DGzRS
Virtuelle Notfallversorgung auf See

Die Berliner Charité und die Seenotretter kooperieren in der telemedizinischen Betreuung von Verletzten und Erkrankten auf Nord- und Ostsee

  • Karolina Meyer-Schilf
 • Publiziert am 05.12.2014

DGzRS/Die Seenotretter Bei Rettungseinsätzen setzt die DGzRS auch auf telemedizinische Betreuung

Ein neu entwickeltes telemedizinisches Notfallsystem soll in Zukunft Leben retten: "Aescu Link" ermöglicht die direkte Kommunikation zwischen einem Berliner Notarzt und dem Patienten oder dem Ersthelfer auf See. So soll wertvolle Zeit genutzt werden, um auch medizinische Laien bei der Erstversorgung zu unterstützen.

Das von der Charité-Tochter Global Health Care (GHC) entwickelte System stützt sich dabei auf verschiedene Kommunikationskanäle: Es funktioniert über Satellit ebenso wie über Bluetooth, W-Lan oder Mobilfunknetze. Bis jetzt ist ein Rettungskreuzer probeweise mit dem System ausgestattet, das pro Einheit rund 16.000 Euro kostet. Auf lange Sicht sollen zumindest alle Schiffe der DGzRS-Flotte ausgerüstet werden, die von fest angestellten Seenotrettern gefahren werden.

Die Kommunikation erfolgt über einen entsprechend ausgerüsteten Laptop, auf dem laut Prof. Dr. Manfred Dietel von der Charité "ein virtueller Notfallraum" geschaffen wird: Patient, Ersthelfer und Arzt können sich über eine Kamera sehen und miteinander sprechen. Anhand von Grafiken wird dem Ersthelfer gezeigt, wie er beispielsweise ein EKG anlegen muss, die Daten werden dann direkt in das Berliner Krankenhaus übertragen, wo der Notarzt die Diagnose stellt und die weitere Behandlung festlegt.

DGzRS Simulation eines Notfalls: im Vordergrund die Behandlungssituation, im Hintergrund der Arzt an Land 

Entwickelt wurde das System vor allem für die Offshore-Industrie. Aber auch Berufsschiffe und Kreuzfahrer können die Technik nutzen. Für Eigner von Privatyachten hingegen kommt das System aufgrund der hohen Kosten wohl eher nicht in Frage. Sie profitieren allenfalls, sollten sie einmal selbst von ihrem Schiff abgeborgen und dann medizinische Hilfe an Bord eines Seenotrettungskreuzers benötigen.


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