Blauwasser-Blog

Vom Regattasegler zum Langfahrtsegler – und wieder zurück. Teil 2

Lennart Burke am 08.11.2018

Nachtarbeit und schwarzer Tee

Eine Zeit mit 70 Stunden pro Woche begann: 30 für den Job und 40 für die Bootsarbeit. Vale ging es ähnlich. Die Abiturvorbereitungen, das Boot, der Minijob, ... Und dazu wollten wir Freunde und Familie nicht vernachlässigen. Doch sie hatten inzwischen verstanden, worum es uns ging und unterstützen uns, so gut sie konnten.

Lennart Burke Atlantikrunde

Baustelle Boot: Nur mit Nachtschichten, Hilfe von Freunden und viel Enthusiasmus wird die betagte Yacht fertig

Unser bester Freund Josef stand mit uns stundenlang am Rumpf um das schrecklich schlechte Antifouling zu entfernen. Die Segelschule Dänholm, unser Verein, stellte uns freundlicherweise Liegeplatz, Werkstatt und jede Menge schwarzen Tee zur Verfügung. Und wenn wir spät nachts aufhörten zu arbeiten, stand manchmal zu Hause noch eine Portion Abendessen bereit. 

Wir erneuerten das gesamte Unterwasserschiff, wie auch die Elektrik von Grund auf. Ahnung hatten wir davon vorher eher weniger, aber dann mussten wir das eben lernen. Fragen kostet (meistens) nichts und mittlerweile kennen wir immerhin jedes Teil an unserem Schiff, um es gegebenenfalls zu reparieren. Genauso war es, als wir zusätzliche Reffreihen und Sturmsegel nähten. Jemanden damit zu beauftragen, wäre einfach zu teuer gewesen. 

"Segelt los!" – 10000 Meilen in zehn Monaten

"Wichtiger" Kram stapelte sich schließlich überall, Geld floss ins Boot, als hätte es ein Loch und schluckte unsere Zeit immer mehr. Wir schliefen an Bord, wechselten nur noch von Arbeitskleidung zu Boots-Arbeitskleidung und ließen nahezu jeden alltäglichen Luxus weg. Nur eine Sache ließen wir uns nicht nehmen. Auch wenn wir voller Staub oder todmüde waren, trafen wir unsere Freunde, grillten und genossen jede Sekunde. 

Wir hatten inzwischen einen Plan mit dem Motto "10.000 Meilen in 10 Monaten". Eine Atlantikrunde. Das erste Ziel: Loskommen. Aber wie, trotz all der noch ausstehenden Arbeiten? 

Lennart Burke Atlantikrunde

Der Aufbruch. Die IW-31 ist für Langfahrt ausgerüstet, tausende Seemeilen um den Atlantik liegen vor dem Bug

Durch nette Weltumsegler, die uns ihr Satellitentelefon überließen, erfuhren wir schließlich von Trans-Ocean, dem Verein zur Förderung des Hochseesegelns und einem Projekt, dass unsere Abfahrt nochmal etwas verzögern sollte: Der Verein suchte einen jungen Segler, der 2021 beim Mini-Transat über den Atlantik mitsegelt. Ein Traum für mich. Und obwohl ich längst mit den Gedanken auf Langfahrt war, war klar, dass ich mich zwischen Abfahrtsvorbereitungen und Vorfreude unbedingt noch bewerben musste – letztlich sogar mit Erfolg.

Die Weltumsegler gaben uns aber noch einen Tipp: "Segelt los!"

Das haben wir dann auch getan. 


Auf YACHT online berichtet Lennart Burke über seine Atlantikrunde und die anschließende Zeit bis zur Einhand-Transatlantikregatta Mini-Transat 2021.

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Lennart Burke am 08.11.2018

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