Cuxhaven

Trans-Ocean ehrte Langfahrer

Der Hochseeseglerverein verlieh fünf Weltumseglerpreise. Den Trans-Ocean-Preis bekam Michael Herbst für seine Reise auf dem Kat "Tanoa"

Johannes Erdmann am 26.11.2012
Die Preisträger im Jahr 2012

Die Preisträger im Jahr 2012

Es wurde wieder einmal feierlich in Cuxhaven. Wie jedes Jahr im November trafen sich am vergangenen Samstag mehr als 100 Mitglieder des Hochseeseglervereins Trans-Ocean zum großen Festabend. In diesem Jahr aber war vieles anders. Zum einen fand die Veranstaltung nicht mehr in den Kurparkhallen, sondern erstmals in der Hapag-Halle statt. Weiterhin wurde das traditionelle Labskausessen zum Grünkohlessen. Während im vergangenen Jahr insgesamt 15 Crews geehrt wurde, waren es in diesem Jahr überraschend nur sieben, die eine große Reise beendeten und dafür mit einem Preis gewürdigt wurden. Das hat aber nichts mit den Veränderungen im Verein zu tun – es kamen einfach nur weniger Segler von einer großen Reise zurück als in den Jahren zuvor.

Auffällig war, dass mehr als die Hälfte der Preisträger besonders lange Törns von zehn Jahren und mehr im Kielwasser hatten. Ungewöhnlich, nachdem der Trend in den vergangenen Jahren eher zum kontrollierten, zeitlich begrenzten Ausstieg oder Sabbatical zu gehen schien.

Fünf Crews insgesamt wurden mit einem Weltumseglerpreis geehrt, die ihre Reisen mit einem Dutzend Bilder an der großen Leinwand vorstellen durften. Den Weltumseglerpreis bekamen: Claudia und Harald Petermann mit der Bavaria 42 "Pegasus" für ihre zehn Jahre dauernde Weltumsegelung auf der Passatroute und durch das Rote Meer, Brigitte und Uwe Moser mit der Koopmans 40 "Momo" für ihre dreijährige Weltumsegelung auf der Passatroute und rund Südafrika, Ursula und Prof. Rainer Woehl mit der 13-Meter-Aluketsch "Thule" für ihre ebenfalls drei Jahre dauernde Reise auf fast derselben Route, sowie Margret und Gerhard Steinhauer mit der Hallberg-Rassy 42 "Margret" für ihre insgesamt 17 Jahre dauernde Weltumsegelung auf der Passatroute, mit Abstechern in die USA und Rückreise durch den Suez-Kanal.

Trans-Ocean-Preisträger 2012: Michael Herbst von der "Tanoa"

Trans-Ocean-Preisträger 2012: Michael Herbst von der "Tanoa"

Ebenfalls einen Weltumseglerpreis erhielten Sylvia und Michael Herbst aus Jork an der Elbe für ihre 14 Jahre dauernde Weltumsegelung auf dem Katamaran "Tanoa" vom Typ Privilège 37. Für die lange Reise und vor allem für die anspruchsvolle Route im Katamaran entlang der Südküste Australiens wurde Michael Herbst zudem mit dem begehrten Trans-Ocean-Preis ausgezeichnet.

Fotostrecke: Trans-Ocean-Festabend 2012

Nicht mit dem Weltumseglerpreis prämiert werden konnte die Reise von Ursula und Dr. Eckhard Westphal auf der zehn Meter langen Najad 330 "Azimut". Das Ehepaar kreuzte zwar im Frühjahr 2011 seinen Ausgangskurs von 1999 auf dem Rückweg in die Karibik, leider jedoch wurde die Yacht im Herbst 2001 von den großen See in Nordamerika über Land nach Seattle an der Pazifikküste transportiert, von wo aus die Crew Alaska bereiste. Somit fehlen einige tausend Meilen Wasserweg zur Weltumsegelung. Der Verein zeichnete das Paar aus diesem Grunde kurzerhand mit der Trans-Ocean-Medaille aus – für das anspruchsvolle Projekt im relativ kleinen Schiff.

Weiterhin erwähnenswert ist die Reise des Einhandseglers Hans Böbs, der auf seiner zehn Meter langen Reinke-Taranga "Snowball" allein von England über die Azoren nach Grönland und weiter nach Neufundland segelte. Der Verein verlieh auch ihm für sein Unternehmen die Trans-Ocean-Medaille.

Gespannte Gesicher bei der Zuschauern, während die Preisträger ihre Reisen vorstellen

Gespannte Gesichter bei den Zuschauern, während die Preisträger ihre Reisen vorstellen

Der Veranstaltung voran ging eine mehr als fünf Stunden dauernde Jahreshauptversammlung, in der unter anderem zwei neue Vorstandsmitglieder gewählt werden mussten, nachdem Uwe Röttgering, als Vorsitzender des Beirates, und Dirk Mennewisch, als Schatzmeister, Ende Oktober von ihren Ämtern zurückgetreten waren. Als neuer Vorsitzender des Beirates und zugleich Stützpunkt-Beauftragter wurde Bert Frisch aus Oberndorf gewählt. Neuer Schatzmeister ist der Cuxhavener Jörg Krüger.

Die Einführung einer vieldiskutierten neuen Satzung für den Verein scheiterte an den nötigen Stimmen. Nur 57 der Mitglieder stimmten dafür, nötig gewesen wäre jedoch eine Dreiviertel-Mehrheit der Anwesenden, also mindestens 64 Stimmen. Auch die Möglichkeit zur Onlinewahl konnte nicht durchgesetzt werden, weil die alte Satzung sie nicht vorsieht und es dem Vorstand dazu auch schlicht an Kapazitäten fehlt. "Die technische Umsetzung ist das kleinste Problem", erklärte der Vorsitzende Martin Birkhoff, "vielmehr die Aufbereitung der zur Abstimmung stehenden Posten." Denn es wurde bereits auf der Sitzung deutlich, dass es mit dem gekauften Online-Tool nicht getan ist. Zur Abstimmung stehende Themen müssten zunächst – wie auf der Jahreshauptversammlung – für die Mitglieder im Internet aufbereitet und in allen Vor- und Nachteilen erläutert werden, bevor gewählt werden kann.

Weitere Infos zum Verein auf www.trans-ocean.eu.

Johannes Erdmann am 26.11.2012

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