Giftiges Antifouling

Umweltministerin erwischt

Die schwedische Umweltministerin Åsa Romson lebt auf einem Traditionssegler. Das Unterwasserschiff behandelte sie mit verbotenem Antifouling

Karolina Meyer-Schilf am 07.10.2014
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Die schwedische Umweltministerin Åsa Romson

Die Ministerin, die außerdem der schwedischen Umweltpartei angehört, postete im Internet Fotos von sich bei der Arbeit am Unterwasserschiff des Traditionsseglers. Mit auf dem Bild: die Dose einer in Schweden verbotenen kupferhaltigen Antifoulingfarbe. 

Das skandinavische Land hat strenge Auflagen für die Verwendung der giftigen Farben, eine eigens dafür zuständige staatliche Prüfstelle gibt detaillierte Listen heraus, auf denen die erlaubten Mittel aufgezählt sind. Dabei wird auch zwischen den Küsten unterschieden: An der Ostküste sind manche Farben verboten, die an der Westküste aufgrund des dort höheren Salzgehalts im Wasser noch erlaubt sind. Das Mittel, das die Ministerin benutzte, ist aber an beiden Küsten nicht zugelassen und steht in ganz Schweden auf der roten Liste. 

Die Zeitung "Expressen" konfrontierte die Ministerin mit den von ihr selbst geposteten Fotos. Romson sagte der Zeitung, ihr Lebensgefährte habe die Farbe bei einem Ausrüster gekauft und sich extra erkundigt, ob diese in Schweden zugelassen sei. Der Händler habe dies bestätigt. Sie sei daher davon ausgegangen, dass das Antifoulingmittel trotz des Kupferanteils in Schweden erlaubt sei und habe daraufhin ihren 20 Meter langen Holzkutter damit gestrichen. Romson entschuldigte sich für den Fehler, die Auskunft des Händlers nicht überprüft zu haben, und gelobte Besserung. 

Indessen bot die Firma Watski an, ihr 40 Liter einer in Schweden zulässigen und besonders verträglichen Farbe zur Verfügung zu stellen: Das Mittel stamme zudem aus heimischer Produktion und werde per Eisenbahn geliefert, sei somit also besonders umweltschonend.

Ihre eigene Partei hingegen empfiehlt den Bürgern schon lange, überhaupt keine Unterwasserfarbe mehr zu benutzen, sondern die Schiffe nur regelmäßig zu waschen. 

Karolina Meyer-Schilf am 07.10.2014

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