Blauwasser
Vier Langfahrtsegler starben im Zyklon

Eine Familiencrew und ein einzelner Segler sind in Vanuatu tot geborgen worden. Worldcruising ruft unterdessen zu Spenden auf für die Inseln

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 18.03.2015

Unicef Pacific Von Zyklon "Pam" schwer beschädigte Yachten in Port Vila/Vanuatu

Am Ufer der Ankerbucht von Port Vila, der Hauptstadt Vanuatus, sind Medienberichten zufolge die Leichen von vier Seglern angespült worden. Dabei soll es sich um eine dreiköpfige Familiencrew sowie um einen einzelnen Segler handeln. Sie hätten offenbar auf ihren Yachten in der Bucht vor Port Vila geankert, als Ende vergangener Woche Zyklon "Pam" über den Inselstaat hinweggezogen war und eine Spur der Verwüstung hinterlassen hatte.

In der Spitze waren Windgeschwindigkeiten von über 300 Kilometern in der Stunde gemessen worden. In Port Vila hat der Zyklon rund 90 Prozent aller Gebäude beschädigt oder völlig unbewohnbar gemacht, mindestes acht Menschen kamen an Land ums Leben, zahlreiche wurden verletzt.

Über die Identität der toten Segler ist bislang nichts bekannt. Klar ist nur, dass es auswärtige Langfahrer-Crews waren. Insgesamt waren knapp 30 Yachten vor Ort, als der Zyklon aufzog. Die Boote lagen offenbar zum Großteil vor Anker an zuvor als zyklonsicher geltenden Ankerplätzen. Dennoch wurden mindestens 20 dieser Yachten schwer beschädigt oder sanken gar.

Blauwassersegler in der Verantwortung

Der Veranstalter der World ARC , einer Fahrtensegler-Flottille um die Welt, appellierte unterdessen an die internationale Langfahrtsegler-Gemeinschaft, die Einwohner Vanuatus beim Wiederaufbau ihrer von Zyklon "Pam" weitgehend zerstörten Häuser, Straßen und Häfen zu unterstützen. Selbst stellt das britische Unternehmen 10.000 US-Dollar an Hilfsgeldern zur Verfügung.

WCC World-ARC-Flotte vor Vanuatu

Andrew Bishop, Chef von Worldcruising, weiß um die besondere Verantwortung von Blauwasserseglern, nun Hilfe zu leisten. Die über 80 zum Inselstaat zählenden Eilande seien gern angesteuerte Ziele, nicht zuletzt, weil sie wie viele andere Südseeinseln von paradiesischer Schönheit seien.

WCC World-ARC-Segler bringen regelmäßig auf den Inseln dringend benötigte Güter mit nach Vanuatu

Bishop sagte: "Für viele Einwohner insbesondere auf den entlegeneren Inseln sind Langfahrtsegler, die bei ihnen Halt machen und Geld ausgeben, häufig die einzige Einkommensquelle. Nur aufgrund dieser Einnahmen sind manche Dörfer Vanuatus überhaupt in der Lage, Schulen zu unterhalten, die Stomversorgung zu sichern oder den Fischern Boote zur Verfügung zu stellen."

Während die großen internationalen Hilfsorganisationen perfekt darin seien, die ersten Folgen einer Naturkatastrophe zu lindern, sei man sich im Klaren, dass es für die Menschen vor Ort danach darauf ankomme, ihre eigenen Häuser, aber eben auch die Infrastruktur für Touristen wieder aufzubauen. Dazu wolle man beitragen.

World-ARC-Teilnehmer laufen Vanuatu bereits seit 2008 regelmäßig an und würden jedes Mal mit überwältigender Gastfreundschaft von den Einwohnern willkommen geheißen, so Bishop. Vor allem zu den Bewohnern eines Ortes pflege man enge Kontakte und unterstütze sie regelmäßig beim Aufbau öffentlicher Einrichtungen. So ist es längst selbstverständlich, dass die World-ARC-Segler bei ihren Besuchen auf den Inseln dringend benötigte Güter mitbringen und teils bei lokalen Bauprojekten auch selbst mit Hand anlegen.

Wer ebenfalls helfen möchte, kann sich direkt an Andrew Bishop wenden: andrewbishop@worldcruising.com oder +44(0)1983 296060.


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