Blauwasser

Traumstart für Atlantiküberquerer

Bei besten Bedingungen haben sich gestern 212 Yachten mit der ARC auf den Weg in die Karibik gemacht, darunter über 30 deutsche Crews

Pascal Schürmann am 21.11.2016
ARC2016Start

Start der ARC 2016

Die Popularität der vom britischen World Cruising Club veranstalteten Atlantic Rally for Cruisers (ARC) ist auch in deren 31. Jahr ungebrochen. Als gestern Mittag vor dem Hafen von Gran Canarias Inselhauptstadt Las Palmas der Startschuss erfolgte, nahmen 1307 Segler die rund 2700 Seemeilen lange Strecke zur Karibikinsel St. Lucia in Angriff.

Der überwiegende Teil der Flottille, die in der Cruising Division segelt, wird das Ziel voraussichtlich binnen 18 bis 21 Tagen erreichen. Deutlich schneller dürften die großen und vor allem sportlicheren Teilnehmeryachten die Atlantikpassage bewältigen, die im Regattamodus unterwegs sind.

Größte Chancen, als erste Yacht über die Ziellinie in der Rodney Bay zu segeln, hat die 27 Meter lange "Rambler 88" von Eigner Mick Harvey. Aber auch die Volvo Open Racer 70, "Sanya" und "Trifork", rechnen sich Chancen auf die Line Honours aus.

ARC-Rekord kaum zu knacken

Den bestehenden ARC-Rekord von 8 Tagen, 7 Stunden, 39 Minuten und 30 Sekunden, im vergangenen Jahr aufgestellt vom VO65 "Team Brunel", zu knacken dürfte allerdings schwierig werden. Dazu weht der Wind auf der ersten Hälfte des Kurses zu schwach. Zwar soll er im zweiten Abschnitt deutlich zulegen, zumindest, wenn man eine etwas nördlichere Route als gewöhnlich einschlägt. Dann aber dreht er voraussichtlich auf Südwest, sodass den Yachten ein schneller Raumschotsgang verwehrt werden wird.

Unter denen, die diese Bedingungen in Kauf nehmen werden, um in ihrer Klasse den Sieg nach berechneter Zeit zu holen, ist auch der Deutsche Henrik Masekowitz. Gemeinsam mit einem zahlenden Mitsegler steuert er, nachdem er Ende 2015 seinen Nonstop-Einhand-Weltumsegelungsversuch in Kapstadt hatte abbrechen müssen, seine Akilaria Class 40 "Croix du Sud" nun in die Karibik. Dort wird zunächst die Familie an Bord steigen. Doch auch bei den Regattaklassikern in der Karibik will Masekowitz mitmischen und bietet entspechende Kojencharterplätze an. 

Deutsche Crews zweitstärkste Nation

Insgesamt sind Schiffe aus 31 Nationan am Start. Die deutschen Crews bilden wie schon in der Vergangenheit erneut die zweitstärkste Gruppe. Viele bekannte Namen sind darunter, allen voran "Mr. ARC" Manfred Kerstan, der seine Oyster 825 "Albatros" über den Großen Teich steuert. Er ist bereits das 21. Mal dabei und damit der Segler mit den meisten ARC-Teilnahmen überhaupt.

Ebenfalls regelmäßiger Atlantiküberquerer ist Christoph von Reibnitz. Mit seinem Klassiker, der Yawl "Peter von Seestermühe", nimmt er jedes zweite Jahr Kurs auf die Karibik – dieses Mal mit elf Chartergästen an Bord. Und auch Profiskipper Constantin Claviez ist mit zahlender Mannschaft auf seiner Swan 441 "Charisma" mit von der Partie. Desgleichen die ARC-Dauerteilnehmeryachten "Meltemi" von der DHH Yachtschule Elba sowie die "Skiathos" und "Sunrise" des Schoenicke Skipperteams.

Fehlstarts – aller Anfang ist schwer

Neben diesen mit Chartercrews besetzen Booten sind es die Familien, Ehepaare und Freundeskreise, die ihre Schiffe nach St. Lucia steuern und sich damit den großen Traum von der Atlantiküberquerung erfüllen. Der begann für drei Teams allerdings mit einem Fehlstart: Der VOR70 "Trifork" und die Swan 46 "Aphrodite" segelten zu früh über die Startlinie und erhielten eine Zeitstrafe von drei Stunden.

Noch schlimmer erwischte es die von einer reinen Frauencrew gesegelte britische "Hot Stuff". Die Beneteau First 40.7 kollidierte im Startgetümmel mit einer anderen Yacht und musste zwecks Reparatur zurück in den Hafen. Den hatten drei weitere Schiffe infolge technischer Probleme zuvor gar nicht erst verlassen können.

Die Kurse derjenigen, die nun unterwegs sind, können über einen Race-Tracker verfolgt werden.

Pascal Schürmann am 21.11.2016

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