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Viel Arbeit für Seenotretter

Schlechtwetterfront bringt 32 Skipper und ihre Besatzungen in Gefahr

  • Mathias Müller
 • Publiziert am 16.08.2006

Die Seenotretter der Deutschen Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) mussten im Laufe des vergangenen Montags vermehrt auf Nord- und Ostsee auslaufen, um Segler aus Gefahrensituationen zu befreien. Grund für die vielen Einsätze war eine Schlechtwetterfront, die Winde von bis zu 8 Beaufort zur Folge hatte.

Bis 23.00 Uhr am Montagabend waren Seenotkreuzer und Seenotrettungsboote der DGzRS im Einsatz. Eine am Nachmittag aufkommende Schlechtwetterfront mit stürmischen Winden bis zu 8 Beaufort (74 km/h Windgeschwindigkeit) aus südlichen Richtungen und schweren Böen zog über Teile der Nordsee und vornehmlich die Ostseereviere hinweg.

32 Skipper und ihre Besatzungen mussten aus kritischen Gefahrensituationen geborgen werden. Ruderbruch, defekte Segel und Navigationsprobleme waren die häufigsten Ursachen.

Vor Hooksiel/Außenjade (Niedersachsen) waren die Seenotretter ebenfalls unterwegs. Eine Segelyacht mit zwei Personen an Bord war im engen Fahrwasser vor Hooksiel festgekommen und auf Grund geraten – Weiterfahrt unmöglich. Die Yacht wurde eingeschleppt.

Gleich zweimal wurde der Seenotkreuzer "John T. Essberger" (Station Großenbrode/Schleswig-Holstein) gerufen: Gerissene Leinen an der Besegelung und Motorprobleme an Segelyachten waren gemeldet worden. Manövrierunfähig trieben die Boote im Ostseerevier.

In der Lübecker Bucht vor Grömitz brach das Ruder an einer Segelyacht mit einem Erwachsenen und fünf Kindern an Bord. Gleichzeitig war auf dem Schiff ein Segel beschädigt, sodass das Boot ohne Steuerung trieb. Die Besatzung des Tochterboots "Vegesack" vom Seenotkreuzer "Bremen" (Station Grömitz) war über UKW alarmiert worden und brachte den Havaristen nach Grömitz.

Bei Hiddensee (Mecklenburg-Vorpommern) war das Seenotrettungsboot "Dornbusch" im Einsatz und schleppte zwei Yachten mit neun Personen an Bord ins Fahrwasser zurück.

Vorübergehend vermisst war in der Ostsee auf dem Weg von Warnemünde zur Insel Fehmarn ein Segelboot mit einer Person an Bord. Dauerregen und schlechte Sicht erschwerten die zweistündige Suche, an der zeitweise fünf Behördenschiffe und Seenotkreuzer sowie ein SAR-Hubschrauber der Marine beteiligt waren. Ein Segler empfing am frühen Abend schwache Funksignale und informierte die Seenotretter.

Die Hubschrauberbesatzung sichtete schließlich das Boot, das später vom Seenotkreuzer "John T. Essberger" nach Großenbrode eingeschleppt werden konnte.


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Themen: DGzRSSeenot

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