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Turbulenter Mai-Ausklang

Drei Seenotfälle hielten am vergangenen langen Wochenende die Rettungsdienste an Nord- und Ostsee in Atem

  • Martin-Sebastian Kreplin
 • Publiziert am 02.06.2003

"Fu Shan Hai"

Die letzten Tage bescherten Nordeuropa traumhaftes Sommerwetter. Doch selbst bei leichtem Wind und strahlendem Sonnenschein kam es am Wochenende zu zwei größeren See-Unfällen, ein dritter ereignete sich bereits am Donnerstag im Britischen Kanal.

Nachdem nur zwei Tage zuvor im Englischen Kanal die "Volksfürsorge I" gerammt wurde, sank an Christi Himmelfahrt, nur wenige Meilen entfernt auf der Höhe von Portland Bill, eine 43-Fuß-Segelyacht. Auch sie wurde von einem Frachter überlaufen.

Am Mittag des 29. Mais rammte ein rund 200 Meter langes Containerschiff die im dichten Nebel segelnde "Mahkuna". Die Crew war auf dem Weg von der Küste Frankreichs in den Hafen des britischen Ortes Hamble. Alle fünf Besatzungsmitglieder konnten noch rechtzeitig in die Rettungsinsel steigen, bevor das Schiff sank. Die Mannschaft wurde, nachdem sie bereits rund fünf Stunden auf dem Wasser trieb, von einer nahen Schnellfähre entdeckt und gerettet. Unklar ist, warum die Besatzung kein Notsignal gesendet hat.

Einen Tag später musste der Seenotrettungskreuzer "Hermann Helms" einem Katamaran zu Hilfe eilen, der vor Cuxhaven zu sinken drohte. Gegen 21 Uhr meldete der Skipper über Funk starken Wassereinbruch. Eine Grundberührung hatte ein Leck in einen der Schwimmer geschlagen. Mithilfe des Rettungskreuzers konnte der Kat jedoch sicher nach Cuxhaven geschleppt werden.

Wieder einen Tag darauf mussten in der Ostsee mehrere Spezialschiffe auslaufen, um die dänische Insel Bornholm vor Öl und Düngemitteln zu schützen, die der sinkende Frachter "Fu Shan Hai" verlor. Nach einer vorausgegangenen Kollision mit dem unter zypriotischer Flagge fahrenden polnischen Containerschiff ging der chinesische Frachter wenige Stunden später auf Tiefe.

Mit einer Ölkatastrophe muss jedoch nicht gerechnet werden, da unter anderem das dänische Umweltschiff "Gunnar Thorsen" bereits mit der Aufnahme des gebunkerten Schweröles begonnen hat. Von 1700 Tonnen sind zurzeit nur rund 40 Tonnen ausgelaufen. Von den geladenen 66.000 Tonnen Kunstdünger gehe keine Gefahr für die Umwelt aus, teilten am Sonntag schwedische Behördensprecher mit. Das Pulver tritt mittlerweile aus den Luken aus und färbt die See rund um die "Fu Shan Hai" rot.


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Themen: KollisionUnfallUnglück

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