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Tödliche Gefahr

Breitet sich unter Deck unbemerkt Gas aus, hat das rasch fatale Folgen. Vorgestern starb ein Segler an einer Kohlenmonoxidvergiftung. Wie man sich wappnen kann

Pascal Schürmann am 16.08.2019
AWo CO Warner
Alex Worms

Gesunder Schlaf. Ein Sensor überwacht, ob unter Deck gefährliche Gase auftreten

Während in privaten Haushalten Rauchmelder inzwischen Standard sind, ist das auf Segelbooten längst nicht der Fall, ganz zu schweigen von Gas- oder Kohlenmonoxidwarnern. Insbesondere nachts im Schlaf hat man aber kaum eine Chance, ohne solche Warner einer Vergiftung mit im Zweifel tödlichem Ausgang zu entgehen. 

Genau so eine Tragödie ereignete sich jüngst in Kroatien. Am Mittwoch starb dort ein 57-jähriger Italiener, weil er sich an Bord eines Segelschiffs eine Kohlenmonoxidvergiftung zugezogen hatte. Mit ihm waren fünf weitere Familienmitglieder betroffen. Sie alle litten an Vergiftungserscheinungen, zwei Kinder mussten im Krankenhaus behandelt werden. 

Die Familie war nach einem späten Abendessen auf der Insel Hvar an Bord einer von ihnen für einen Wochentörn gecharterten Gulet zurückgekehrt und hatte sich schlafen gelegt. Rasch wurde allen übel. Da man eine Lebensmittelvergiftung vermutete, legten sich die Männer, Frauen und Kinder aber offenbar wieder in die Kojen. Am nächsten Morgen fanden sie einen der Männer leblos vor. 

Als Ursache stellte sich bald ein nicht fachgerecht installierter Generator heraus, der mangels ausreichender Belüftung seine Abgase wohl in die Kabinen geblasen hatte. Die Polizei nahm den Skipper und den Eigner des Bootes daraufhin fest, berichtet die kroatische Tageszeitung "Jutarnji Vijesti".

Auch hierzulande treten immer wieder Fälle von Gas- oder Rauchvergiftungen an Bord von Yachten auf. Erst in der zurückliegenden Juli-Ausgabe der YACHT (Heft 15/2019) hatten wir von einem deutschen Seglerpaar berichtet, das sich während einer Fahrt auf dem Nordostsee-Kanal eine Kohlenmonoxidvergiftung zugezogen und nur mit knapper Not dem Tod entgangen war. 

Hilflos sind Segler indes der tödlichen Gefahr nicht ausgeliefert. Rauchwarner melden, sobald irgendwo im Schiff ein Schwelbrand oder sogar offenes Feuer ausbricht. Gaswarner verhindern, dass ein Leck etwa in der Zuleitung zum Gaskocher unbemerkt bleibt. Und Kohlenmonoxidwarner alarmieren die Crew, wenn beispielsweise Heizungs- oder Motorabgase in zu hoher Konzentration ins Schiffsinnere eindringen. Die Geräte sind allesamt nicht teuer und unkompliziert nachzurüsten. 

Ausführliche Informationen dazu sind nachzulesen in YACHT 15/2019 und YACHT 7/2017. Beide Hefte können über den Online-Shop des Delius Klasing Verlags bestellt werden.

Pascal Schürmann am 16.08.2019

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