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„Unsinn pur“ – Schilda liegt im Norden

Wie Schleswig-Holstein seine Segler vergrault

  • Uwe Janßen
 • Publiziert am 05.04.2006

Sportboothafenverordnung – das klingt verstaubt und nicht besonders aufregend. In Wahrheit aber sorgt dieses Bürokraten-Konstrukt für erheblichen Aufruhr zum Saisonbeginn in Schleswig-Holstein. Es wird den Segleralltag im nördlichsten Bundesland deutlich verändern: Besucher müssen absurde Forderungen erfüllen, sie werden mit Bußgeld bedroht, die Liegeplatzpreise steigen und mancher kleine Hafen ist sogar in seiner Existenz gefährdet.

Kiel hat eine Richtlinie aus Brüssel, die eigentlich für die Berufsschifffahrt gedacht war, per Verordnung für Sportboothäfen umgesetzt. Die Folgen sind fatal:

• Hanebüchene Auflagen für den Umgang mit Müll (z. B. muss die Mülltüte vor jedem Ablegen entsorgt werden, eine halbvolle Tüte mit Resten aus dem Abfahrtshafen gilt als Ordnungwidrigkeit),
• nur aufwändig und teuer realisierbare Sicherheitsvorschriften (z. B. Feuerlöscher an allen Stegen, maximal 30 Meter von jedem Liegeplatz entfernt)
• ungeheurer zusätzlicher Verwaltungsaufwand für die Hafenbetreiber, der die Liegeplätze verteuert (z. B. den Müll nach Schlüssen in 800 Sorten klassifizieren und für die nächsten drei Jahre prognostizieren)
• Androhung von Bußgeldern für Segler und Hafenpersonal, das die Schildbürger-Verordnung nicht in Gänze erfüllt (die Gäste sollen solche Marina-Angestellten per ausliegendem Formular denunzieren)-

Die Reaktionen der Segler-Vertreter sind einhellig, repräsentativ zusammengefasst Jürgen Christian Schaper, dem Ehrenvorsitzenden des Hamburger Segler-Verbands: „Unsinn pur".

Alle Einzelheiten zu diesem Aufreger-Thema, und was auf Segler sonst noch zukommt, lesen Sie in der neuen YACHT!


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Themen: BürokratieHafenverordnungReport

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