Messe
Viel Fun, etwas weniger Boot

Mit einem Besucher-Plus ist am Sonntag die Berliner Messe "Boot & Fun" zu Ende gegangen. Bei winterlichem Wetter kamen 39 200 Interessierte

  • Martin-Sebastian Kreplin
 • Publiziert am 30.11.2015

M. Kreplin Boot & Fun 2015

In Berlin gehen die Uhren anders. Klagen andernorts die Bootsmessen über mangelndes Interesse und sinkende Besucherzahlen, hat die Boot & Fun am vergangenen ersten Adventswochenende sogar ein sichtbares Besucher-Plus verzeichnen können. Was hat die Messe, was andere nicht haben?

Ganz klar: mehr Spaß, mehr Leben. In elf Hallen spiegelt sich das gesamte Spektrum an Wassersport wider, das sich in und um Berlin betreiben lässt. Und das nicht nur an trockenen Ständen, sondern mit viel Aktionen, Testmöglichkeiten, Vorträgen, ja selbst die Bootspräsentation gelingt hier attraktiver als anderswo. Die Boot & Fun ist ein Ausflugsziel für die ganze Familie geworden – und hat damit das Potenzial, auch neue Leute an den Wassersport heranzuführen. Ein Ansatz, der andernorts in den Hintergrund zu rücken scheint.

Von anderer Stelle betrachtet, bedeutet das aber auch, dass sich die einzelne Sparte ihre Aufmerksamkeit mit vielen anderen Sportarten teilen muss. Windsurfen, Stand-up-Paddling, Angeln, Wakeboarden oder Tauchen sind hier deutlich aktiver und lebendiger vertreten, da muss die Halle mit den Segelbooten aktiv um Interessenten buhlen. Und das passiert weniger mit neuen Booten, die zum Kauf angeboten werden (1/3 der ausgestellten Schiffe), sondern durch aktive Arbeit der Vereine und Klassenvereinigungen, die sich und ihre Boote hier aktiv bewerben. Trotzdem haben sich auch ein paar Messepremieren nach Berlin verirrt: Sowohl die Haber 620 als auch die Phobos 24.5 wurden hier zum ersten Mal gezeigt, beides kompakte Fahrtenboote, die im Revier ihre Liebhaber finden werden. Aber auch die JK 28, erstmals auf der Hanseboot präsentiert, und die Teuton 800 (Test demnächst in der YACHT) erfreuten sich großen Interesses.

M. Kreplin Boot & Fun 2015

Einmalig in ihrer Art ist die Klassiker-Halle. Schärenkreuzer, Rivas, Jollen und klassische Rennboote können hier bestaunt werden – die Halle bietet fast museales Flair, obwohl sie ausschließlich von Refit-Werften und dem Freundeskreis Klassische Yachten bespielt wird. Das beweist, wie sehr klassische Wasserfahrzeuge in und um Berlin zur Szene dazugehören, ein Bummel durch diese Halle ist für viele Besucher ein Highlight der Veranstaltung.

Dass dieses vielfältige Konzept aufgeht, hat die diesjährige Messe unter Beweis gestellt. 39 200 Besucher kamen an vier Tagen, rund 700 mehr als im vergangenen Jahr. Enttäuscht gingen nur die Besucher, die eine reine Bootsausstellung erwartet hatten. Aber in Berlin gehen die Uhren eben anders.

Boot & Fun 2015

8 Bilder

Die Boot & Fun 2015 ging mit einem Besucher-Plus zu Ende. Eindrücke.


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Themen: AusstellungBoot & Fun Berlin 2015Messe

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