Langfahrtsegeln

Trans Ocean ehrt 15 Weltumsegler

Am vergangenen Wochenende trafen sich in Cuxhaven wieder einmal fast 200 erfahrene Hochseesegler zum großen Trans-Ocean-Abend

Johannes Erdmann am 21.11.2011
Trans-Ocean-Weltumseglerpreisträger 2011

Trans-Ocean-Weltumseglerpreisträger 2011

In diesem Jahr wurden so viele Weltumsegler in der Cuxhavener Kurpark-Halle ausgezeichnet wie schon lange nicht mehr. Insgesamt 15 Crews kamen nach und nach auf die große Bühne, zeichneten ihre Route auf der anprojizierten Weltkarte mit dem Laserpointer nach, zeigten einige Fotos ihrer Reise und wurden vom stellvertretenden Vorsitzenden Andreas Hülsenberg mit dem Weltumseglerpreis des Trans Ocean ausgezeichet. Die jeweiligen Auftritte kurz und knapp zu halten erwies sich – verständlicherweise – als schwierig, denn die zwei bis 13 Jahre andauernden Reisen und die mit ihnen zusammenhängenden Erlebnisse sind nicht in zehn Minuten zu quetschen.

Selbst diejenigen, die gut gemeint mit einem "ich fasse mich mal kurz – wir waren ja auch auf der Passatroute" die Bühne betraten, scheiterten spätestens bei den traumhaften Inseln der Südsee an ihrem Vorsatz. Das machte aber keinem der fast 200 Anwesenden etwas aus. Sie wurden drei Stunden lang mit auf 15 fantastische Reisen entführt, die entweder die Erinnerungen an eigene Erlebnisse weckten oder die Träume einer Langfahrt schürten.

Fotostrecke: Fotos vom Trans-Ocean-Treffen 2011

Besonders heraus stach die elf Jahre währende Reise von Lilo und Siegfried Oldenburg auf ihrer Hallberg-Rassy 39 "Irama Dunia". Sie wurde zusätzlich mit der Trans-Ocean-Medaille ausgezeichnet. Unvergessen wird auch die Reisebeschreibung von Rudi Arp bleiben, der einen Teil davon vorbereitet in Reimform darbrachte. Mit seiner Fantasia 35 "Nieje Leev" war er einhand von Europa nach Südamerika, rund Kap Hoorn und durch die patagonischen Fjorde gesegelt, dann weiter rund um die Welt und zurück in den Atlantik. Dort brach ihm nahe der Azoren der Mast. Mit dem aus einem Spinnakerbaum selbst gebauten Notrigg setzte er von Horta erneut die Segel und erreichte elf Tage später die Algarve. Nach dieser beeindruckenden Schilderung wurde an einigen Tischen die Frage laut, warum er denn dafür keine Trans-Ocean-Medaille bekommen hatte. Die besitzt Arp aber schon seit Ende der neunziger Jahre. In der Mitgliederkartei des Trans Ocean wird er als "Wiederholungstäter" geführt, es war schon seine zweite Weltumsegelung.

Trans Ocean Treffen 2011

Trans-Ocean-Treffen 2011

Der Abend näherte sich dem Höhepunkt, als Bernd Luetgebrune noch einmal das Pult erklomm, um den allerletzten der Weltumseglerpreise zu verliehen und auch den Trans-Ocean-Preis. Er ging in diesem Jahr an die 50-jährige Ingolstädterin Susanne Huber-Curphey. Ein mehr als verdienter Preis, denn Huber-Curphey hat in den vergangenen zwei Jahrzehnten spektakuläre Einhand-Segelreisen durchgeführt. Zuletzt war sie mit ihrer 41 Fuß langen "So long" auf Ostkurs um die Welt gesegelt, parallel mit ihrem Mann Tony. Er segelte auf seinem eigenen Boot, der 28 Fuß langen "Galenaia". In den Jahren 2000 bis 2011 hat Huber-Curphey dabei mehr als 85.000 Seemeilen zurückgelegt. Natürlich ließ sie es sich nicht nehmen, ihren Bordhund "Honey" mit auf die Bühne zu holen, denn er hatte sie in den vergangenen Jahren einen Großteil der Meilen begleitet. Schon in der kommenden Woche möchte sie wieder zurück auf ihr Boot nach Griechendland. Zuletzt war sie im Juni nonstop von den Azoren dorthin gesegelt. Wohin es dann geht, verrät sie noch nicht.

Johannes Erdmann am 21.11.2011

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