tümpel – drei Yachten sinken

Gleich neben der Ketelbrücke sowie vor Stavoren und Workum zerschellten die Boote. Insgesamt sechs Menschen werden durch die KNRM gerettet

  • Alexander Worms
 • Publiziert am 11.08.2011

www.knrm.nl Auf den Steinen vor Urk zerschellt: die deutsche Yacht „Candida”

Die Koninklijk Nederlandse Reddings Maatschapij (KNRM), das niederländische Pendant der DGzRS, war mit Einheiten der Stationen Hindeloopen und Urk an den Rettungsaktionen beteiligt. Eine niederländische Familiencrew bestehend aus zwei Erwachsenen und zwei Kindern musste von ihrem etwa sechs Meter langen Holzkajütboot gerettet werden. Kurz zuvor war dieses mit Treibgut kollidiert und leckgeschlagen. Die Ausrüstung mitsamt der Puppe der Tochter wurde im aufgewühlten IJsselmeer verteilt. Die routinierten KNRM-Kräfte erkannten den Ernst der Lage und retteten auch die Puppe. Glück im Unglück nennt man das wohl. Das Schiff hingegen ist ein Totalschaden.

www.knrm.nl Die gesunkene Yacht im aufgewühlten IJsselmeer vor Workum

www.knrm.nl Die Familie holt die Reste des Gepäcks aus dem abgeborgenen Schiff

Ähnlich erging es der deutschen Yacht "Candida". Nach einem Motorschaden versuchte die Crew zunächst, durch das Ausbringen von zwei Ankern den Drift in Richtung Legerwall zu beenden. Das gelang jedoch nicht. Manövrierunfähig trieb die Yacht auf die Steine, schutzlos den bei kräftigem südwestlichen Winden auflaufenden Wellen ausgeliefert. Sie schlug Leck und sank. Die Besatzung rettete sich ans Ufer, ein Autofahrer beobachtete die Situation und rief von der nahen Autobahn A6 Hilfe herbei. Die Bilder des lokalen Fernsehsenders verdeutlichen die Lage bei der Bergung des Wracks. Einmal mehr zeigte das IJsselmeer seine raue Seite.

www.knrm.nl Nach dem Abbergen sind die Schäden am Unterwasserschiff deutlich sichtbar

Besonders bei westlichen Winden wird die Legerwallküste tückisch. Das hatte vor einigen Tagen erst eine Crew einer kleinen Segelyacht erfahren müssen, die versuchte, den Hafen von Stavoren zu verlassen. Der Elektromotor hatte keine Chance gegen Wind und Wellen. Auch diese Fahrt endete auf den Steinen.

A. Müller Auf den Steinen gelandet: Wind und Wellen waren zu stark für den Antrieb des Kleinkreuzers

Wetterinformationen und allgemeine Schifffahrtsberichte werden stündlich um 15 Minuten nach der vollen Stunde auf UKW-Kanal 1 ausgesendet. Wer sich über die ehrenamtliche Arbeit der Retter in den Niederlanden informieren möchte, kann dies hier tun: www.knrm.nl .


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Themen: gesunkene YachtenHindeloopenIJsselmeerKNRMSeenotUrk

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