Windjammer

Unterschriftenaktion zur Rettung der "Seute Deern"

Die millionenschwere Sanierung des Traditionsschiffs schien längst ausgemacht. Nun aber ist das Schiff Streitthema im Bremer Wahlkampf. Wie ist Ihre Meinung?

Pascal Schürmann am 01.05.2019
KW Kröger Brand Seute Deern 2019_STS_20170428_Seute_Deern09
Stefan Schorr

Die "Seute Deern" an ihrem Liegeplatz vorm Deutschen Schifffahrtsmuseum in Bremerhaven

Im Bremer Haushalt herrscht Ebbe. Das ist per se nichts Neues. Wenn es aber darum geht, in den eigenen Augen nicht zwingend notwendige Ausgaben zu verhindern, wird der Geldmangel gern und oft als schlagkräftiges Gegenargument hervorgeholt – vor allem in Wahlkampfzeiten. Am 26. Mai ist parallel zur Europawahl auch Bürgerschaftswahl in Bremen. Gleichzeitig werden die Bremerhavener Stadtverordnetenversammlung und die Beiräte der Stadt Bremen neu gewählt.

So geschehen also jüngst im Streit um die dringend erforderliche Sanierung des in Bremerhaven liegenden Traditionsschiffs "Seute Deern". 34 Millionen Euro sind nach bisherigen Berechnungen dafür nötig. Die Hälfte will der Bund tragen, allerdings nur unter der Voraussetzung, dass die andere Hälfte – 17 Millionen Euro – vom Land und der Kommune kommt.

Sowohl SPD und CDU hatten längst signalisiert, dass sie durchaus bereit seien, diese Geldmittel aufzubringen, sei die 100 Jahre alte Bark doch schließlich ein Wahrzeichen Bremerhavens, das man nicht einfach so dem Rotstift opfern dürfe. Genau das beabsichtigt in den Augen beider Parteien nun aber die grüne Finanzsenatorin Karoline Linnert. "17 Millionen Euro sind viel Geld", hatte Linnert betont. Deswegen müsse geprüft werden, ob die Investition wirklich nötig ist und ob es Alternativen gibt.

Bündnis 90/Die Grünen aus Bremerhaven pflichteten Linnert bei: "Dass sie auf Sparsamkeit achtet, ist ihr Job. Das tut hoffentlich auch der Bremerhavener Kämmerer. Frau Linnert hat keineswegs gedroht, eine solide und sparsam finanzierte Sanierung zu blockieren. Aber bislang liegt nicht einmal ein konkretes Sanierungskonzept für die 'Seute Deern' vor, geschweige denn eine Wirtschaftlichkeitsprüfung." 

Abschließend mahnt man eindringlich: "Bei allen weiteren Entscheidungen in Bremen und Bremerhaven sollte die Kostenexplosion bei der 'Gorch Fock' eine Mahnung sein."

Nicht nur die CDU, sondern auch der Koalitionspartner der Grünen, die SPD, ist erzürnt. "Die 'Seute Deern' gehört zu Bremerhaven wie der Ku'damm zu Berlin", hieß es in einer Mitteilung der Partei, in der man eine Unterschriftenaktion zum Erhalt der "Seute Deern" ankündigte. Die ist mittlerweile auch online. Wer sich für die Rettung des Schiffs einsetzen möchte, kann sich dort mit seinem Namen und Adresse eintragen.

Falls die Umfrage nicht richtig angezeigt wird, klicken Sie bitte hier!

Hintergrund:

Die "Seute Deern" ist das wichtigste Exponat des Bremerhavener Museumshafens, der dem dortigen Deutschen Schifffahrtsmuseum (DSM) angegliedert ist. Lars Kröger, der beim DSM zuständig ist für die anstehende Umgestaltung des Museumshafens wie auch für die Sanierung der "Seute Deern", hatte in der YACHT erklärt, wo und wann und vor allem was mit dem Windjammer in den nächsten Jahren passieren soll.

Lesen Sie auf der folgenden Seite das Interview.

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Pascal Schürmann am 01.05.2019

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