Gebrauchtboot-Börsen

Verkäufer aufgepasst! Neue, miese Betrugsmasche

Die Betrugsfälle beim Gebrauchtbootkauf und -verkauf nehmen zu. Mit einem neuen Trick wird versucht, Verkäufer hereinzulegen

Lars Bolle am 30.03.2017
Betrug beim Gebrauchtboot-Verkauf
boats.com

Gebrauchtbootbörsen sind ein beliebter Tummelplatz von Trickbetrügern

Ein aktueller Fall ist Anlass, erneut auf Trickbetrug im Internet hinzuweisen.

Heiko Thölmann, Softwareentwickler aus Hamburg und Vorsitzender der 49er-Klassenvereinigung, möchte seine Bianca 431 verkaufen und hat sie in der Onlinebörse boats.com inseriert. Ende Februar dieses Jahres nimmt ein vermeintlicher Kaufinteressent Kontakt zu ihm auf.

Gebrauchtbootanzeige

Die Original-Verkaufsanzeige auf boats.com

Ramon R. (der Name wird hier verkürzt wiedergegeben, obwohl er sehr wahrscheinlich gefälscht ist) von der Elfenbeinküste (!) bekundet per Benachrichtigung der Verkaufsplattform Interesse und möchte nähere Angaben zum Boot.

Verkäufer Thölmann hatte vor zwei Jahren schon einmal mit Trickbetrug zu tun und ist deshalb vorgewarnt, vor allem aber wegen der dubios erscheinenden Adresse des Interessenten. Er macht sich dennoch den Spaß und tritt in eine Kommunikation ein.

Nach dem Erstkontakt stellt der Kaufinteressent R. Fragen, etwa, was denn der genaue Verkaufspreis wäre, ob es ein privater Verkauf sei oder über einen Vermittler, wie lange das Boot schon zum Verkauf stünde und wie lange es in Benutzung gewesen sei. Das Boot sei, Zitat: "das Traumboot meiner schönen Frau, und ich möchte sie nicht enttäuschen". Außerdem könne er das Boot nicht persönlich besichtigen und wolle deshalb auf diesem Wege sicher gehen, dass es in Ordnung sei. Auch könne er nicht bar bezahlen und würde die Kaufsumme nach erfolgreichem Deal überweisen.

"Diese Art der Fragen ist typisch für Trickbetrüger" sagt Kai Jaeger vom Kompetenz-Zentrum Bootskriminalität der Wasserschutzpolizeistation Konstanz. "Der Käufer täuscht Interesse vor, versucht, emotionale Gründe anzuführen, hat aber offensichtlich keine Ahnung vom Verkaufsgegenstand." Auch die Frage nach der Dauer des Inserats habe einen Hintergrund. "Verstärkt werden sogenannte 'Standuhren' ausgesucht, also Inserate, die schon länger online stehen und bei denen der Verkaufsdruck beim Verkäufer entsprechend hoch ist." Indizien für einen Betrug seien zudem der Kauf ohne Besichtigung und die bargeldlose Abwicklung.

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Lars Bolle am 30.03.2017

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