Branche
US-Bootsindustrie im Abwärtsstrudel

Aktuelle Studie mit erschreckenden Zahlen für das Vorjahr / Drastische Einbrüche im Charter- und Bootsmarkt

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 12.11.2010

Yacht / A. Minkema

Während hierzulande die Yachtbranche für die Zukunft zumindest verhalten optimistisch gestimmt ist und die Krise weitgehend überwunden zu sein scheint, sieht das auf der anderen Seite des Atlantiks ganz anders aus. Eine Studie im Auftrag US-amerikanischer Segelmagazine offenbart, wie sehr Werften und Vercharterer unter den Folgen der Finanzkrise gelitten haben.

Derzeit versucht US-Präsident Barack Obama alles, um die Konjunktur im eigenen Land wieder anzukurbeln. Unter anderem, indem er die US-Notenbank die Geldpresse hat anwerfen lassen. Dafür steht er derzeit weltweit in der Kritik. Doch er kämpft mit dem Rücken zur Wand.

Nun trägt der US-Bootsmarkt zwar gewiss nur in sehr bescheidenem Maße zum Bruttoinlandsprodukt der Vereinigten Staaten bei. Dennoch dürften die zuletzt regelrecht eingebrochenen Umsätze in allen Wassersportsegmenten exemplarisch für viele andere Wirtschaftsbereiche sein. Sich von den fatalen Folgen der Finanzkrise zu erholen dürfte schwer werden.

Die US-Magazine "Cruising World" und "Sailing World" lassen jedes Jahr die heimischen Branchenzahlen von einem Marktforschungsinstitut erheben. Vor kurzem sind nun die Ergebnisse für 2009 veröffentlicht worden. Danach ist die gesamte Segelbootproduktion der USA gegenüber 2008 um 38 Prozent zurückgegangen. Damit einher geht ein Umsatzminus von weit über 50 Prozent. Die Zahl der exportierten Schiffe sank um 46 Prozent, die der importierten um 33 Prozent. Vor allem das Fahrtenschiffsegment hat die Zurückhaltung der Käufer zu spüren bekommen.

Offensichtlich haben weder Werften noch Händler das Ausmaß der Krise richtig eingeschätzt, sie sind kalt erwischt worden. Noch ein Jahr zuvor waren sie von doppelt so hohen Absatzzahlen ausgegangen, als sie dann tatsächlich 2009 in der Lage waren zu realisieren. Entsprechend zurückhaltend sind daher die Erwartungen an das bald endende Geschäftsjahr. Mehr als auf ein Plus von 12 Prozent wagt die Branche derzeit nicht zu hoffen. Dabei stützt man sich vor allem auf die Erwartung auf bessere Exportchancen.

Ein vergleichbar desaströses Bild liefert auch der US-Chartermarkt. Die Zahl der Charterwochen sank von knapp 26.000 auf nur noch 20.000. Ein Rückgang von 22 Prozent.

Am stärksten betroffen sind die karibischen Reviere. Auf den Antillen und den Bahamas mussten die US-Vercharterer Buchungsrückgänge von 30 Prozent hinnehmen.

Die gesamte Branchenstudie zum kostenlosen Download gibt es
hier.


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