Hanse Sail Rostock
Treffen der Traditionssegler

Ob Haikutter, Hansekogge oder Großsegler – das Festival an der Warnow ist reich an Attraktionen. Rund eine Million Besucher werden erwartet

  • Pascal Schürmann
 • Publiziert am 07.08.2013

Hanse Sail Rostock Zur 23. Hanse Sail Rostock vom 8. bis 11. August haben sich 216 Traditionssegler aus 13 Nationen angekündigt

Über 200 Gastschiffe werden Rostock vom morgigen Donnerstag an bis Sonntag ansteuern. Die Kais an der Warnow verwandeln sich dann zum 23. Mal in eine maritime Festmeile für Seh- und Seeleute. Stärkster Publikumsmagnet sind dabei vor allem die vielen Traditionssegler und Museumsschiffe.

Demonstration der Schifffahrtsgeschichte

Bereits am Vortag des Hafenfestes, am heutigen Mittwoch, startet die 5. Haikutter-Regatta. Vom dänischen Nysted aus nehmen die Teilnehmer Kurs auf die Mündung der Warnow, darunter die 115 Jahre alte "Hansine".

Im Rahmen einer Geschwaderfahrt werden am Donnerstag vier Koggen-Repliken im Stadthafen erwartet, die an der Silo-Halbinsel das mittelalterliche Hanse-Ambiente bereichern sollen. Kurs Rostock nehmen zudem erstmals das brasilianische Vollschiff "Cisne Branco" (Baujahr 2000), die neu gebaute deutsche Bark "Alexander von Humboldt II" (2011) sowie die beiden polnischen Großsegler "Kapitan Borchardt" (1918) und "General Zaruski" (1939). Außerdem aus Polen dabei: das Vollschiff "Dar Mlodziezy" (1982) und der Barkentine "Iskra" (1982).

Polen ist mit insgesamt acht Schiffen in Rostock vertreten. Von den zwölf teilnehmenden Nationen stellen die Niederländer mit über 30 Schiffen die größte ausländische Flotte.

Auch für russische Schiffe ist Rostock längst zu Hanse-Sail-Zeiten ein "zweiter Heimathafen". Erwartet wird die Bark "Kruzenshtern" (1926), die gemeinsam mit der Viermast-Barkentine "Star Flyer" (Malta, 1991) mit jeweils knapp 115 Metern der längste Segler der 23. Sail ist, ferner das Vollschiff "Mir" (1987) und die Replik der Fregatte Peter I., "Shtandart" (1999). Russland ist 2013 das Partnerland der Hanse Sail.

Während der kommenden Tage werden zudem einige Jubilare gewürdigt: Der deutsche Kutter "Astarte" wird 110, die niederländischen "Banjaard" und "Abel Tasman" wurden vor 100 Jahren gebaut, und die deutsche "Pippilotta" im Jahre 1933. Das ist auch das Baujahr des Dampfeisbrechers "Stettin", der vor der Sail in seine Geburtsstadt am Oderhaff und zurück-"dampft".

Wer tiefer in die jahrhundertealten traditionellen Segeltechniken einsteigen will, findet in diesem Jahr in Rostock ideale Studienbedingungen vor. Über ein Dutzend echte rahgetakelte Windjammer, also Vollschiffe, Barken und Briggs, machen an der Warnow fest, darunter das norwegische Vollschiff "Christian Radich" (1937) und der Stolz der Deutschen Marine, die Bark "Gorch Fock" (1958). Die Takelage des Segelschulschiffes "Iskra" vereinigt mit Rahsegeln, Gaffelsegel und Bermudasegel die charakteristischen Segelformen vom Mittelalter bis heute. Den Segeltyp "Schoner" gibt es seit 1713; er steht zur 23. Sail mit Gaffel- und Stagsegeln im Fokus und ist an über 30 Schiffen zu besichtigen.

Tradition trifft Moderne

Ein besonderer Reiz der Hanse Sail Rostock ist letztlich der beeindruckende Kontrast zwischen der in dieser Form einmaligen "Welt der Traditionsschiffe" und der modernen Seefahrt. Sie wird durch die Kreuzliner – am 10. August gibt es einen spektakulären Anlauf von fünf Schiffen –, die ein- und auslaufenden Fähren nach Skandinavien und ins Baltikum, die Frachtschiffe, die "Grauen Schiffe" der Marine sowie durch Schlepper und Spezialschiffe eindrucksvoll präsentiert.

Informationen zu Open-Ship und zu Mitsegeltörns während der 23. Hanse Sail Rostock gibt es auf www.hansesail.com .


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