Kiel

"Thor Heyerdahl" schwimmt wieder

Nach 17 Monaten im Trockendock bei HDW ist der Dreimast-Toppsegelschoner nun wieder bereit für neue Reisen.

Johannes Erdmann am 13.03.2009

Thor Heyerdahl in der Kieler Förde

Zahlreichen Sponsoren ist es zu danken, dass das 1930 gebaute Schiff, dem bereits 2007 wegen nicht mehr zeitgemäßen Sicherheitseinrichtungen die Fahrerlaubnis entzogen worden war, nun einen dritten Stapellauf erleben durfte.

Von Grund auf überholt legte es nach dem langen Werftaufenthalt in Kiel nun bereits seine erste Meile unter Schlepperhilfe auf der Förde zurück, um an den Ausrüstungsdock zu verlegen. Noch immer sind nicht alle Arbeiten abgeschlossen: Der Innenausbau muss vollendet werden und das Deck benötigt noch etwas Farbe. Aber die Restarbeiten sind absehbar und der Tag der Jungfernfahrt steht bereits fest. „Wir wollen versuchen, den Rermin für den angemeldeten Besuch in Larvik im Mai zu halten“, sagte Vereinsvorsitzender Dieter Lentfer. Larvik im Olsofjord ist die Geburtsstadt des Namensgebers, „Thor Heyerdahl“, mt dem der ehemalige Eigner des Schiffes, Detlef Soitzek, von 1977 bis 1978 im Indischen Ozean als Navigator auf der Schilfbootexpedition „Tigris“ unterwegs war.

Gebaut wurde die „Thor Heyerdahl“ schon im Jahre 1930 in Holland. Damals jedoch noch unter dem Namen „Tinka“, die als Frachtsegler mit Hilfsbesegelung 50 Jahre lang Reisen bis nach Afrika und in die Karibik unternahm. 1979 wurde das heruntergekommene Schiff von zwei Segelliebhabern, darunter Detlef Soitzek, erworben, bis 1983 bei HDW komplett überholt und zum Dreimast-Toppsegelschoner umgeriggt. Seitdem wird es vom Verein „Thor Heyerdahl e.V.“, der über 1.000 Mitglieder zählt, mit jeweils bis zu 30 Jugendlichen an Bord als Schiff zur Erlebnispädagogik eingesetzt. Als eingetragenes Schiff der „STAG“ (Sail Training Organisation Germany“ waren in den vergangenen 26 Jahren über 20.000 Jugendliche an Bord. Im Sommer ist das Schiff meist auf Nord- und Ostsee im Einsatz und verlegt zum Winter auf die kanarischen Inseln oder in die Karibik. Bis 2007 war die „Thor Heyerdahl“ zudem Teil der „High Seas High School“, einem Schulprojekt, das jeweils 30 Jugendliche der 11. Klasse an Bord sowohl im regulären Schulunterricht als auch in Seemannschaft und dem Bordalltag fordert.

Im Jahr 2007 wurde dem Schiff jedoch wegen nicht mehr zeitgemäßen Sicherheitseinrichtungen die Fahrterlaubnis entzogen. Es sollte verschrottet werden und nur dank der Hilfe von Sponsoren ist es geglückt, die benötigten 1,6 Millionen Euro für die Sanierung weitestgehend aufzubringen. Noch immer fehlen jedoch 160.000 Euro. Sponsoren wie die HSH-Nordbank und die Nordmetall-Stiftung unterstützten die Arbeiten bereits ebenso, wie das Land Schleswig-Holstein, das 75.000 Euro spendete. Fast 750.000 Euro kamen jedoch aus Bank- und Privatdarlehen zusammen. Während die „Thor Heyerdahl“ nun für lange Zeit in der Werft lag, wurde das Segelprojekt in der Zwischenzeit auf dem gecharterten Dreimast-Schoner „Regina Maris“ fortgeführt, der zu diesem Zeitpunkt auf dem Atlantik unterwegs ist.

Sobald die letzten Ausrüstungsarbeiten an Bord der „Thor Heyerdahl“ abgeschlossen sind, wird sie im Mai wie geplant nach Larvik aufbrechen und im Oktober 2009 in Kooperation mit der Friedrich-Alexander-Universiät Erlangen-Nürnberg im Rahmen des Projekts „Klassenzimmer unter Segeln“ wieder auf weltweite Fahrt gehen.

Johannes Erdmann am 13.03.2009

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